Filmhandlung und Hintergrund

Komplexer Thriller über den Zusammenhang von realer und fiktionaler Gewalt, von Wim Wenders inszeniert.

Mike Max hat sich seinen hohen Lebensstandard durch die Produktion von brutalen Gewaltfilmen erarbeitet. Als er mit realer Gewalt konfrontiert wird - zwei Killer sind ihm auf den Fersen -, muß der gutsituierte Produzent fliehen. Er findet Unterschlupf bei einer mexikanischen Familie. Von hier aus macht er sich auf die Suche nach den Mord-Auftraggebern.

Der Produzent Mike Max , um dessen Ehe es nicht zum Besten steht, wird von Unbekannten gekidnappt. Nachdem es ihm gelungen ist, sich zu befreien, taucht der Hollywod-Tycoon bei mexikanischen Einwanderern unter. In der Folge versucht er nun, den Hintermännern des Verbrechens auf die Spur zu kommen und gerät dabei in ein hochbrisantes Polit-Komplott. Darin verstrickt sind das FBI, der Ex-NASA-Wissenschaftler Bering und die Polizei in Gestalt von Detective Block, der Max für den Mörder der inzwischen getöteten Entführer hält.

Einem Produzenten von Gewaltfilmen sind zwei Killer auf den Fersen. Komplexer Thriller über reale und fiktionale Gewalt von Wim Wenders geschickt in Szene gesetzt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Am Ende der Gewalt: Komplexer Thriller über den Zusammenhang von realer und fiktionaler Gewalt, von Wim Wenders inszeniert.

    Cannes-Veteran Wim Wenders, der 1984 die Goldene Palme für „Paris, Texas“ erhielt und 1993 den Großen Preis der Jury für „In weiter Ferne, so nah“, kam in diesem Jahr zu großen Ehren: Sein neuester Film „The End of Violence“, eine Reflektion über das Gewalt-Phänomen ohne gewalttätige Bilder, wurde im Rahmen der Gala zum 50-jährigen Jubiläum uraufgeführt.

    Da sich die Planung zu Wenders Sci-Fi-Projekt „The Billion Dollar Hotel“ verzögerte, wollte der 51-jährige nicht „tatenlos herumsitzen“. Das Drehbuch von Nicholas Klein war in sechs Wochen fertig, einen Monat später begannen schon die 27-tägigen Dreharbeiten. Und mit nur fünf Millionen Dollar gelang ein Low-Budget Hollywood-Movie mit Stars wie Bill Pullman und Andie MacDowell.

    In L.A. ist diese verschachtelte Geschichte über die Wechselwirkung von realer Gewalt und Kinogewalt angesiedelt, an der Nahtstelle zwischen Arm und Reich, dort wo sich die Berühmtheiten in ihren noblen Häusern verbarrikadieren, während auf der Straße kriegerische Banden den Ton angeben. Im Mittelpunkt stehen Mike Max (Bill Pullmann), der es als Produzent von Gewaltfilmen zu einer Villa in Malibu und einer schönen, aber gelangweilten Ehefrau (Andie MacDowell) gebracht hat, und der Wissenschaftler Ray Bering (Gabriel Byrne), der von einem geheimen FBI-Observatorium aus die ganze Stadt mit der Videokamera kontrolliert. Max übersteht einen Mordanschlag zweier gedungener Killer und taucht bei einer mexikanischen Familie unter, um den Auftraggeber herauszufinden. Bering konnte zufällig die Aktion auf seinem Monitor verfolgen und gerät selbst ins Fadenkreuz der Drahtzieher. Das ganze Puzzle auflösen will Detective Doc Block (Loren Dean).

    Zwischen Thriller und theoretischem Konstrukt bewegt sicht dieses Film-Essay über die Entstehung von Aggressionsbereitschaft. Wenders arbeitet auf verschiedenen Ebenen, verknüpft - wie Altman in „Short Cuts“ - verschiedene Handlungsstränge und Personen, die alle nur durch eins verbunden sind: durch die ganz alltägliche Gewalt. Wenders wollte „einen Film über Gewalt machen, aber keinen gewalttätigen Film“. So verzichtet er auf brutale Bilder, aber dennoch ist Gewalt immer präsent, auch wenn man sie nicht direkt sieht. Sie funktioniert wie in einem Videospiel auf Monitoren und in den Köpfen der Zuschauer. Mit manchmal spitzfindigen Dialogen und unterschwelligem Humor bricht Wenders immer wieder die etwas pädagogisch formulierte Kritik an der schönen neuen Medienwelt und dem „Big Brother“. Seine einfache Botschaft lautet: Gewalt läßt sich nicht mit Gewalt bekämpfen, die Bilderlieferanten, sprich Regisseure, tragen Verantwortung, der Teufelskreis muß unterbrochen werden. Das intelligente Vexierspiel weckt Irritationen, wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Vielleicht auch deshalb, weil die Autoren erst die Biografien der Figuren entwickelten und dann die Geschichte. Wem einiges kryptisch bleibt, der sollte zumindest die eindrucksvollen Bilder genießen. Für die Wenders-Gemeinde und neugierige Cineasten ist „The End of Violence“ ein Muß, ein moderater Erfolg an der Kinokasse wäre durchaus möglich. mk.

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