Alles für meinen Vater

  1. Ø 2.5
   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Alles für meinen Vater: Ergreifendes Drama um einen palästinensischer Selbstmordattentäter, der mit seinem Gewissen ringt.

Um die verlorene Ehre seines Vaters zu retten, lässt sich der junge Palästinenser Tarek (Shredi Jabarin) von Freunden einer Terrororganisation nach Israel fahren, um sich auf einem Markt in Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Das Selbstmordattentat misslingt, weil der Zünder versagt und da Sabbat ist, muss Tarek warten. So lernt er den Elektrohändler Katz (Shlomo Vishinsky) kennen, der um seinen in der Armee gestorbenen Sohn trauert, und die rebellische Keren (Hili Yalon).

Bittersüßes Drama um einen palästinensischen Selbstmordattentäter, der den Tod sucht und das Leben findet. Tragik und Hoffnung liegen dicht beisammen in einer sich anbahnenden Romanze, die ein differenziertes, bewegendes Bild eines zerrissenen Landes und des Nahostkonfliktes zeigt.

Um die Ehre seines Vaters zu retten, will der junge Palästinenser Tarek sich auf einem Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen. Doch der Zünder versagt und weil Sabbat ist, muss Tarek zwei Tage warten, bis ihm der ahnungslose Elektrohändler Katz Ersatz liefert. In der Zeit lernt Tarek die Anwohner kennen und verliebt sich auch noch – in Kioskbetreiberin Keren.

Um die Ehre seines Vaters zu retten, meint der junge Palästinenser Tarek, sich auf einem Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen zu müssen. Doch der Zünder versagt und weil am nächsten Tag Sabbat ist, muss Tarek zwei Tage warten, bis ihm der ahnungslose Elektrohändler Katz Ersatz liefert. Dank der neu gewonnenen Zeit lernt Tarek den heruntergekommenen Straßenzug abseits des Glamourzentrums kennen, erfährt anrührende Schicksale und beginnt eine Romanze mit der jungen Kioskbetreiberin Keren.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Tarek sieht keinen anderen Ausweg, als mit einem Selbstmordattentat mitten auf dem Markt von Tel Aviv seine Familienehre zu retten. Die Selbstzündung misslingt und Tarek gewinnt zwei Tage Lebenszeit, in denen er die jüdische Kultur und ihre Menschen kennenlernt. Ein Reichtum sehr verschiedener menschlicher Schicksale berührt ohne Sentimentalität und Klischees. Der Attentäter, der auch zum Lebensretter wird, dem sich zahlreiche neue Perspektiven bieten und für den dennoch alles aussichtslos erscheint. Sensibler und spannender Einblick in eine uns unbekannte Welt. Intelligentes Kino, das unter die Haut geht.

    Jurybegründung:

    Die Geschichte des jungen Selbstmordattentäters Tarek, ausgewählt für einen Anschlag auf den Carmel-Markt in Tel Aviv. Ein Defekt "schenkt" der menschlichen Bombe auf der anderen Seite der Mauer zwei Tage, in denen er sein Leben und seine Entscheidung reflektiert und der "Feind" für ihn ein Gesicht bekommt.

    In dieser Filmnovelle ist die ganze Dialektik der Konfliktsituation im Nahen Osten, die so unverrückbar erscheinenden Fronten, die brisante Komplexität der Problematik, sowie die Blickwinkel der sich gegenüberstehenden Kräfte und Faktoren inhärent: ein Film mit verschiedenen Facetten.

    Ein Film, der durchaus verzweifeln lässt an der Ausweglosigkeit der Situation. Der Fundamentalismus auf beiden Seiten scheint eine Lösung ins Reich der Illusionen zu verbannen. Am Ende schließt sich dann auch der Kreis zur Tragödie.

    Aber andererseits gibt Schabat Schalom, Maradona kein apokalyptisches Tafelbild , die Erzählung birgt immer wieder Momente der Hoffnung, ist bei aller Skepsis offen für Wandlungen zur Vernunft und Toleranz. Die Utopie trägt den Namen "menschlicher Faktor".

    Schabat Schalom, Maradona ist ein politischer Film. Aber er strukturiert sich nie in Thesen oder präfabrizierten Bildklischees, die die Figuren, ihre Biografien und Gefühle ideologisch fixieren. Der Film sucht und findet ungewöhnliche Alltagsmomente, die eine Situation neu bewerten lassen oder zu überraschenden Brüchen und Wendungen führen.

    Der Regisseur vertraut auf Kraft und Magie der Bilderzählung, auf die Sinnlichkeit der Details, auf die metaphorische Nachhaltigkeit und -wirkung unverbrauchter Bilderfindungen. Mit diesen überzeugenden Tugenden gelang ein persönlicher und subtil pointiert erzählender Film zu einer sehr akuten Sujet. Es ist Dror Zahavis erste "reine" Kinoarbeit!

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Alles für meinen Vater“ ist eine deutsch-israelische Koproduktion, die den israelisch-palästinensischen Konflikt als individuelles, ergreifendes Drama erzählt. Obwohl er die todernste Thematik nicht verniedlicht, argumentiert der Film mit Witz und mit sicherer Milieuschilderung dafür, dass die Menschen zu beiden Seiten des politischen Grabens zur Versöhnung und zum guten Miteinander fähig wären.

    Der spannende Film über einen Selbstmordattentäter, der an seinen beiden letzten Lebenstagen in Tel Aviv jüdische Freunde findet, ist das Kino-Regiedebüt von Dror Zahavi, der in Deutschland bereits zahlreiche Fernsehfilme inszeniert hat. Im Zentrum der Geschichte steht eine tragische Figur. Der junge Palästinenser Tarek ist wie sein Vater ein Außenseiter in seiner Heimatgemeinde, und Tarek überwindet sich zu der Tat, um seiner Familie im Ort zu ultimativem Ruhm zu verhelfen.

    Schon am Anfang des Films wird Tareks Außenseiterstellung sichtbar, als er auf dem Rücksitz eines Autos Richtung Tel Aviv fährt. Seine beiden Begleiter reden über ein bevorstehendes Hochzeitsfest, während der Beifahrer die Sprengladung um Tareks Leib verkabelt. Tarek muss in den Minuten vor seinem geplanten Tod um eine Pinkelpause betteln und um Geld für seinen Vater.

    Dann folgt eine schockierende Szene, wie sie in Israel so ähnlich schon unzählige Male passiert ist: Tarek mischt sich auf dem Carmel Markt in Tel Aviv unter das Volk und drückt auf den Schalter unter seiner Jacke. Doch das Schicksal gewährt ihm noch einen Aufschub – der Schalter ist defekt. Tarek irrt durch das Stadtviertel und wird auf den Elektroladen von Katz aufmerksam. Man kommt ins Gespräch, und Tarek soll das Dach reparieren, bis in zwei Tagen der neue Schalter geliefert wird. Tarek verhindert den Selbstmord von Katz’ Ehefrau und hört die traurige Geschichte ihres Sohnes, der bei einer Armeeübung wegen einer grausamen Vorschrift starb.

    Das Drama bezieht viel von seinem Reiz aus der Kiezheimeligkeit des Tel Aviver Viertels, in dem Tarek seine jüdischen Bekanntschaften macht. Die Herzlichkeit und der Humor von Katz, seiner Frau und seinem Nachbarn stehen in hübschem Kontrast zur Strenge und Aufgeregtheit der jungen Männer. Besonders Shlomo Vishinski verleiht seiner gebrochenen Figur Katz und dem Film eine Menge Gelassenheit und durch Lebenserfahrung gewonnene Weitsicht.

    Katz und die junge Keren, die Tareks emotionalen Panzer durchbrechen, sind kritische Individuen, die sich gegen autoritäre Strukturen und Missstände in der israelischen Gesellschaft auflehnen. Tarek, gespielt von dem charismatischen Shredy Jabarin, entfremdet sich im Laufe der beiden Tage immer mehr von seinen Auftraggebern, und am Morgen der Entscheidung, als ihn ihr Anruf erreicht, weiß er im ersten Moment nicht mehr, worum es geht.

    Fazit: Ergreifendes Drama um einen palästinensischen Selbstmordattentäter, der in zwei Tagen in Tel Aviv jüdische Freunde findet.
  • Ein palästinensischer Selbstmordattentäter ringt mit seinem Gewissen, als er in Tel Aviv dem Leben statt dem erwarteten Tod begegnet. Ergreifendes Drama, tragisch wie hoffnungsvoll.

    Unaufhörlich schwelt der Nahost-Konflikt und gräbt tiefe Wunden in die Biografien aller Beteiligten, bis ihr Schicksal untrennbar mit der unsäglichen politischen Situation verbunden ist. Um die Ehre seines Vaters zu retten, meint der junge Palästinenser Tarek (Shredy Jabarin), sich auf einem Marktplatz in Tel Aviv in die Luft sprengen zu müssen. Doch der Zünder versagt und weil morgen Sabbat ist, muss Tarek zwei Tage warten, bis ihm der ahnungslose Elektrohändler Katz (Shlomo Vishinski) Ersatz liefert. Dank der neu gewonnenen Zeit lernt Tarek den heruntergekommenen Straßenzug abseits des Glamourzentrums kennen, erfährt anrührende Schicksale und beginnt eine Romanze mit der jungen Kioskbetreiberin Keren (Hili Yalon). Was sich absurd liest, erreicht im differenzierten Film Glaubwürdigkeit, vor allem, weil Debütant Dror Zahavi behutsam vorgeht, auf ein authentisches Umfeld und starke Darsteller baut.

    Israel zeigt sich als zerrissenes Land: Katz hat seinen Sohn verloren, der bei der Armee menschenverachtender Rekrutenschinderei zum Opfer fiel, Tarek rettet seine Frau vor dem Suizid. Keren wurde von ihrem ultra-orthodoxen Vater verstoßen, rabiate fundamentalistische Sittenwächter bedrohen sie für ihren weltlichen Lebensstil. Auch ihr rettet Tarek den Tag – dabei ist er selbst jemand, der gerettet werden muss. Er trainierte einst als Fußballtalent in einer israelischen Mannschaft, bis ihm die Einreise verweigert und sein Leben gestohlen wurde. Sein Vater gab alles auf für ihn – umsonst. Der Maradona von Nazareth scheiterte an der Realität.

    So präsentiert Zahavi gebrochene Menschen, die zwischen Todessehnsucht und Lebensmut schwanken. Eine tiefe Melancholie liegt über ihrem Dasein, das sie aber mit unbeschwerter Streitlust und Vitalität meistern – die jüdische Kultur wird zur Basis eines möglichen Neuanfangs, von dem Tarek und Keren in einer beginnenden Romanze träumen dürfen. Das wirkt zeitweilig wie ein modernes Märchen, aber das unbarmherzige Ende holt einen rechtzeitig auf den Boden der bitteren Tatsachen zurück: Tarek steckt in einer Zwangslage, aus der es keinen Ausweg gibt. Sein Sprengstoffgürtel lässt sich nicht mehr abmontieren und er wagt es nicht, sich jemanden anzuvertrauen. Im Vergleich zu „Paradise Now“ ist „Alles für meinen Vater“ offener, zugänglicher und publikumsnäher. Ein weiteres famoses Beispiel für die aktuelle Blüte des israelischen Kinos. tk.

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