Filmhandlung und Hintergrund

Exzellentes Drama: Eine U-Bahn-Fahrerin, vor deren Zug sich eine Selbstmörderin geworfen hat, nimmt voller Schuldgefühle Kontakt zu Ehemann und Sohn der Toten auf.

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Darsteller und Crew

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    Kritikerrezensionen

    • Am Ende des Tunnels: Exzellentes Drama: Eine U-Bahn-Fahrerin, vor deren Zug sich eine Selbstmörderin geworfen hat, nimmt voller Schuldgefühle Kontakt zu Ehemann und Sohn der Toten auf.

      Ein Mal, ein einziges Mal lächelt die Frau: unmittelbar, bevor sie sich auf den Weg zur U-Bahn-Station macht, wo sie ihrem Leben ein Ende setzt. Das Schicksal der U-Bahn-Führerin ist ihr egal. Sie breitet die Arme aus, um den Tod willkommen zu heißen; ein Anblick, den die Fahrerin nie wieder vergessen wird.

      Mit „Am Ende des Tunnels“ ist Dror Zahavi ein Film gelungen, den man ebenfalls so rasch nicht vergisst. Ungemein behutsam erzählt er die Geschichte von Silke Frank (Ulrike Kriener), die mit einem Ereignis klar kommen muss, dass sich für Fahrgäste hinter der anonymen Amtsbezeichnung „Personenschaden“ verbirgt. Mit Hilfe einer fast zärtlich zurückhaltenden Musik (Jörg Lemberg), einer außergewöhnlichen Bildgestaltung (Gero Steffen) und vor allem exzellenter Darsteller gelingt es Zahavi, der Verarbeitung des Selbstmordes jede Form von Spekulativität zu nehmen. Das Drehbuch zu „Am Ende des Tunnels“ stammt von Georg Weber (es ist sein erstes für einen Fernsehfilm), dem Mann von Ulrike Kriener.

      Im Zentrum der Handlung stehen zunächst Silke und ihr Ehemann Albert (Armin Rohde), der sich rührend um sie kümmert, dessen Verständnis aber rapide abnimmt, je mehr sich Silke zurückzieht. Die Beziehung endet im vorläufigen Eklat, als Silke vergisst, den Badewannenhahn abzudrehen und das gerade erst mühsam renovierte Haus unter Wasser setzt.

      Parallel dazu zeigen Zahavi und Weber, wie Andreas, der Mann der Selbstmörderin (Günther Maria Halmer), und sein Sohn Tobias (Clemens Jakubetz) mit dem Verlust klarkommen. Tobias, nicht minder verschlossen als Silke, geht dabei seinen eigenen Weg, der ihn schnurstracks zur U-Bahn führt. Silke wiederum sucht die Nähe zu Andreas, ohne sich allerdings zu erkennen zu geben. Die beiden kommen sich näher; doch dann verlangt Tobias ein Gespräch mit dem Fahrer der U-Bahn, die seine Mutter getötet hat.

      Wunderbarerweise benötigen Weber und Zahavi kaum Worte, um die Gefühlslage der Figuren zu verdeutlichen. Gerade bei Silke genügen schlichte Doppelbelichtungen, um zu zeigen, wie sehr die U-Bahn-Fahrerin aus der Spur geraten ist. Zeitlupensequenzen unterstreichen zudem, dass ihr Leben nun anderen Regeln als jenen des Fahrplans gehorcht. Mit klaren, kühlen Bilder illustriert Kameramann Steffen zudem die Großstadtkälte, die für Einzelschicksale keine Zeit hat. Und so einfühlsam, ohne je sentimental oder kitschig zu werden, wie der Film die Folgen des Schicksalsschlages schildert, bringt er das Drama auch zu einem guten Ende; irgendwie gelingt es allen zu lernen, mit dem Tod zu leben. tpg.

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