Filmhandlung und Hintergrund

TV-Katastrophenfilm um den drohenden Einsturz eines vollbesetzten Fußballstadions.

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Kritikerrezensionen

  • Abgrund - Eine Stadt stürzt ein: TV-Katastrophenfilm um den drohenden Einsturz eines vollbesetzten Fußballstadions.

    Die Inszenierung ist mitunter ähnlich übertrieben wie der Titelzusatz, doch der Thriller knüpft durchaus an andere Genre-Produktionen von Pro Sieben an.

    Der Film beginnt mit einer Szene, die bereits ein gewisses Augenzwinkern vorgibt: Ein Pärchen trifft sich zum nächtlichen Bad im Baggersee. Während die Unterwasserperspektive noch eine Bedrohung à la „Der weiße Hai“ nahe legt, verschwindet das Wasser plötzlich gurgelnd in einem Loch; zurück bleibt ein einsamer Hund. Als Tags drauf der kleine Neffe von Geologiestudentin Nina (Liane Forestieri) bei einem Beben in ein Bohrloch stürzt, schlägt sie Alarm: Messungen mit einem von ihr entwickelten Ultraschallgerät beweisen eindeutig, dass die mächtige Montan-Energie das weitverzweigte Stollensystem unter der Stadt keineswegs nach einem Grubenunglück, wie versprochen, wieder aufgefüllt hat. Nina ist sicher: Durch die Wucht der Wassermassen ist direkt unter einem Krankenhaus ein riesiger Hohlraum entstanden. Die drohende Katastrophe ist offensichtlich, aber niemand glaubt ihr. Also will sie mit einigen ehemaligen Bergarbeitern (unter anderem Oliver Stritzel und Michael Lott) eine Sprengung vornehmen, damit sich das Loch mit Sand füllt. Einer der Männer aber scheint die Rettungsaktion sabotieren zu wollen.

    Geschickt verteilt das Drehbuch (Jeanet Pfitzer, Frank Koopmann, Roland Heep) die Spannung auf mehrere Ebenen: Die Gruppe gerät in den Stollen immer wieder in Lebensgefahr, zumal der Verräter auch nicht vor Mord zurückschreckt. Für zusätzlichen Zündstoff sorgen diverse Zwischenmenschlichkeiten: Zwei der Kumpels sind in dieselbe Frau verliebt, und Sprengmeister Thomas (Marco Girnth) war bis vor wenigen Jahren noch Ninas große Liebe. Als sie entdeckt, dass ihre Berechnungen falsch waren, wird der Wettlauf gegen die Zeit noch dramatischer: Der Hohlraum befindet sich unter einem vollbesetzten Fußballstadion.

    Regisseur Sebastian Vigg hat sich für diesen Film mit diversen Folgen von „Alarm für Cobra 11“ qualifiziert (Produzent hier wie dort: Hermann Joha). Die Retter inszeniert er völlig überhöht als Hollywood-Helden, die in Zeitlupe im Gegenlicht des Sonnenuntergangs auf die Kamera zugehen. Die donnernde Musik im Stil Hans Zimmers („Gladiator“) tut ein Übriges. Allerdings ist die Logik der Handlung immer wieder mal derart löchrig, dass diese Abgründe für den Film mindestens so gefährlich sind wie der Hohlraum für die (nicht näher bezeichnete) Ruhrgebietsmetropole. Dialoge sind nicht unbedingt die Stärke des Autorenteams, aber das erwarten die Fans des Genres ohnehin nicht. Viel wichtiger ist, dass die Geschichte immer wieder überraschende Wendungen zu bieten hat und optisch überzeugt; echtes Popcorn-Fernsehen eben. tpg.

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