Filmhandlung und Hintergrund

Medienkritischer Großstadtthriller über zwei Killer, die mörderisch für Reichtum, Ruhm und TV-Quote sorgen wollen.

Weil zwei osteuropäische Kriminelle in Amerika schnell die Zeittendenz analysieren und Medienstars werden wollen, dokumentieren sie ihre Morde auf Video, um sie an das Fernsehen teuer zu verkaufen. New Yorks populärster Cop ist ihnen bald auf der Spur, ohne zu ahnen, dass er nach diesem Fall vielleicht nicht gefeiert, sondern betrauert werden könnte.

Zwei osteuropäische Ex-Häftlinge bannen bei ihrem ersten Amerika-Besuch ihre Bluttaten auf Video. Darauf verkaufen sie ihre „Doku-Dramen“ an den meistbietenden TV-Sender und werden so über Nacht zu Medien-Stars. An ihre Fersen heften sich zwei Cops: der PR-Profi Eddie Flemming und Brandschutzexperte Jordy Warsaw. Schnell wird dem ungleichen Duo klar, dass es zwei rücksichtslosen Killern auf der Spur ist. Dass die Herren aus der alten Welt allerdings planen, Flemming vor laufender Kamera zu ermorden, ahnen sie freilich nicht…

Zwei osteuropäische Killer dokumentieren in Amerika ihre Morde auf Video, um sie an das Fernsehen zu verkaufen, während ein New Yorker Polizist hinter ihnen her ist. Tragikomischer Thriller von John Herzfeld mit medienkritischen Untertönen.

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Kritikerrezensionen

  • 15 Minuten Ruhm: Medienkritischer Großstadtthriller über zwei Killer, die mörderisch für Reichtum, Ruhm und TV-Quote sorgen wollen.

    Wenn zwei tschechische Ex-Häftlinge bei ihrem ersten USA-Trip erkennen, dass hier scheinbar jeder, ob als Filmemacher oder als Mörder, Karriere machen kann, surfen sie mit kleinen Anpassungsproblemen ein paar Tage auf dem american way of life, um auf makabere Weise reich und berühmt zu werden. Mit inhaltlicher Courage und einer von Robert De Niro angeführten Top-Besetzung inszeniert Autor-Regisseur John Herzfeld eine gewagte Mischung aus Copfilm, Mediensatire und absurder Komödie, die immer unterhält, manchmal überrascht und auch ohne einen konsequent überzeugenden letzten Akt zu den interessanteren Frühjahrsproduktionen Hollywoods zählt.

    TV-Journalisten und Verbrecher sind in „15 Minuten Ruhm“ charakterlich deckungsgleich, arbeiten sie doch gleichermaßen in einem moralfreien Raum und wollen von menschlicher Sensationsgier profitieren. In Herzfelds absurd-komischer, zwischen „Backdraft“, „Natural Born Killers“ und „Network“ balancierender Prämisse, werden zwei tschechische Kriminelle binnen kürzester Zeit durch reißerische Shows des US-Fernsehens erleuchtet, dass Kapitalverbrechen in Amerika auch Kapital schaffen können, wenn sie nur authentisch dokumentiert und für Dollarmillionen an skrupellose Medienhaie verkauft werden können. So filmt ein von Hollywood sozialisierter Einfaltspinsel mit einer Videokamera jeden blutigen Schritt seines psychopathischen Kumpels, während New Yorks berühmtester Cop (Robert De Niro) und ein junger Kollege (Edward Burns) vom Branddezernat ihre Spuren verfolgen. Konventioneller, aber erfolgreicher Motor der Handlung ist die Suche nach einer Mordzeugin, ergänzt von zwei Beziehungs-Subplots De Niros, in denen eine Männer-Freundschaft angebahnt und eine Liebe besiegelt werden soll. Wie schon in seinem letzten Film „Zwei Tage in L.A.“ zwischen lässig-heiter und intensiv-brutal pendelnd, entwickelt Herzfeld eine Geschichte, die „Buddy-Szenario“, Romanze, Thriller und Satire mit großen Stimmungsschwankungen verbindet. Dabei funktionieren die klassischen Genreelemente insgesamt besser als Herzfelds Spiegel der menschlichen Sensationslust, wenn Glaubwürdigkeit zusehends geopfert wird, um den medialen Wahnsinn auf die Spitze treiben zu können. Trotz der Achterbahnfahrt in den Stimmungen verfehlt der Film in seiner tragischsten, weil auch überraschendsten Zäsur seine Wirkung nicht, wenn die sympathische Lichtgestalt De Niro ein jämmerliches Ende findet. Nicht nur hier gibt der Film amerikanischer Einwanderungsparanoia Nahrung und atmet den Geist eines „Dirty Harry“, wenn über die dominante, psychologisierende Täterperspektive der amerikanischen Rechtsprechung geklagt wird. Das mag im liberalen Europa für Kritik sorgen, kann aber dennoch die Wahrnehmung von amerikanischen Großstadtcops durchaus realistisch und mitunter auch nicht unbegründet spiegeln. Insgesamt aber wird das Etikett „kontrovers“ doch deutlich von „spannend“ und „unterhaltsam“ dominiert, wodurch die kommerziellen Chancen auf dem deutschen Markt sicher nicht geschmälert werden. kob.

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