13 Semester (2009)

13 Semester: Coming-of-Age-Geschichte aus dem Leben eines Studenten, die erfolgreich auf Klischees und Klamauk verzichtet.
Kinostart: 07.01.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

13 Semester: Coming-of-Age-Geschichte aus dem Leben eines Studenten, die erfolgreich auf Klischees und Klamauk verzichtet.

Nach bestandenem Abitur zieht Moritz, genannt Momo, freudig zum Studium nach Darmstadt. Doch zunächst laufen die Dinge überhaupt nicht nach Plan: Bei der Wohnungssuche ist er ebenso glücklos wie in punkto neuer Freundschaften und auch die Wirtschaftsmathematik hat er sich leichter vorgestellt. Doch dann wendet sich das Blatt. In Bernd, der bereits fünf Semester ohne allzu viel Stress hinter sich gebracht hat, findet er einen erfahrenen Mitbewohner und in Kerstin (vorerst) die Frau seiner Träume.

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    Der Studienplatz für Wirtschaftsmathematik führt die beiden Freunde Momo und Dirk mitten ins Studentenleben von Darmstadt. Während der zielstrebige Dirk in seinem Studium vollends aufgeht, konzentriert sich Momo auf die angenehmeren Dinge des Lebens: Frauen und Partys. In tagebuchähnlicher Form begleitet diese sehr authentische Komödie den sympathischen Studenten Momo auf den Höhen und Tiefen seiner dreizehn ereignisreichen Semester. Momos Entwicklung bis hin zum Wendepunkt seines Lebens wird eindrücklich in Szene gesetzt und durch einen mitreißenden Soundtrack begleitet. Mit viel Humor, einem gut strukturierten Drehbuch und einer sensiblen Kameraführung zeichnet Frieder Wittich einen gelungenen Debütfilm und gibt einen amüsant-nostalgischen Einblick in die Studienzeit.

    Jurybegründung:

    Ein junger Mann aus der Provinz lernt während seines Studiums nicht nur Wirtschaftsmathematik, sondern ebenso sein Leben zu meistern, zumindest halbwegs. Solche 'coming of age'-Stories lassen sich immer wieder schön erzählen - nicht zuletzt weil die Geschichten zur gleichen Zeit modern und archetypisch sind.

    Regisseur Frieder Wittich erzählt episodenhaft vom Studentenleben. Sein Protagonist Momo erscheint zuerst zwar etwas blass und ohne Rückrad, doch im Laufe des Films wird langsam deutlich, wie er sich entwickelt und seine eigenen Ziele setzt. Die einzelnen Erzählstränge sind gut angelegt, wobei Wittich all seinen Figuren den Raum und die Zeit gibt, sich langsam zu entfalten. So ist der Film auch eine Milieustudie, in der genau gezeigt wird, wie Studenten an der Universität von Darmstadt studieren, wie sie wohnen, wo sie ihre Freizeit verbringen und mit welchen Gelegenheitsjobs sie ihr Geld verdienen. Das wirkt authentisch. Darüber hinaus beweist der Regisseur in zahlreichen Sequenzen seinen Blick für raffinierte und stimmungsvolle Kameraeinstellungen. Wittich gelingt es auch, einen angenehm komödiantischen Grundton durchzuhalten, ohne dabei je seine Charaktere zu komischen Figuren oder Klischees zu reduzieren. Spätestens wenn der Student der Wirtschaftsmathematik an einem Schneeballsystem scheitert, weil er die Mathematik der Wirtschaft nicht versteht, wird klar, wie subtil das Drehbuch gebaut ist. Am Schluss gelingt es Wittich dann auch, die einzelnen Erzählfäden überzeugend wieder zusammenzuführen.

    13 SEMESTER hätte ruhig ein oder zwei Semester kürzer sein dürfen, aber da er nun mal von einem Langzeitstudenten erzählt, ist seine Länge nur konsequent.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit seinem Spielfilmdebüt "13 Semester" präsentiert Regisseur Frieder Wittich eine inspirierte Komödie über das vielgerühmte, aber in Deutschland selten im Kino gezeigte Studentenleben. Sein Co-Autor Oliver Ziegenbalg hat als ehemaliger Student der Wirtschaftsmathematik genaue Kenntnisse über die hier geschilderten Freuden und Krisen an der Universität. Da die Coming-of-Age-Geschichte ein komplettes Studium vom ersten bis zum letzten Semester umfasst, kann sie zeigen, dass in diesen Jahren nicht nur eine geistige, sondern auch eine Herzensbildung stattfindet und dass beide selten geradlinig verlaufen.

    Max Riemelt hat nach ernsten Rollen wie in „Napola“ oder „Die Welle“ als Momo Gelegenheit, auch sein komödiantisches Talent auszuspielen. Der junge Brandenburger, der hauptsächlich deswegen an die Uni kommt, weil er das elterliche Gasthaus nicht übernehmen will, ist dabei keine echte Frohnatur, sondern ein leicht introvertierter Kerl, der sich ohne konkreten Plan, aber hungrig nach Erfahrungen, treiben lässt. Zwischen dem strebsamen Schulfreund Dirk, gespielt von Robert Gwisdek, und dem Partymenschen Bernd, gespielt von Alexander Fehling, muss Momo seine Identität noch finden.

    Um die attraktive und lebhafte Kerstin, die von Claudia Eisinger dargestellt wird, kreist Momo lange Zeit eher glücklos, bevor sie dann doch noch seine Freundin wird. Frieder Wittich trifft den richtigen Tonfall für die Höhen und Tiefen des Studentenlebens: Die Freiheit, sich zwischen Party, Reisen und geistigem Austausch selbst zu erproben, hat ihre Kehrseite in Irrwegen und der Angst vor dem Alleinsein.

    Es gibt urkomische Szenen wie die mit Aswin, der auf einem Teleshoppingkanal erfolgreich die Seife verhökert, mit der eigentlich Momo reich werden wollte. Und es gibt die große Krise, als immer mehr Mitstudenten die Uni abschließen und es Momo dämmert, dass sich die unbegrenzten Möglichkeiten nur als ein Lebensabschnitt entpuppen. Die subjektive, aber gleichzeitig reflektierende Erzählperspektive findet Motive von philosophischer Sinnlichkeit. Eines Tages sieht Momo ein Kind auf einem Schlitten – eine Erinnerung, ein aktuelles Bild? – und dann fällt der erste Schnee des Winters. Coming-of-Age heißt auch, dass manche Dinge plötzlich wirken, als sähe man sie zum ersten Mal, weil der Blick so lange abgelenkt war.

    Von dem einen oder anderen Semester nimmt Momo nur so viel mit, dass es in eine einzige Szene passt. Dafür wird er einen entscheidenden Trugschluss nie vergessen. Die Regie bebildert solche subjektiven Wahrheiten mit Dia-Montagen, mit verschiedenen Versionen der gleichen Szene, mit kleinen Sprüngen im Zeitgefüge und transportiert über die Musik, ohne die Studenten verdorren würden, zusätzlich Emotionen. Wenn sie eine komplexe Entwicklung so leicht und realistisch erzählen können, darf man von Regisseur Wittich und Drehbuchautor Ziegenbalg noch Großes erwarten.

    Fazit: Treffende und inspirierte Schilderung des Studentenlebens mit seinen Höhen und Tiefen: eine filmische Talentprobe voller Komik und Grips.
  • Statt altbekanntem College-Klamauk gelingt Spielfilmdebütant Frieder Wittlich eine einfühlsam-witzige Initiationsgeschichte, die nahe am echten (Studenten-)Leben spielt.

    “13 Semester”… das ist eindeutig länger als die klassische Regelstudienzeit und deutet darauf hin, dass Moritz, genannt Momo, auch andere Dinge im Kopf hat außer dem Studienfach seiner Wahl, der Wirtschaftsmathematik. Kein Wunder, kommt er doch aus einem Kaff tief in der deutschen Provinz und will nun in der Universitätsstadt Darmstadt mit dem Leben beginnen. Während Kumpel Dirk voll im Studium aufgeht, tut sich Momo schwer. Bei der Wohnungssuche ist er zunächst ebenso glücklos wie in punkto neuer Freundschaften und auch das Lernen selbst hat er sich leichter vorgestellt. Doch dann wendet sich das Blatt. In Bernd, der bereits fünf Semester ohne allzu viel Stress hinter sich gebracht hat, findet er einen erfahrenen Mitbewohner und in Kerstin (vorerst) die Frau seiner Träume.

    Was sich hier wie eine klassische amerikanische College-Klamotte anhört – Party, Poppen, Peinlichkeiten – erweist sich als gut gemachter, intelligenter Studentenfilm aus deutschen Landen. Als Regisseur zeichnet Drehbuchautor Frieder Wittich verantwortlich, der sein (solo) Kinodebüt gibt und überaus virtuos mit den sattsam bekannten Versatzstücken des Genres spielt. Denn es wird auch hier durchaus getrunken, gefeiert und geblödelt, aber in Maßen und vor allem überaus lebensnah. Statt der zu befürchtenden Klamaukkomödie bekommt man es mit einer humorvollen Coming-of-Age-Geschichte zu tun, die sehr genau vom heutigen Studentenleben erzählt – das heißt: notwendige Nebenjobs, schwierige Wohnungssuche, gestrenge Professoren, Angst vor Prüfungen und (gescheiterte) Beziehungen.

    Die titelgebenden 13 Semester sind dabei die Kapitel, in die der Film eingeteilt ist und die stilistisch durchaus verschieden ausfallen. So wird beispielsweise das Auslandssemester Momos in Australien an Hand einer Diashow abgehandelt – budgetbedingt wohl und insofern originell gelöst. Wittichs größter Trumpf sind jedoch seine sorgfältig gewählten Darsteller. Der zurückhaltend agierende Max Riemelt (“Die Welle”) als Moritz, der einem bald ans Herz wächst, Alexander Fehling (“Inglourious Basterds”) als lebenslustiger Dauerstudent, Claudia Eisinger als Traumfrau in jeder Beziehung und vor allem Amit Shah als (zunächst) belächelter indischer Kommilitone, der aus dem Schneeballsystem Profit zu schlagen versteht und als Seifenverkäufer zum Millionär avanciert – finale Traumhochzeit inklusive.

    Und so vergeht dieses Studium mit seinen vielen, amüsanten Nebenschauplätzen trotz einiger Holprigkeiten wie im Fluge. Auch dank der sauberen Kameraarbeit Christian Reins (“Stellungswechsel”), des treffend zusammengestellten Soundtracks und vor allem weil ohne Klischees operiert wird und der Regisseur seinen Campus bestens zu kennen scheint. geh.

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