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Filmhandlung und Hintergrund

3faltig: Bitterböse Satire über den Heiligen Geist, der den Sohn Gottes überzeugen will, die anstehende Apokalypse noch einmal zu vertagen.

Der Heilige Geist, der auf den klingenden Namen Hage hört, fristet auf Erden ein kümmerliches Dasein. Ein Musical, das in der Tanzbar von Friedl am 31. Dezember uraufgeführt werden soll, soll das Blatt wenden. Dummerweise erscheint ausgerechnet jetzt Christl, der Sohn Gottes, und eröffnet Hage, dass er gekommen ist, um die Apokalypse vorzubereiten. Das gilt es zu verhindern. Hage versucht Christl mithilfe der Go-go-Tänzerin Mona von der Menschheit zu überzeugen. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf.

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Kritikerrezensionen

  • Eine alpenländische Posse mit schwarzem Humor und schrägem satirischen Einschlag: Dieses Vergnügen verspricht die deutsch-österreichische Komödie „3faltig“, wenn sie den Heiligen Geist als Verkäufer auf einen Weihnachtsmarkt der Gegenwart stellt und ihn auch noch gegen die von Gott angekündigte Apokalypse wegen eines Musicals ankämpfen lässt. Der Film mit seinem deutlich österreichischen Humor erfüllt zunächst diese Erwartung und unterhält mit treffender Satire auf ausuferndes weihnachtliches Brauchtum, mit demaskierendem Wortwitz und markanten, zur Region passenden Figuren. Dann aber gleitet die Komödie unter der Regie des Österreichers Harald Sicheritz in puren Klamauk ab.

    Christian Tramitz, der auch am Drehbuch beteiligt war, spielt Hage, einen urigen Typen mit großer Klappe und einer abgenutzten blauen Skijacke. Hage sieht sich als den großen Verlierer der Dreifaltigkeit: Gottvater beschließt, Jesus wirkt Wunder und er, der Heilige Geist, bleibt auf der Erde zurück und soll sich allenfalls als Licht oder Taube zeigen. Um auch endlich groß herauszukommen, hat Hage also das Musical „Holy Spirit Megastar“ komponiert, das im Nachtclub seines Freundes Friedl an Silvester uraufgeführt werden soll. Friedl, dargestellt vom österreichischen Schauspieler Roland Düringer, ist ein mephistophelischer Charakter: Glatzköpfig und in einen langen schwarzen Mantel gehüllt, benimmt er sich wie ein gefährlicher Zuhälter und flucht praktisch über alles, was ihm begegnet. Die Bartänzerin Mona, gespielt von Julia Hartmann, ist sein persönlicher Schützling, über den er besonders eifersüchtig wacht. Mona hat die meiste Zeit die Rolle der Toten, der als Running Gag noch weitere Unfälle zustoßen.

    Christl spricht in Gestalt von Matthias Schweighöfer zwar Hochdeutsch, aber er ist in diesem Alpenmilieu als weltfremder und durchaus irdisch orientierter Jüngling eine sympathische Figur. Während seiner 2000-jährigen Abwesenheit hat er einiges gelesen, zum Beispiel über die Vögel auf der Erde, und als er mit Hage durch die winterliche Landschaft geht, erkennt er fasziniert den „Polizist des Waldes“, einen Eichelhäher. Der Pfarrer, gespielt von Alfred Dorfer, ist ein leicht schräger Vogel, der sich von Hage Hostien mit Erdbeergeschmack liefern lässt und sich im Wald seinen Rehbraten selber schießt.

    Hage hat in seinem schmucken Haus, das in einer idyllischen, verschneiten Dorflandschaft steht, auch eine Haushälterin, Frau Holacek. Diese stammt aus Böhmen und offenbart leicht diabolische Furchtlosigkeit. Adele Neuhauser spielt diese Figur sehr lebendig. Leider verhunzt das Drehbuch ihre Rolle zunehmend, indem es sie in eine plump karikierte Sexbeziehung mit Friedl zwängt.

    Die Possen bekommen im Lauf der Handlung, also während Hage und Christl sich mit der Toten im Gepäck verstecken und das Wiedererwecken üben, die Form kurzer Sketche, die nur auf den Witz des Augenblicks abzielen. Die Geschichte mündet also offen in Klamauk, der weiterhin ganz witzig sein kann, aber eine sinnvolle Linie oder Haltung vermissen lässt. Schade, aus der ansprechenden Einführung hätte eine niveauvollere schwarze Komödie werden können.

    Fazit: Anti-weihnachtlicher Klamauk mit alpenländischem Einschlag.
  • Apokalypse – nein danke! Weniger göttliche Komödie denn bitterböse Satire um den Heiligen Geist, Gottes Sohn und einen schlitzohrigen Barbetreiber.

    “A b’soffene G’schicht im Heiligenmilieu” ist “3faltig”, sie spielt zur Weihnachtszeit im malerischen Bad Ischl und wenn man nach den Bildern urteilt, dürfte dem österreichischen Fremdenverkehrsverband das Herz aufgehen. Viel Schnee, malerische Bergkulisse und kernige Einheimische – fehlt eigentlich nur die singende Lederhose Hansi Hinterseer. Aber ihn vermisst man nicht wirklich, gibt es hier doch genügend andere skurrile Figuren. Den Hage etwa, den Heiligen Geist (sympathisch: Christian Tramitz), der auf Erden ein kümmerliches Dasein fristet und sich mit Devotionalienverkauf über Wasser hält und sogar vom Dorfpfarrer (aalglatt: Alfred Dorfer) übers Ohr hauen lässt. Aber er hat einen Plan. Er arbeitet an einem Musical, “Holy Spirit Megastar” – Parallelen zu “Jesus Christ Superstar” sind rein zufällig! -, das in der Go-Go-Bar “Beverly Hills” vom Friedl (Roland Düringer) an Silvester uraufgeführt werden soll. Da erscheint blöderweise Christl (etwas blass: Matthias Schweighöfer), der Sohn Gottes, und eröffnet ihm, dass er gekommen ist, um die Apokalypse vorzubereiten – mit Zweidrittelmehrheit habe man das im Himmel beschlossen.

    Die Satire geht auf eine Idee des Comedy-Spezialisten Murmel Clausen (“Bullyparade”) und Tramitz zurück, die mit Regisseur Harald Sicheritz (“Hinterholz 8″) bereits die zehnteilige ORF-Sitcom “Die Gipfelzipfler”, eine “Realzeit Volksmusik-Verarsche” (Sicheritz) gedreht haben. Die Ausgangsidee ist originell, das Personal, sprich die Darsteller sind spielfreudig und gut gewählt, nur das Kinogefühl will nicht so richtig aufkommen. Anstatt eine stringente Erzählstruktur zu entwickeln, begnügen sich Regisseur und Autorenteam mit einer Aneinanderreihung mehr oder weniger komischer Episoden. Hat man sich damit abgefunden, steht dem hinterfotzigen Vergnügen jedoch nichts mehr im Wege. Der Wortwitz kommt scharf und präzise, Düringer, hier mit Vorarlberger Dialekt, ist in dieser Beziehung eine Klasse für sich. Ihm und seiner angeliebten Sado-Maso-Beziehung Adele Neuhauser alias Frau Holacek hätte man mehr Leinwandzeit gewünscht. Ebenso wie dem optischen Augenschmaus, dem züchtigen Animiermädchen Mona (Julia Hartmann), die mehrere Tode stirbt und der als Leiche ein ähnliches Schicksal beschieden ist wie weiland Hitchcocks Titelhelden in “Immer Ärger mit Harry”. Fehlt nur noch zu erwähnen, dass auch “Herr Lehmann” Christian Ulmen als Skitourist kurz vorbeischaut und dem Hage im unpassenden Moment ein Gespräch über dessen kaputtes Auto anhängt. Typisch Piefke – aber einen Ösi kann so etwas nicht aus der Ruhe bringen. geh.

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