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Alice im Weihnachtsland

Alice im Weihnachtsland: Sympathische Romanze, die einen völlig unerwarteten Haken schlägt und deren Hauptdarstellerin ein Knüller ist.

Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Sympathische Romanze, die einen völlig unerwarteten Haken schlägt und deren Hauptdarstellerin ein Knüller ist.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Alice im Weihnachtsland: Sympathische Romanze, die einen völlig unerwarteten Haken schlägt und deren Hauptdarstellerin ein Knüller ist.

    Sympathische Romanze, die einen völlig unerwarteten Haken schlägt und deren Hauptdarstellerin ein Knüller ist.

    Die Liebesgeschichten sonntags im ZDF orientieren sich gern an zwei Handlungsmustern: Junge Frau kehrt in die alte Heimat zurück und läuft prompt ihrer Jugendliebe über den Weg; oder sie ist verlobt und lernt einen Mann kennen, der viel besser zu ihr passt. Manchmal sind die beiden Männer auch beste Freunde oder gar Brüder, was die emotionale Gemengelage natürlich zusätzlich verkompliziert. „Alice im Weihnachtsland“ ist zwar weder ein Pilcher- noch ein Lindström-Film, folgt aber trotzdem offenkundig einem der beiden Schemata: Die attraktive Titelheldin Alice (Aybi Era) ist Köchin in einem angesagten Hamburger Fischrestaurant und seit drei Monaten mit ihrem Freund Nicolas Huber (Daniel Gawlowski) zusammen. Er schlägt ihr vor, die Weihnachtstage bei seinen Eltern in Oberstdorf zu verbringen. Als er wegen eines kurzfristigen Auftrags den Zug verpasst, bittet er sie, schon mal allein nach Bayern zu fahren. Am Bahnhof trifft sie praktischerweise auf Jakob (Jochen Matschke), Nikkis Bruder. Hanna und Toni Huber (Jutta Speidel, August Schmölzer) haben einen Gasthof und entpuppen sich als ungemein liebenswert. Bloß Jakob, ebenfalls Koch, bleibt auf Distanz. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau ist er mit seinen beiden Kindern wieder nach Hause gezogen und hat die Küche des Lokals übernommen. Die berufliche Ebene sorgt für eine gemeinsame Basis, und was Trauer heißt, weiß Alice, deren Eltern bei einem Verkehrsunfall gestorben sind, aus eigener Erfahrung. Mit Jakobs Kindern versteht sie sich prima, und so würde einer Romanze nichts im Wege stehen, wenn da nicht noch Nikki wäre.

    Bis zur Heimkehr des Bruders etwa in der Mitte des Films folgt „Alice im Weihnachtsland“ der erwartbaren Dramaturgie. Regisseurin Petra K. Wagner und Kameramann Peter Polsak zeigen das tief verschneite Oberallgäu von seinen schönsten Seiten, der unvermeidliche Christmas-Pop sorgt für Weihnachtsstimmung, die Innenaufnahmen verbreiten viel urige Gemütlichkeit. Auch das Ensemble ist sehenswert: August Schmölzer, in Heimatdramen und -krimis gern als Grantler oder Schurke besetzt, ist ein idealer Groß- und Schwiegervater. Jutta Speidel hat eine etwas differenziertere Rolle, weil Hanna gern bestimmt, wo’s langgeht, und nichts unversucht lässt, um Jakob zu dessen Verdruss mit Fischhändlerin Desna (Sushila Sara Mai) zu verkuppeln. Jochen Matschke schließlich sorgt dafür, dass der anfangs miesepetrige und keineswegs begehrenswerte Bruder nach und nach auftaut.

    Unbedingt sehenswert ist allerdings Aybi Era („Notruf Hafenkante„): Die gebürtige Berlinerin verkörpert die Köchin mit einer unbeschwerten Unbekümmertheit, die bei männlichen Zuschauern eine Schockverliebtheit auslösen könnte; einem älteren Publikum wird womöglich ein vierzig Jahre alter UKW-Hit aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle mit dem Refrain „Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen“ in den Sinn kommen. Der noch größere Knüller des Films ist allerdings die völlig unerwartete Wende, die die Geschichte nimmt. Schon die Idee, die Heldin allein bei den bis dahin unbekannten Schwiegereltern eintreffen zu lassen, ist originell; aber selbst „Herzkino“-Fans werden einräumen müssen, dass dem Drehbuchduo Arnd Mayer und Claudia Matschulla mit dem Haken, den die Handlung schlägt, eine echte Überraschung gelungen ist.

    Links und rechts vom roten Faden hat der Film zudem sympathische Seitenstränge zu bieten, etwa die Besuche von Alice bei ihrem Nachbarn Christian, den sie regelmäßig mit Resten aus der Restaurantküche versorgt; eine schöne Ersatzvaterrolle für Peter Franke. Bühnenreif ist dagegen eine Musical-Einlage von Nina Hoger und Ilja Richter als Berliner Schauspielerehepaar, das sich in Oberstdorf zur Ruhe gesetzt hat. Der Auftritt hat zwar nur indirekt mit der eigentlichen Handlung zu tun, ist aber ausgesprochen vergnüglich.

    Tilmann P. Gangloff.
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