Für ein lokales Konzert probt der "Young at Heart"-Chor von Northhampton im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts. Das Durchschnittsalter der Sänger beträgt erstaunliche 81 Jahre und genau so ungewöhnlich ist ihr Programm, das alles andere als den typischen Vorstellungen ihres Semesters entspricht: "Schizophrenia" von Sonic Youth, "I Feel Good" von James Brown, oder "Fix You" von Coldplay sind nur einige Beispiele für die moderne Auswahl an Songs.
Die letzten Probewochen vor dem großen Auftritt eines Chors, dessen Altersspanne von 75 bis 92 Jahren reicht, hat Stephen Walker verfolgt. Obwohl die Gesangsgruppe schon durch Europa tourte und für königliche Gesellschaften sang, wählen sie nun eine Palette junger Pop- und Rockmusik.
Doku über einen Rentnerchor, der mitreißend Rock- und Punksongs interpretiert.
Rockende Rentner, Punk mit künstlichem Hüftgelenk, ein amüsiertes, enthusiastisches Publikum - so reißerisch beginnt die Doku von Stephen Walker. Er albert mit den Mitgliedern des Chors herum, statt über sie. Das bedingt nonchalante Lockerungsübungen für das Zwerchfell und zollt den Leistungen der Menschen zwischen 75 und 92 auch gehörig Respekt. Die gute Laune der Herren und Damen jenseits der 60 - das Aufnahmekriterium des 1982 gegründeten Chors - überträgt sich fugenlos auf den Zuschauer.
Unter der Leitung von Bob Cilman beginnen sie im amerikanischen Northhampton mit den durchaus chaotischen Proben für einen Gig in sieben Wochen, was das zeitliche Gerüst bildet. Zwar favorisieren die Sänger privat eindeutig Klassik, haben sich aber die Interpretation moderner Rock-, Soul- und gar Punk-Hits auf die Fahnen geschrieben.
Songtexte und eigens produzierte Musikvideos wie "I Wanna Be Sedated" von den Ramones, "Stayin' Alive" von den Bee Gees oder "Road To Nowhere" von den Talking Heads werden zu metaphernreichen Kommentaren zur Gemütslage im hohen Alter. Doch wer ein echter Entertainer ist, lebt und stirbt für die Bühne, inkontinent oder nicht, denn - und selten war dieses Motto so philanthropisch - the show must go on. Schon aus Respekt für die kürzlich verstorbenen Sänger, die einem ans Herz gewachsen sind.
| Regie: | Stephen Walker | ||
|---|---|---|---|
| Produzent: | Stephen Walker | ||
| Sally George | |||
| Ausf. Produzent: | Hannah Beckerman | ||
| Kamera: | Eddie Marritz | ||
| Schnitt: | Chris King | ||
| Ton: | Mark Mandler | ||
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