40+ sucht neue Liebe

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Komödie: Eine Lektorin soll einem säumigen Autor von Beziehungsratgebern auf die Sprünge helfen, doch der erweist als echter Rüpel...

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Kritikerrezensionen

  • 40+ sucht neue Liebe: TV-Komödie: Eine Lektorin soll einem säumigen Autor von Beziehungsratgebern auf die Sprünge helfen, doch der erweist als echter Rüpel...

    Bei Sat.1 hieße dieser Film vermutlich „30+ sucht neue Liebe“. Die Figuren und ihre Darsteller wären ein bisschen jünger, das Tempo ein wenig flotter, aber die Geschichte wäre die gleiche.

    Die Kölner Verlagslektorin Sarah (Nina Kronjäger) soll herausfinden, warum Bestsellerautor Martin Herdecker (Oliver Stokowski) mit seinem neuen Ratgeberbuch in Verzug ist. Die Buchmesse steht vor der Tür, Sarahs Verleger (Hannes Hellmann) wird unruhig. Herdecker hat sich aufs Land zurückgezogen, und Sarah soll nun nicht eher von seiner Seite weichen, bis er sein fertiges Manuskript rausrückt. Das Problem dabei: Sie kann den Kerl nicht ausstehen. Herdecker hat ein Ratgeberbuch geschrieben, „Wie man die richtige Frau fürs Leben findet“, nach Sarahs Überzeugung jedoch keine Ahnung von Frauen. Das Buch war trotzdem monatelang die Nummer eins. Außerdem hält sie ihn für grob, arrogant und widerlich, was im Film ja stets die beste Voraussetzung für eine Romanze ist. Und weil sie um jeden Preis Cheflektorin werden will, muss sie in den sauren Apfel beißen.

    Das Drehbuch zu dieser etwas dünn klingenden Handlung, die aber eine Vielzahl von Nebenschauplätzen aufweist, stammt von Barbara Jago, die sich vor rund zehn Jahren mit „Busenfreunde“ (Teil 1 und 2) zwei zauberhafte ProSieben-Komödien ausgedacht hat. „40+ sucht neue Liebe“ ist allerdings zu sehr auf die Pointe hin geschrieben. Gerade bei den Gesprächen zwischen Sarah und ihrem Sohn (Marco Bretscher-Coschignano) klingeln einem fast die Ohren vor lauter Esprit, doch die Frauenbuchdialoge wirken in erster Linie bemüht originell. Andererseits ist das oft auch eine Frage der Inszenierung: Regisseur Andi Niessner, „Pilcher“- und „Lindström“-geschult, lässt gerade Nina Kronjäger immer wieder überagieren. Man hat längst verstanden, was in Sarah vorgeht, da muss die Schauspielerin noch ein kummervolles Gesicht aufsetzen. Mit den dauernden Selbstgesprächen hat Jago der Hauptfigur auch keinen Gefallen getan.

    Um so gelungener sind die emotionalen Verwicklungen rechts und links vom roten Faden, etwa Sarahs Schwierigkeiten, ihren erwachsenen Sohn, der in Berlin studieren will, loszulassen; oder ihre Beziehung zum Ex-Mann (Thomas Heinze), die noch derart innig ist, dass sich der Gute nicht traut, ihr von seinen Heiratsplänen zu erzählen. Sarahs Gefühle verwirren sich vollends, als ihr endlich klar wird, dass sie dem vermeintlichen Neandertaler-Charme des Autors längst erlegen ist, ihn dann aber mit der Frau ihres Chefs sieht. Zu allem Überfluss stellt sich schließlich auch noch raus, dass Herdecker verheiratet ist. Natürlich überwindet das Paar dann doch noch alle Hindernisse, und das ist durchaus hübsch erzählt; „Wie man(n) die wahre Liebe findet“ heißt das neue Werk des Autors. tpg.

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