Amador und Marcelas Rosen

  1. Ø 5
   2010

Amador und Marcelas Rosen: Melancholisches, märchenhaftes Drama um eine junge Frau vom Regisseur von "Montags in der Sonne".

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Filmhandlung und Hintergrund

Amador und Marcelas Rosen: Melancholisches, märchenhaftes Drama um eine junge Frau vom Regisseur von "Montags in der Sonne".

Am Tag, als Marcela ihren Freund, den Rosenverkäufer Nelson verlassen will, entdeckt sie, dass sie schwanger ist. Fortan verheimlicht sie ihre Umstände und Fluchtpläne und bleibt vorerst beim stets klammen Lebensgefährten, der sie über seinen Traum vom eigenen Blumenladen vernachlässigt. Aus finanzieller Not nimmt sie einen Job als Pflegerin des bettlägrigen Alten Amador an. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Beziehung und bald teilen sie ihre Geheimnisse – bis das Schicksal sie herausfordert.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Menschen in "Amador und Marcelas Rosen" des spanischen Regisseurs und Drehbuchautors Fernando Léon de Aranoa sind Gestrandete. Marcela ist schwanger, kann sich aber eine Zukunft mit ihrem Freund nicht wirklich vorstellen. Der alte Amador kann das Bett nicht mehr verlassen und weiß, dass seine Tage gezählt sind. Aus Geldnot beschließt Marcela schließlich, Amadors Tochter den Tod des Vaters bis zum Monatsende zu verschweigen. Jeden Tag sitzt sie stundenlang neben dem Toten und legt dessen Puzzle, von ihrem schlechten Gewissen geplagt. Die Stille in dieser Wohnung, der Nachhall der kurzen Bekanntschaft, die Extremsituation oder noch mal ein ganz anderer, unsichtbarer Grund setzen in Marcela eine Veränderung in Gang.

    Die peruanische Schauspielerin Magaly Solier schweigt als Marcela die meiste Zeit. Dabei wirkt sie bedrückt von ihrer Unwissenheit und dem Gefühl, dem Schicksal ausgeliefert zu sein. Aber wenn sie mit Amador, dargestellt von Celso Bugallo, halb scherzhaft, halb im Ernst über ihre unterschiedlichen Ansichten debattiert, sieht sie auf einmal jung und selbstbewusst aus. Mit Nelson, den Pietro Sibille spielt, tauscht sich Marcela hingegen nie aus, es sei denn, über den neuen Kühlschrank, den er unbedingt wollte und den sie abbezahlen soll.

    Sie konfrontiert Amador damit, dass sie seine Puzzles für Zeitverschwendung hält. Er aber kontert, auch im Leben gehe es darum, die einzelnen Teile, die einem gegeben wurden, zusammenzufügen. Das Motiv des Puzzles kehrt später in der Geschichte wieder, wie auch die halb mystischen Fantasien und Weisheiten des Alten, der Marcelas ungeborenem Kind seinen Platz auf der Welt vermachen will und öfters von Meerjungfrauen spricht. Nach seinem Tod arbeiten Amadors Worte in Marcela weiter, wovon man die meiste Zeit aber nicht viel mitbekommt. Der Alte liegt viele Tage tot unter einem Tuch in seinem Bett, und Marcela schleppt Rosen an, Duftspray und einen Ventilator, um den Geruch zu vertreiben. Dann sitzt sie still in der Küche und wartet.

    Mit der Zeit wird dieser Mangel an Bewegung im Film langweilig. Es gibt nur noch spärliche Begegnungen, die kurz für Spannung sorgen oder den zähen Fluss auflockern. Vor allem die ältere Prostituierte, gespielt von Fanny de Castro, die Amador einmal die Woche aufsuchte und nach seinem Tod zu Marcelas Verbündeter wird, sorgt für einige interessante Dialoge mit Marcela. Aber irgendwann fragt man sich, warum man weiterhin in der Wohnung des Toten ausharren sollte, um zu schauen, ob Marcelas Rechnung aufgeht. Da hilft es auch nicht mehr viel, dass der Schluss mit einigen Überraschungen aufwartet.

    Fazit: Der zarte Charme einer Begegnung zweier ungleicher Menschen und das Rätselhafte, das "Amador und Marcelas Rosen" auszeichnet, weichen bald einem zähflüssigen Verlauf.
  • Humanistisches Immigrantendrama mit einem Touch schwarzer Komödie vom „Princesas“-Regisseur, getragen von der fabelhaften Magaly Solier.

    Seinem Ruf als spanischer Ken Loach ergänzt Fernando León de Aranoa („Montags in der Sonne“), indem er seinen Sozialrealismus in eine würdevolle Erzählung von großer Ruhe bettet und in Prisen schwarze Komödie und magischen Realismus hinzufügt. Der sensible Blick von Ramiro Civitas Kamera ruht fast immer auf der zarten Peruanerin Magaly Solier („Altiplano“), deren melancholische Präsenz erneut problemlos einen Film trägt. So ist „Amador“ ein würdiger Nachfolger von „Princesas“, der mit seiner Unaufdringlichkeit überwältigt.

    Als bolivianische Einwanderer hausen Rosenverkäufer Nelson und seine Partnerin Marcela (Solier) in einer schäbigen Einzimmerwohnung in Madrid und leben in permanenter Geldsorge. Die in sich gekehrte, unglückliche Marcela will fort, entscheidet sich aber um, als sie ihre Schwangerschaft entdeckt. Dies verheimlicht sie dem achtlosen Nelson, der wegen seines Traums vom eigenen Blumenladen blind für alles andere ist. Als sie den bettlägrigen Alten Amador (Celso Bugallo aus „Das Meer in mir“) pflegen soll, solange dessen Angehörige fort sind, begegnen sich zwei Einsame, die bald ihre Geheimnisse teilen. Kaum sprießt zwischen dem kratzig-weisen Mann und der bedrückten jungen Frau eine Freundschaft, verstirbt er jäh. Doch Marcela kann wegen ihrem Ungeborenen auf das Geld nicht verzichten und lässt Amador für alle anderen vorerst weiterleben – auch wenn die Wohnung bald ziemlich streng riecht.

    Diese Gefühlslagen, von Solier in einer bewegenden Leistung nachvollziehbar gemacht, sind eingebettet in ein Märchen, das doch realitätsnah bleibt. Es verbinden sich Sozial-Kommentar, trockene schwarze Komödie und der Gewissensnotstand einer tiefgläubigen Katholikin auf hintergründige Weise. Die Kamera dieser „Lügen und Geheimnisse“ übersetzt Marcelas Gedanken in Bilder, während de Aranoas Drehbuch stilvolle Metaphern für jemanden findet, der innerlich aufgewühlt darauf wartet, sein Herz auszuschütten und das Puzzle des Lebens mühsam zusammenzusetzen. Wenn Amador und Marcela über das Dasein sinnieren, ist das Poesie, im Kontrast zum profanen, fantasielosen Nelson. Amadors Ansprache an ihr Ungeborenes kann man getrost als einen der ergreifendsten Momente des Kinojahres in dieser Arthaus-Blume der schönsten Sorte bezeichnen.

    tk.

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