Originaltitel: The Age of Innocence
USA 1993
Daniel Day-Lewis
Michelle Pfeiffer
Winona Ryder
Regie: Martin Scorsese
Verleih: Columbia Tristar
Newland Archer gehört zur Upper Class des New Yorks von 1870. Seine Verlobung mit der bezaubernden May Welland steht bevor, da tritt Mays Cousine Ellen Olenska in sein Leben, die von der Gesellschaft ihrer freizügigen Ansichten wegen abgelehnt wird. Obwohl er seine Hochzeit vorantreibt, verfällt Newland der schönen Ellen.

Nach dem mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Gesellschaftsroman von Edith Wharton entstand Martin Scorseses faszinierendes Meisterwerk mit Starbesetzung. Der König des Großstadtfilms beweist, daß die Wurzeln seine Motive und Themen in dieser bigotten Welt des 19. Jahrhunderts zu finden sind.
| Darsteller: | Daniel Day-Lewis | ||
|---|---|---|---|
| Michelle Pfeiffer | |||
| Winona Ryder | |||
| Miriam Margolyes | |||
| Richard E. Grant | |||
| Alec McCowen | |||
| Geraldine Chaplin | |||
| Mary Beth Hurt | |||
| Stuart Wilson | |||
| Sian Phillips | |||
| Michael Gough | |||
| Alexis Smith | |||
| Norman Lloyd | |||
| Jonathan Pryce | |||
| Carolyn Farina | |||
| Robert Sean Leonard | |||
| Joanne Woodward | |||
| Regie: | Martin Scorsese | ||
| Drehbuch: | Jay Cocks | ||
| Martin Scorsese | |||
| Produzent: | Barbara De Fina | ||
| Kamera: | Michael Ballhaus | ||
| Musik: | Elmer Bernstein | ||
| Kostüme: | Gabriella Pescucci | ||
Am Anfang war ein Roman, am Ende steht ein Meisterwerk. Dazwischen lag ein kreativer Kampf, mit dem Martin Scorseses Mammutprojekt trotz unzähliger Hindernisse doch noch prachtvoll Gestalt annahm.
"Für junge Leute ist es wichtig zu verstehen, dass Amerika nicht plötzlich aus dem Nichts entstand, mit einem Starbucks-Shop an jeder Ecke." So fasst Regisseur Martin Scorsese die Bedeutung seines größten Projekts zusammen, das 30 Jahre in ihm reifte, bis es endlich verwirklicht werden konnte.
Der Virus, eine Geschichte über das alte New York zu erzählen, das ihn seit seiner Kindheit faszinierte, befiel ihn 1970. Bei Freunden entdeckte Scorsese Herbert Asburys "Gangs of New York". Der 1927 erstmals veröffentlichte Roman lies ihn nicht mehr los - so wie Sergio Leone vor Jahren von Harry Greys "The Hoods" (1952) gepackt wurde, aus dem dann "Es war einmal in Amerika" geboren wurde.
Jay Cocks, ein Freund Scorseses, kannte das Buch, das längst Kultstatus genoss und entwickelte daraus ein Drehbuch, das bereits 1977 in Produktion gehen sollte. Doch obwohl das Megaprojekt in Branchenblättern bereits angekündigt worden war, wurde es immer wieder verschoben, bis der Flop von Michael Ciminos teurem Neo-Western Heaven's Gate es Anfang der Achtziger endgültig zu beerdigen schien.
Mit Risiko nach Rom
Die Wiederauferstehung kam überraschend und über 15 Jahre später. Ende der Neunziger fand Scorsese risikofreudige Geldgeber für das geplante Budget von 85 Millionen Dollar und einen Drehort, an dem das New York von 1863 wieder lebendig werden konnte.
Five Points, der von fünf Straßen begrenzte, von Halsabschneidern beherrschte Einwandererbezirk, wurde von Produktionsdesigner Dante Ferretti in Roms legendärem Studiokomplex Cinecitta wiederaufgebaut.
Aus Asche wird New York
Aus Holz, Beton, Gips und Plastik baute eine Armee von Handwerkern ganze Straßenzüge, ja sogar ein Hafenareal auf. Das Designerteam orientierte sich an Fotografien, vor allem aber an den jüngst in New York ausgegrabenen 850.000 Fundstücken von Five Points, die später mit Ausnahme von 18 Exponaten vom Schutt des 11. September wieder begraben wurden.
Es war ein gewaltiger Kraftakt, den Scorsese und sein Mammut-Team hier in insgesamt 137 Drehtagen leisteten.
Endlich...
Am Ende waren 100 Millionen Dollar und die Nerven mancher Beteiligter aufgebraucht. Anekdoten vom Set gingen um den Globus, vor allem von Daniel Day-Lewis, der sich so intensiv auf seine Rolle als Messerwerfer Bill the Butcher vorbereitet haben soll, das keiner ihm unnötig zu nahe kommen wollte.
Wie schon bei "Zeit der Unschuld", arbeitete Scorsese ein Jahr am Schnitt seines Films. Die Mühe hat sich gelohnt: "Gangs of New York" wurde für 10 Oscars nominiert, darunter auch für den Besten Film, den Besten Hauptdarsteller (Day-Lewis), eben den Besten Schnitt - und natürlich für die Beste Regie.
In der Öffentlichkeit ist er so gut wie nie zu sehen, schottet sich ab und konzentriert sich bis zur Erschöpfung auf seine Rollen. So...
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