Adel Dich

  1. Ø 0
   2011
Adel Dich Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Adel Dich: Schwarzhumorige Liebeskomödie, angesiedelt in der bayrischen Adelswelt.

Lokalreporter Wendel hatte immer das irritierende Gefühl, in der falschen Familie zu leben. Als er sich nach dem Tod der Mutter endlich traut, einen entsprechenden Test durchführen zu lassen, wird aus der Vermutung Gewissheit. Rasch findet er raus, dass in jener Kriegsnacht 1944 in seinem Geburtskrankenhaus nur ein weiterer Junge zu Welt gekommen ist: Der spätere Graf Lorenz von Felsen-Hepp hat das Leben geführt, das eigentlich Wendel zustand; und jetzt will er es zurückhaben.

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Kritikerrezensionen

  • Eine abwechslungsreiche und komplexe Geschichte, in der Elmar Wepper in der Rolle eines Mannes glänzt, der bereit ist, sein Leben neu zu erfinden.

    Irgendwann im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend waren die meisten Menschen mal überzeugt, sie seien bei der Geburt vertauscht worden. Mädchen träumen sich dann gern in ein Leben als Prinzessin hinein. Mit dem Ende der Pubertät verflüchtigen sich auch die Wunschvorstellungen. Bei dem Helden dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte von Gerlinde Wolf aber hat sich die Überzeugung über sechs Jahrzehnte lang gehalten: Er hatte stets das irritierende Gefühl, in der falschen Familie zu leben. Als er sich nach dem Tod der Mutter endlich traut, einen entsprechenden Test durchführen zu lassen, wird aus der Vermutung Gewissheit. Weil Wendel (Elmar Wepper) früher Lokalreporter war, ist der Rest ein Kinderspiel. Rasch findet er raus, dass in jener Kriegsnacht 1944 in seinem Geburtskrankenhaus nur ein weiterer Junge zu Welt gekommen ist: Der spätere Graf Lorenz von Felsen-Hepp hat das Leben geführt, das eigentlich Wendel zustand; und jetzt will er es zurückhaben.

    Schon allein die Grundidee ist originell, und trotzdem ist sie beinahe bloß ein Vorwand, um diverse eigentümliche Figuren aufeinander treffen zu lassen. Als sich Wendel auf die Spuren seiner Ahnen begibt, begegnet er in Gräfin Walli einer eigenwilligen Person, die ihn auf Anhieb fasziniert; selbst wenn er sie zunächst für die Haushälterin hält. Gisela Schneeberger hat schon in Wolfs Adaption des Ingrid-Noll-Romans „Ladylike“ von den bösen Dialogen der Autorin profitiert, und auch Gräfin Walli sorgt mit scharfer Zunge dafür, dass man ihr mit besonderem Vergnügen lauscht. Ebenfalls liebevoll ausgedacht sind die womöglich noch boshaftere Haushälterin der gräflichen Familie (Bibiana Zeller), deren maßgeblicher Anteil am einstigen Babytausch schließlich zu einer weiteren überraschenden Wendung führt, Wendels bester Freund Louis (Wolfgang Böck), der ein heimliches Verhältnis mit Wendels Ex-Frau (Rita Russek) hat, und schließlich selbstredend der Pseudo-Graf, den Friedrich von Thun mit großem Spaß an der Maskerade in einer ebenso vergnüglichen wie kurzen Gastrolle verkörpert.

    Tim Trageser würzt die abwechslungsreiche Handlung mit hübschen Anschlüssen und harmlosen Slapstick-Momenten, die vor allem deshalb komisch sind, weil Elmar Wepper sie mit großer Würde spielt. Er ist ohnehin eine wunderbare Besetzung für die Rolle dieses Mannes, der bereit ist, sein Leben neu zu erfinden. Trotzdem lebt der Film in erster Linie von der komplexen Geschichte, die auch deshalb so viel Spaß bereitet, weil man dank diverser Andeutungen immer wieder spekulieren kann, wie sich die Handlung wohl weiterentwickelt. So kann man zum Beispiel im Foto von Wendels früh verstorbenem Vater den späteren Grafen Lorenz erkennen, der wiederum das Opfer einer Sparmaßnahme wird, weil Wallis Zimmermann den Rittersaal des Schlosses mit marodem Material aus alten DDR-Beständen renoviert hat. tpg.

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