100 Schritte

Kinostart: 28.08.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Die wahre Geschichte eines jungen Italieners, der sich mit beeindruckender Zivilcourage den "Familien"-Traditionen verwehrt.

Nur etwa hundert Schritte (cento passi) trennen das Haus der Familie Impastato von jenem des Tano Badalamenri (Tony Sperandeo), der in der kleinen sizilianischen Stadt Cinisi das Regiment als Pate der örtlichen Mafia-Filiale führt. Der jüngste Filius der Impastato (Luigi Lo Cascio) soll nach dem Willen des Vaters eines Tages selbst einen hohen Mafiaposten bekleiden. Doch der renitente Spross schließt sich lieber den Kommunisten an und bricht, was schwerer wiegt, das Gesetz des Schweigens. Als er andere auffordert, es ihm gleich zu tun, lässt die Antwort der Familie nicht auf sich warten.

Einer der Gründe, warum sich zu Beginn der 80er das Klima in Süditalien gegen die Mafia wandte, war der gewaltsame Tod des Giuseppe „Peppino“ Impastato im Jahr 1978. Marco Tullio Giordanas Spielfilmwürdigung der wahren Geschichte wurde für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert.

100 Schritte liegen zwischen dem Elternhaus von Peppino Giuseppe Impastato und dem von Tano Badalamenti, dem Oberhaupt der lokalen Mafia des kleinen Orts Cinisi bei Palermo. Ginge es nach seinem Vater hätte Peppino eine wichtige Position in Tanos Organisation übernommen, doch Peppino entscheidet sich schon als Kind gegen die Familie und das traditionelle Schweigen.

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Darsteller und Crew

  • Luigi Lo Cascio
    Luigi Lo Cascio
    Infos zum Star
  • Luigi Maria Burruano
    Luigi Maria Burruano
    Infos zum Star
  • Lucia Sardo
    Lucia Sardo
  • Paolo Briguglia
    Paolo Briguglia
  • Tony Sperandeo
    Tony Sperandeo
  • Andrea Tidona
    Andrea Tidona
  • Claudio Gioè
    Claudio Gioè
  • Domenico Centamore
    Domenico Centamore
  • Ninni Bruschetta
    Ninni Bruschetta
  • Paola Pace
    Paola Pace
  • Pippo Montalbano
    Pippo Montalbano
  • Aurora Quattrocchi
    Aurora Quattrocchi
  • Gaspare Cucinella
    Gaspare Cucinella
  • Dario Veca
    Dario Veca
  • Lorenzo Randazzo
    Lorenzo Randazzo
  • Luigi Billeci
    Luigi Billeci
  • Simona Cavaglieri
    Simona Cavaglieri
  • Sebastiano Castrorao
    Sebastiano Castrorao
  • Giovanni Nobile
    Giovanni Nobile
  • Vincenzo Vitale
    Vincenzo Vitale
  • Vito Cardinale
    Vito Cardinale
  • Pietro Abbate
    Pietro Abbate
  • Lorenzo Genova
    Lorenzo Genova
  • Orio Scaduto
    Orio Scaduto
  • Abdelmjid Adib
    Abdelmjid Adib
  • Giovanni Martorana
    Giovanni Martorana
  • Marco Tullio Giordana
    Marco Tullio Giordana
  • Claudio Fava
    Claudio Fava
  • Monica Zapelli
    Monica Zapelli
  • Fabrizio Mosca
    Fabrizio Mosca
  • Marcantonio Borghese
    Marcantonio Borghese
  • Massimo De Angelis
    Massimo De Angelis
  • Marco Galatioto
    Marco Galatioto
  • Roberto Romoli
    Roberto Romoli
  • Roberto Forza
    Roberto Forza
  • Roberto Missiroli
    Roberto Missiroli
  • Fabiola Banzi
    Fabiola Banzi

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 100 Schritte: Die wahre Geschichte eines jungen Italieners, der sich mit beeindruckender Zivilcourage den "Familien"-Traditionen verwehrt.

    Drei Jahre nach Fertigstellung läuft Marco Tullio Giordanas herausragendes Biopic über den ermordeten Anti-Mafia-Kämpfer Giuseppe Impastato endlich auch in unseren Kinos an. Von Italien für den Auslands-Oscar eingereicht, für einen Golden Globe nominiert und mit dem Drehbuchpreis von Venedig, fünf Donatello-Awards sowie Dutzenden weiterer Filmpreise ausgezeichnet, sollte das spannende Werk mit dem charismatischen Luigi Lo Cascio in der Hauptrolle vor allem gesellschaftspolitisch interessierte Zuschauer anlocken.

    Mafia - das italienische Wort bedeutet so viel wie Anmaßung, Überheblichkeit, Prahlerei. Gemäß dieser Prämisse zeigten bisherige Mafia-Filme meist auch die glamourösere, angeberischere Seite der „ehrenwerten Gesellschaft“, konzentrierten sich auf Statussymbole, große Gesten und blutige Coups. Ganz anders da Marco Tullio Giordanas Porträt des 1978 mit 30 Jahren ermordeten linken Aktivisten Giuseppe „Peppino“ Impastato. Hier geht es nicht um die Hochglanzseiten der Verbrecherorganisation, vielmehr thematisiert das präzise gespielte und in stimmige Bilder gepackte Drama die verheerenden Auswirkungen, die das Treiben des mächtigen Gangsterbundes in Bezug auf Familienstrukturen, persönliche Integrität und die Freiheit des Einzelnen nach sich zieht.

    So bekommt Peppino im sizilianischen Städtchen Cinisi schon als Kind Einblick in Sachen Mafia, als sein Lieblingsonkel, der örtliche Pate, von dessen Nachfolger Tano - Tony Sperandeo überzeugt als schmieriger Intrigant - in die Luft gesprengt wird. Der wohnt nur „100 Schritte“ von Giuseppes Elternhaus entfernt und doch liegen Welten zwischen den beiden Männern. Der junge Rebell denkt nämlich nicht daran - wie üblich und von allen erwartet -, eine Gangsterkarriere zu verfolgen, sondern lehnt sich gegen die omnipotente Mafia auf. Mit Gleichgesinnten gibt er eine kommunistische Zeitung heraus und gründet einen Piratensender. Gebannt lauscht die Bevölkerung den vorwitzigen Sprachspielen der jungen Wilden, die die Mafiosi verhöhnen. Das ist nur der Anfang eines nicht enden wollenden Kampfes.

    Ein Film von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz, ähnlich wie Michael Moores „Bowling for Columbine“, ist Giordana, der auch als Koautor firmiert, hier geglückt. Er öffnet dem Zuschauer, wie schon bei seinem thematisch verwandten „Pasolini: un delitto italiano“ (1995), die Augen, schafft Zusammenhänge, sieht hin, wo andere längst wegsehen, bezieht Stellung und - besonders wichtig - versteht auch zu unterhalten. Dreh- und Angelpunkt dabei: Der quirlige Luigi Lo Cascio - bester Hauptdarsteller in Venedig 2001 für „La luce dei miei occhi“ - als „Peppino“, der stark an den jungen Roman Polanski erinnert und sich als mitreißende, hingebungsvoll agierende Idealbesetzung erweist. Ihm zur Seite stehen mit Lucia Sardo und Luigi Maria Burruano als schmerzgeplagte Eltern zwei exzellente Charakterdarsteller, die gegenüber dem vitalen Sprössling eine beklemmende Gebrochenheit verströmen. Dem dunklen, pessimistischen Grundtenor des Werks entspricht auch die ausgewaschene, bleiche Kameraarbeit Roberto Forzas, die Leblosigkeit vermittelt, Aufgabe, Resignation, Unterwerfung. Dagegen vor allem gilt es anzukämpfen, wie Impastato es gemacht hat und wie dieser kluge, spannende und lehrreiche Film es tut, der Kunst, Kampf und Botschaft gekonnt vereint. geh.

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