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Alles Isy

  

Filmhandlung und Hintergrund

Das gerade von den jungen Darstellern toll gespielte Drama erzählt von einer Sommerparty, die mit einer mehrfachen Vergewaltigung endet. Der Titel klingt nach witzigem Wortspiel, entpuppt sich angesichts der Geschichte aber als grimmige Doppeldeutigkeit. Der Film beginnt mit einem Elternabend: Eine Sommerparty ist völlig aus dem Ruder gelaufen, nachdem die Feier auf Facebook bekannt wurde. Die Ereignisse schildern...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das gerade von den jungen Darstellern toll gespielte Drama erzählt von einer Sommerparty, die mit einer mehrfachen Vergewaltigung endet.

    Der Titel klingt nach witzigem Wortspiel, entpuppt sich angesichts der Geschichte aber als grimmige Doppeldeutigkeit. Der Film beginnt mit einem Elternabend: Eine Sommerparty ist völlig aus dem Ruder gelaufen, nachdem die Feier auf Facebook bekannt wurde. Die Ereignisse schildern Max Eipp und Mark Monheim, die sich Buch und Regie geteilt haben, in langer Rückblende: Der 16jährige Jonas (Michaelangelo Fortuzzi) himmelt die attraktive Mitschülerin Isabel (Milena Tscharntke) an. Sie mag ihn auch, aber eher als Kumpel; verliebt ist sie in einen anderen und prompt am Boden zerstört, als sie ihn beim Knutschen mit seiner Ex erwischt. Freundin Nora (Runa Greiner) bietet ihr eine „Gute Laune“-Pille an. Isy nimmt gleich zwei und das Schicksal seinen Lauf: Der ältere Lenny (Ludwig Simon) stachelt den betrunkenen Jonas und einen weiteren Jungen an, sich über das völlig weggetretene Mädchen herzumachen; er selbst geht mit schlechtem Beispiel voran. Am nächsten Tag fühlt sich Isy wie nach einem Autounfall, aber sie hat keinerlei Erinnerungen an den Abend. Eine Frauenärztin (Clelia Sarto) stellt fest, dass sie entweder „ziemlich heftigen Geschlechtsverkehr“ hatte oder vergewaltigt worden ist. Isys geschiedene Mutter Bea (Claudia Mehnert) will zur Polizei, aber das Mädchen hat panische Angst davor, als „Schulschlampe“ zu gelten, wenn die Kunde die Runde macht. Der von vehementen Gewissensbissen geplagte Jonas vertraut sich seiner Mutter Carola (Claudia Michselsen) an. Als sein Vater Richard (Hans Löw), ein Staatsanwalt, von dem Vorfall erfährt, rastet er erst mal aus. Dann wird ihm klar, dass nicht nur die Zukunft seines Sohnes, sondern auch die eigene Karriere gefährdet ist.

    Die Rollen der Oberschichteltern sind etwas klischeehaft geraten: Carola reagiert emotional und strebt nach Aufrichtigkeit, während es dem rationalen Richard in erster Linie um Schadensbegrenzung geht; die entsprechenden Auseinandersetzungen münden in eine Ehekrise, bei der zum Vorschein kommt, was schon lange schwelte. Das mag realitätsnah sein, aber es wäre trotzdem nicht verboten, diese Ebene auch mal zu variieren, selbst wenn Claudia Michelsen und Hans Löw ihre Figuren mit großer Glaubwürdigkeit spielen. Beeindruckender als die Erwachsenen (in einer winzigen Zwei-Satz-Rolle wirkt außerdem Aleksandar Jovanovic mit) sind ohnehin die Leistungen der Jugendlichen. Die Darsteller sind perfekt ausgewählt und von Eipp und Monheim vorzüglich geführt worden. Der schauspielerisch kaum erfahrene Michaelangelo Fortuzzi versieht Jonas mit genau der richtigen Mischung aus Schüchternheit, Sensibilität und Verträumtheit, die ihn trotz seiner Tat sympathisch bleiben lässt. Ludwig Simon, Sohn von Maria Simon und Devid Striesow, hat im Vergleich zu Fortuzzi schon eine eindrucksvolle Filmografie vorzuweisen und spielt den charismatischen und extravertierten Lenny als Jonas‘ genaues Gegenteil; der junge Mann ist einer dieser Typen, vor denen Mütter ihre Töchter warnen, und zieht mit seiner Virilität sogar Carola in seinen Bann. Ähnlich wie die beiden jungen Männer wird auch Milena Tscharntke garantiert ihren Weg gehen. Sie hat als Opfer nur scheinbar die leichteste Rolle des Trios: Isy ist zwar völlig neben der Spur, aber das liegt vor allem am Filmriss; ihre größte Sorge gilt ihrem Image. In dieser Hinsicht ist die Geschichte sicher eine Gratwanderung, weil zumindest unterschwellig die fragwürdige Botschaft mitschwingt, dass alles halb so wild sei: ohne Erinnerung kein Trauma. Immerhin haben Eipp und Monheim sorgfältig darauf geachtet, dass die Vergewaltigungsszene nicht auch noch voyeuristisch wirkt. tpg.
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