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Across the River

Oltre il guado: Italienischer Horrorfilm über einen Naturforscher, der im Wald auf ein verlassenes Dorf stößt.

Poster Across the River

Across the River

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  • Kinostart: 08.05.2014
  • Genre: Drama
  • Produktionsland: Italien
  • Filmverleih: Drop-Out Cinema

Handlung und Hintergrund

Naturforscher Marco Contrada dokumentiert die Population von Wildschweinen und anderen Waldbewohnern in der menschenleeren italienisch-slowenischen Grenzregion. Als er gerade noch einen vom Regen anschwellenden Bach überqueren kann, ist ihm der Rückweg versperrt und er muss in der hügeligen Wildnis in einem verlassenen Dorf am Fuße der Berge Zuflucht suchen. Dort geht er seiner Arbeit nach und hofft auf Hilfe, muss aber feststellen, dass in den verfallenen Gemäuern nachts nicht nur Wildtiere rumoren, sondern auch die Geister zweier verfluchter Mädchen.

Darsteller und Crew

  • Marco Marchese
  • Renzo Gariup
  • Lidia Zabrieszach
  • Lorenzo Bianchini
    Lorenzo Bianchini
  • Michela Bianchini
  • Omar Soffici
  • Gianluigi Perrone
  • Daniele Trani
  • Stefano Sciascia

Kritiken und Bewertungen

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1 Bewertung
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Kritikerrezensionen

    1. Auch mit seinem dritten Low-Budget-Langfilm "Across the River" bleibt Regisseur Lorenzo Bianchini ("Occhi") der in Italien lange brach liegenden Horror-Tradition treu. Erneut betätigte er sich neben der Regie noch als Co-Autor, Cutter und Nebendarsteller bei einer unheimlichen, minimalistischen Spukgeschichte. Im Wesentlichen handelt es sich bei dem Werk um ein Ein-Personen-Drama um einen von der Außenwelt abgeschnittenen Ethnologen, der auf ein bis in den 2. Weltkrieg zurückreichendes Geheimnis stößt. Als weitere Figuren treten lediglich ein Suchtrupp und ein altes Ehepaar auf, von dem der Mann unheilschwangere Dinge über zwei verfluchte Schwestern raunt ("Die Vergangenheit ruht nie"). Erzählt wird das düstere Geschehen teilweise über die Infrarot- und Überwachungskameras des Forschers, was ansatzweise an Look und Stimmung von "The Blair Witch Project" erinnert

      Gerade der isolierte Schauplatz samt dem Sounddesign und einer ausgefeilten Fotografie mit Hell-Dunkel-Kontrasten gehören zur großen Stärke des langsamen Kammerspiels. Allmählich wird eine berückende Atmosphäre aus Bedrohung, Verlorenheit und Angst aufgebaut. Von Beginn an setzt Bianchini auf wenige Andeutungen einer drohenden Gefahr wie ein rätselhaftes Foto in dem halb verfallenen Haus oder ein treibendes Kleid im Fluss. Doch auf Dauer reichen diese sinistren Details nicht aus, um den Zuschauer zu fesseln. Lange Kamerafahrten über den Holzboden wirken auf Dauer eher redundant. Es dauert etwa bis zur Filmmitte, bevor sich etwas Spannung einstellen kann.

      Hinzu gesellt sich noch der deutliche Low-Budget-Anstrich des Films und die wenig überzeugenden Mummenschanz-Masken der Geisterzwillinge, die dem aufziehenden Grauen eher abträglich sind. Mit seinem auf dem Dresdener "Cinestrange"-Festival ausgezeichneten "Across the River" bietet Regisseur Bianchini zwar einen eindrucksvollen Beweis seines Talents, der aber gerne kürzer hätte ausfallen dürfen. Dass die Synchronisation weniger überzeugen kann, fällt angesichts der dialogarmen Story dagegen weniger ins Gewicht.

      Fazit: Das italienische Gruseldrama "Across the River" kann dank hervorragender Kameraarbeit und düsterer Atmosphäre für sich einnehmen, doch einige Längen trüben den Spannungsbogen.
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    2. Across the River: Italienischer Horrorfilm über einen Naturforscher, der im Wald auf ein verlassenes Dorf stößt.

      Minimalistisch-rätselhafter italienischer Horror, in dem ein Naturforscher im einsamen Tann auf schleichendes Grauen stößt.

      Das Setting - ein Mann verliert sich im Wald und nach allerlei unheimlichen Vorgängen den Verstand - ist klassisch, erhebt sich durch seine äußerste Reduktion auf das Wesentliche aber über die Gepflogenheiten des Genres. In seinem kleinen, stimmungsvollen Independent-Werk entwickelt der Italiener Lorenzo Bianchini („Occhi“) zwischen Arthaus, Experimentalfilm und Horror eine ganz eigene Ästhetik, der fabelhaft gelingt, eine Atmosphäre aus Einsamkeit, Düsternis und Beklemmung sorgfältig und sukzessive aufzubauen.

      Seit der wissenschaftlich Wildtiere erforschende Marco Contrada (Marco Marchese) an der menschenverlassenen italienisch-slowenischen Grenzregion einen Bach überquert hat, der durch die andauernde Schlechtwetterperiode unpassierbar geworden ist, muss er in den ungemütlichen bergigen Herbstwäldern wegen der Zuflucht suchen. Obdach findet er in einem verlassenen Dorf. In den verfallenen Mauern kriechen ihm Kälte und Angst in die Knochen, denn die nächtlichen Geräusche und Schreie stammen nicht nur von Wildschweinen, die er mit Fotofallen stellt und ihnen Spezialkameras umschnallt. Bis auf wenige so generierte Wackelbilder nutzt Bianchini eine normale Kamera, deren Impressionen fast monochrom ausfallen und mit ihren unbehaglichen, abweisenden Waldansichten zwischen „Blair Witch Project“ und „Into the Wild“ liegen. Aus dem im zweiten Weltkrieg abgebrannten, und nicht nur deshalb etwas an „Silent Hill“ gemahnenden Ruinendorf extrahiert Bianchini mit sicherem Gespür eine Geistergeschichte um zwei noch immer dort herumspukende Mädchen - eine klassische Schauermär, erzählt mit minimalistisch-modernen Methoden.

      Fast wie Robert Redford in „All Is Lost“ muss der mühelos alles Gewicht schulternde Darstellerdebütant Marco Marchese in dieser Ein-Mann-Show den Elementen, der Isolation und verzehrender Dunkelheit trotzen, die ihn seelisch zusetzen. Unterstützung erhält er durch ein paar unheimliche Schwarzweißfilme der Geister, ihren sparsam eingesetzten Sirenengesang und prägnant platzierte, bedrohliche Sounds. Verblüffend, wie man mit so wenig Mitteln und ganz ohne Kunstblut einen so wirkungsvollen Horror Vacui erzeugen und damit an eine fast schon vergessene Stärke des seit Jahrzehnten schlummernden italienischen Genrekinos anknüpfen kann.

      tk.
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