Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentation über die amerikanische Pornoindustrie und die Menschen dahinter.

San Fernando Valley ist die amerikanische Hochburg des amerikanischen Erotikfilms schlechthin. Hier werden tagtäglich in einem ganz normalen Arbeitsalltag Pornofilme produziert und für die Filmschaffenden ist es ein „9to5“-Job wie jeder andere auch, wenn auch etwas abseits von dem, was gerne als „normal“ bezeichnet wird. In zehn Episoden werden Darsteller zu den Hintergründen ihres Berufs befragt und die Hoffnungen, Wünsche und Träume ergründet, die hinter dem Metier stehen. Eine Rolle in einem Pornofilm kann schließlich gleichermaßen ein Sprungbrett wie ein Reinfall sein.

San Fernando Valley ist die Hochburg des amerikanischen Erotikfilms. Hier werden tagtäglich in einem ganz normalen Arbeitsalltag Pornofilme produziert, für die Filmschaffenden ist es ein Job wie jeder andere auch. In zehn Episoden werden Darsteller zu den Hintergründen ihres Berufs befragt und die Hoffnungen, Wünsche und Träume ergründet, die hinter dem Metier stehen. Eine Rolle in einem Pornofilm kann schließlich gleichermaßen ein Sprungbrett wie ein Reinfall sein.

In der Hochburg des amerikanischen Pornofilms ist die Arbeit ein Job wie jeder andere auch. Die Darsteller äußern sich zu den Hintergründen, Hoffnungen, Wünschen und Träumen. Lebensnaher, nüchterner Episodenfilm von Jens Hoffmann.

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Darsteller und Crew

  • Sasha Grey
    Sasha Grey
  • Belladonna
    Belladonna
  • Mark Spiegler
    Mark Spiegler
  • Mia Rose
    Mia Rose
  • Otto Bauer
    Otto Bauer
  • Audrey Hollander
    Audrey Hollander
  • Roxi Devill
    Roxi Devill
  • Jens Hoffmann
    Jens Hoffmann
  • Cleonice Comino
    Cleonice Comino
  • Christopher Klotz
    Christopher Klotz
  • Kai Schröter
    Kai Schröter
  • Alex McGowan
    Alex McGowan

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Im Grunde bleibt Dokumentarfilmer Jens Hoffmann der Ausrichtung seiner bisherigen Arbeiten treu. Wo zuvor Extremsportarten wie Freestyle-Skifahren oder Base-Jumping (in „20 Seconds of Joy“) im Mittelpunkt standen, dreht sich „9 to 5 – Days in Porn“ ebenso um eine extreme Lebensart. Für seine Studie über die Sexbranche filmte der Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur in Personalunion nicht nur in Amerika, sondern gleichfalls in Deutschland, Frankreich und Tschechien. In der finalen Kinofassung von 96 Minuten beschränkt er sich aus dramaturgischen Gründen allerdings auf das sonnige San Fernando Valley und seine Bewohner, die mit extremem Sex ihren Lebensunterhalt bestreiten. (Die ursprüngliche Fassung von 113 Minuten enthielt etwa Sequenzen mit Pornostar Julie Silver und ihrem deutschen Freund, einem Produzenten, wie man auf der Internetseite des Films in einem Ausschnitt erkennen kann.)

      Im Mittelpunkt stehen Pornostar Belladonna, die für ihre drastischen Spielarten an der Grenze zur körperlichen Gewalt berüchtigt ist, und der korpulente Manager Mark Spiegler, der zahlreiche Mädchen vermarktet und an aktuelle Produktionen vermittelt. Nach Hoffmanns Angaben, der sein langjähriges Projekt unter anderem letztes Jahr auf dem Wiesbadener Exground Festival vorstellte, waren die beiden seine Wunschkandidaten, von denen ausgehend er sein weiteres Personal komplettierte. Jeder der zehn Protagonisten wird mit einem griffigen Slogan präsentiert. So ist etwa Belladonna ‚The Idol’, Mia Rose ‚The Starlet’ und Sasha Grey ‚The Rookie’. Gleichfalls auf Personen vor als auch hinter der Kamera konzentriert sich der Episodenfilm.

      Neben Produzent John Stagliano (‚The Legend’), der mit „Evil Angel“ ein Pornoempire aufbaute, und einem seiner Hausregisseure Jonni Darko stehen Dr. Sharon Mitchell (‚The Good Soul’) von der Gesundheitsbehörde AIM und Veteranin Nina Hartley, die mit ihr ein Ratgebervideo produzierte, im Mittelpunkt. Bei fast allen Gesprächspartnern handelt sich um ehemalige Pornoakteure, die auf die andere Seite des Metiers wechselten.

      Wenn es sich bei den Befragten, darunter die kein Heimweh verspürende Ostdeutsche Katja Kassin, Ex-Stripperin Roxy Deville oder das Duo Otto Bauer/Audrey Hollander in erster Linie um weibliche Beschäftigte des Hardcore-Business handelt, liegt dies nach Regisseursangaben daran, dass sich die interviewten Frauen als weitaus interessanter erwiesen als ihre männlichen Kollegen. Immerhin gibt Bauer mit seiner machohaften, ehrlichen Attitüde ebenso freimütig Auskunft wie sein Freund Jim Powers von der seit 1979 bestehenden Punkband „Killroy“. Regisseur und Produzent Powers verteufelt sowohl die Entwicklung des Pornogeschäfts wie des Punkrocks zum Mainstream hin, was ihn allerdings nicht daran hindert, weiterhin in beiden Branchen zu arbeiten. Wenn er auf der Suche nach Ersatz für eine kurzfristige Absage mit ‚Daddy’ Mark Spiegler telefoniert und über ein Ersatzengagement diskutiert, handelt es sich allerdings um eine offensichtlich inszenierte Konversation.

      Als Glücksfall bezeichnet Hoffmann den Umstand, Newcomer Sasha Grey ausgewählt zu haben, die in drei Jahren rund 160 Pornos drehte, aber inzwischen mit Indiedramen wie Steven Soderberghs „The Girlfriend Experience“, „Quit“ oder dem Slasher „Smash Cut“ für Aufsehen sorgte. Grey, die als Bewerbungsschreiben eine endlose Aufzählung von sexuellen Praktiken anbot, wollte nach eigenen Angaben neue Wege im Pornobereich beschreiten, aber letztlich dürfte bei ihren Filmen die Routine des Gonzo-Genres (Filme ohne Handlung und Drehbuch) überwiegen. Neben der kahl geschorenen Belladonna gehört die mädchenhafte Akteurin zu jenen Pornoakteuren, die mit extremer Performance drastische Maßstäbe setzen, wie Hoffmann in kurzen Sequenzen andeutet. Für beide mag das Metier eine Möglichkeit bieten, ihre dunkle Seite auszuleben – Regisseur Jonni Darko sagt über Grey anerkennend: „Sie ist wahnsinnig.“

      Selbst wenn Grey und die privat überraschend sympathische Mutter Belladonna offenbar eigenbestimmend an ihre Grenzen gehen, werden die Schattenseiten des Metiers durchaus angesprochen: die Erniedrigung von Frauen, welche entwürdigende Forderungen nicht abzulehnen trauen, die Erprobung stets neuer Perversionen aus Konkurrenzdruck oder zwischenmenschliche Enttäuschungen. Neben rein finanziellen Motiven spielt etwa bei Sternchen Mia Rose ebenso Geltungsdrang mit, wenn sie erklärt, mit ihrer ebenfalls im Pornometier tätigen Schwester Ava Rose auf der High School nie zu den wichtigen Cliquen gehört zu haben.

      Im Epilog besuchen Hoffmann und seine Produzentin/Tonfrau Cleonice Conino ein Vierteljahr später die Porträtierten erneut, um einige mitunter desillusionierende Entwicklungen zu dokumentieren. Den weiteren Werdegang ein Jahr später reichen sie per Texttafeln während des Nachspanns nach. Zwar widersteht Hoffmann, der mehrfach stimmungsvolle, mit dem aktuellen Wetterbericht unterlegte Totalen von San Fernando Valley einfügt, der Versuchung, einen voyeuristischen Einblick ins Sexgeschäft abzuliefern, doch nach seiner Aussage wollte er angesichts des Themas nicht völlig auf explizite Details verzichten. Ihm glückt ein ungeschminkter Einblick in die US-Sexindustrie, die durchaus von der Faszination des Sujets geprägt ist.

      Fazit: Keinesfalls eine gnadenlose Abrechnung mit der Pornoindustrie, aber eine kritische, umfassende Studie über das Personal hinter der geächteten, aber lukrativen Sexbranche.
    2. 9 to 5: Days in Porn: Dokumentation über die amerikanische Pornoindustrie und die Menschen dahinter.

      Der Pornofilm gilt unter den Filmgenres seit jeher als schwarzes Schaf der Industrie - dennoch ist er, zumal er mehr erwirtschaftet als die Musikindustrie, eine der lukrativsten Sparten des Geschäfts. So interessiert es nicht erst seit „Boogie Nights“, wie es wohl hinter den Kulissen aussieht, besonders da sich ganz normale Menschen dahinter verbergen, die sich auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen. Der Münchner Regisseur Jens Hoffmann drehte mit „9to5 - Days in Porn“ einen lebensnahen, sachlich nüchternen Episodenfilm, der neben Glanz und Glamour auch ein geldorientiertes, Abhängigkeiten schaffendes System zeigt.

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