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Abenteuer Ruhrpott

Kinostart: 10.04.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Kinofassung von Werner Kubnys vierteiliger Dokumentarreihe über den Wandel des Ruhrgebiets und seiner Bewohner.

Menschen aus dem „Revier“ - vom Arbeitslosen über den Kulturschaffenden bis zum Konzernkapitän - kommentieren Bilder des Wandels. Die Emscher, einst Abwasserkanal für Essen und Gelsenkirchen, wird renaturiert, während nebenan die letzten Zechen ihre längst unrentablen Pforten schließen. Vier Generationen standen im Bergbau ihren Mann, die fünfte muss umdenken. Doch auf den Industrieruinen der Vergangenheit blüht längst neues Leben…

Der Ruhrpott: schwerindustriell geprägter Schmelztigel der Kulturen, wo Tauben züchtender Bergmann und pilsgetränkter Fußballstiefel einander Gute Nacht sagen. Ob die Klischees immer noch die Realität bestimmen, zeigt diese heimatkundliche Kinodokumentation von Werner Kubny auf der Basis seiner vierteiligen TV-Serie.

Menschen aus dem „Revier“ zeigen, wie sie den stattfindenden Wandlungsprozess als Arbeitnehmer, Kulturmanager oder Wirtschaftsboss erleben, welche unverwechselbaren Eigenarten sich über Generationen im „Ruhrpott“ entwickelt haben und was diesen Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen ausmacht.

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Darsteller und Crew

  • Werner Kubny
  • Günter Bäcker
  • Jörg Adams
  • Stefan Schneider
  • Frank Niehusmann

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Abenteuer Ruhrpott: Kinofassung von Werner Kubnys vierteiliger Dokumentarreihe über den Wandel des Ruhrgebiets und seiner Bewohner.

    Die Kumpel im Ruhrgebiet nehmen kein Blatt vor den Mund, verstehen sich als eine verschworene Gemeinschaft, die sich in über einem Jahrhundert gebildet hat. Der Motor des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg fing in den 80er Jahren an zu stottern, die Zechen machten zu - eine nach der anderen. Den Weg in eine neue Zukunft begleitet Werner Kubny in einem Dokumentarfilm über Menschen, die stolz sind auf ihre Region und sich den Schneid nicht abkaufen lassen.

    Sie strahlt fast etwas Mytisches aus die erste Kamerafahrt über alte Fördertürme und Zechenanlagen, die einst in den Himmel wuchsen, neue Schuttberge, Baggerschaufeln, die sich gierig in Gemäuer fressen, Wasserpfützen, in denen sich Industrie-Ruinen spiegeln. Werner Kubny machte aus der urspünglich vierteiligen Fernseh-Fassung eine Filmversion und nähert sich der Schnittstelle von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Revier, die Wiege der Industrialisierung Deutschlands.

    Da wird nicht ein Ereignis nach dem anderen chronologisch aneinandergereiht (obgleich man sich manchmal eine zeitliche Einordnung wünscht), sondern Klartext geredet. Wer als Bergmann unter Tage arbeitete, pfeift auf Small-Talk, da ist das Weltbild klar umrissen: „Eine gute Frau, ein paar gute Kinder, ein paar gute Tauben. Was willst du mehr?“. Inzwischen zerbröckelt der Mikrokosmos der Bergmann-Siedlungen. Die großen Firmen kümmern sich nicht mehr um Sanierung, aus Mietern sollen Eigentümer, das kleine Gärtchen hinterm Haus bebaut werden. Und wer nicht kaufen will oder kann, sieht sich in Kaninchenställen ähnlichen hässlichen Hochbauten verfrachtet. Das Plattmachen von Häusern und gewachsenen nachbarlichen Bindungen hat Methode. Die Schließung der Zecho Hugo in Gelsenkirchen und des Krupp Stahlwerks Rheinhausen schlug Schneisen in das Leben derjenigen, die ihren Beruf liebten, ihn nicht nur als Job betrachteten.

    Im Ruhrpott, ein Schmelztigel der Nationen, kämpfen die Menschen gegen die Veränderer mit der Abrissbirne um ihre Identität und ihre Heimat. Die Gewöhnung an die neue Konsum-Erlebniswelt, ein „Sanssouci des 21. Jahrhunderts“, braucht Zeit. Kubny wirft einen wehmütigen Blick zurück, zeigt aber gleichzeitig das Heute einer Region im Wandel, die sich neuen Strukturen öffnet, ohne die alten zu vergessen. Die lebendige Urbanität gibt Hoffnung für die Zukunft, auch wenn es schmerzt, die brachiale und endgültige Zerstörung einer Industriekultur mit ansehen zu müssen. Ein Heimatfilm, der in seiner Bedeutung weit über das Ruhrgebiet hinausgeht. mk.
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