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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Kuztext:

      Es ist doch nur ein Spiel. Als Laura und Clemens bei ihrem Urlaub auf die nette Familie treffen, die das Strandhaus nebenan gemietet hat, beschließt Laura ganz spontan, von nun an so zu tun, als sei sie blind. Clemens findet das nicht gut, spielt aber mit. Zunächst verläuft alles problemlos. Man freundet sich an, man führt nette Gespräche. Doch Laura steigert sich immer mehr in ihre Rolle hinein. Bis Clemens nicht mehr mitspielen will. Eine Beziehung im Stillstand. Das ist der Ausgangspunkt des Films von Nele Mueller-Stöfen, der in 19 Minuten eine unglaublich dichte Geschichte sehr leicht und beiläufig erzählt. Laura Tonke und Fabian Busch verleihen ihren Figuren etwas Vielschichtiges, ihre Blicke, die knappen Dialoge und die Interaktionen werden bestimmt von ganz vielen Zwischentönen, die die Kamera geschickt einfängt. Maren Eggert und Peter Jordan als Ehepaar von nebenan bieten den perfekten Gegenpart zum gespielten Glück von Laura und Clemens. Auch in ihrer Beziehung spiegeln sich Langeweile und Routine. Es ist eine Aussicht auf die Zukunft, vor der Laura und Clemens sich fürchten und auf die sie doch immer stärker zusteuern. Und kein Rollenspiel kann das verhindern. Das Ende von AM STRAND setzt einen überraschenden Schlusspunkt. Und lässt Laura mit einem direkten hilfesuchenden Blick in die Kamera zurück. Ein fein beobachteter und überzeugend gespielter Film über eine Beziehung in der Krise. Stimmig, komplex und spannend.

      Jurybegründung:

      Der Urlaub am Meer zieht sich durch die Filmgeschichte als Handlungsgerüst für Erzählungen von zwischenmenschlichen Beziehungen, von Paaren, die sich an diesem Ort, wo eher die Ungezwungenheit zu Hause ist, plötzlich richtig kennen zu lernen scheinen. Davon macht auch AM STRAND Gebrauch. Der Film wählt hierzu eine interessante Variation. Fabian Busch und Laura Tonke spielen ein Paar (Clemens und Laura), das in ihrem Urlaub ein anderes verheiratetes Paar mit Kindern kennen lernt. Weil Laura schnell langweilig zu werden scheint, tut sie so, als sei sie blind. Anfangs spielt Clemens das Spiel widerwillig mit, doch entsteht eine Eigendynamik, die ihm nicht mehr behagt. Bei diesem permanenten „so tun als ob“, einem Schauspielen im Sinne einer vorsätzlichen Täuschung, fühlt er sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Es kommt zum Konflikt zwischen ihm und Laura und der Film lässt es offen, ob die Beziehung noch zu retten ist.

      Der Film folgt einer klaren Idee und spinnt diese dramaturgisch durchdacht aus. Erzählt wird viel über das Spiel der sehr guten Darsteller und über Zwischentöne. Es sind kleine Gesten, die etwas erzählen, kurze Blicke, die etwas über die Beziehungen aussagen. Kamera und Montage sind unauffällig, unterstützen aber optimal die Erzählweise. Die Dialoge sind überzeugend geschrieben, lassen vieles in der Schwebe und charakterisieren die Figuren mehr implizit als explizit. Die Atmosphäre eines eher langweiligen Urlaubsorts, wo der Gang zum zuvor noch ersehnten Strand schnell in Routine mündet, wird sehr gut verwendet, um von Beziehungen und Liebe zu erzählen.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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