Originaltitel: Si può fare
Italien 2008
Claudio Bisio
Giovanni Calcagno
Anita Caprioli
Regie: Giulio Manfredonia
Verleih: Kairos
Ein Dutzend psychisch Kranker vegetiert in einer Kooperative, wo sie ein reaktionärer Arzt mit hohen Medikamentendosen sediert und trostlose Arbeiten verrichten lässt. Da tritt der eigensinnige Gewerkschaftler Nello auf den Plan, der sich als Strafmaßnahme um die Gruppe kümmern soll. Er will die Menschen zu Parkettverlegern ausbilden. Keiner glaubt daran, dass es ihm gelingen könnte. Doch allen Rückschlägen und Widerständen zum Trotz schaffen sie es.

Die italienische Gutmenschenkomödie um eine Gruppe Psychatriepatienten, die als Parkettleger reüssieren, war in ihrer Heimat ein veritabler Kinohit.
Gleich neun Nominierungen für den Donatello, den italienischen Filmpreis, darunter auch für die beste Regie, kann Giulio Manfredonias erster in Deutschland erhältlicher Film verbuchen. Der ausgewiesene Spezialist für Komödien findet Heiteres vor ernstem Hintergrund, und legt ein humorvolles Drama vor, das auf dem wahren Fall einer ehemaligen Patienten-WG basiert, deren Beispiel Anfang der 1980er Jahre Schule machte.
Die Geschichte über ihren steinigen Pfad zum Erfolg, mithin der sozialen Reintegration, beginnt in Mailand 1983, wo nach einer Psychiatriereform, dem sogenannten Gesetz 180, vormalige Irrenhäuser geschlossen und die Insassen in die Freiheit zurückkehren dürfen. Von den verheerenden Zuständen gezeichnet, vegetiert ein Dutzend psychisch Kranker nun in einer Kooperative, wo sie ein reaktionärer Arzt mit hohen Medikamentendosen sediert und trostlose Arbeiten verrichten lässt.
Als der eigensinnige Gewerkschafter Nello (Claudio Bisio, "Willkommen im Süden") sich als Strafmaßnahme um sie kümmern soll, beginnt der humanistische Pädagoge ein präzedenzloses Projekt gegen alle Widerstände. Zwar holt er sich von den schwer verhaltensgestörten Patienten schon mal eine blutige Nase, aber das erschüttert nicht seinen Glauben an die Entfaltung eines jeden Individuums nicht an: Mit Eifer initiiert er das Verlegen von Parkettböden, was die Gruppe zur eigenen Überraschung mit Bravour besteht. Stück für Stück entwickeln sich die Patienten in diesem sozialrealistischen Märchen zu selbständigen, eigenverantwortlichen Profis.
Die schrägen Vögel dürfen dabei ausgiebig übers Kuckucksnest fliegen, derweil sich die streit- wie lebenslustige Fabel am dramaturgischen Faden von Werken wie "Der Club der toten Dichter" orientiert. Mag mancher Patient nicht viel mehr als eine Karikatur sein, die unwahrscheinliche Underdogstory leugnet keine Schwierigkeiten und hält trotz aller Rückschläge respektive einer tragisch endenden ersten Liebe mit Charme und Herz ein Plädoyer dafür, dass Selbstvertrauen die beste Therapie ist. Die turbulente, doch stets geerdete Tragikomödie kommt nicht mit dem didaktischen Holzhammer, ist aber voll und ganz seiner Botschaft von der Würde des Menschen verpflichtet. tk.
| Darsteller: | Claudio Bisio | als Nello | |
|---|---|---|---|
| Giovanni Calcagno | als Luca | ||
| Anita Caprioli | als Sara | ||
| Giuseppe Battiston | als Dr. Federico Furlan | ||
| Giorgio Colangeli | als Dr. Del Vecchio | ||
| Franco Pistoni | als Ossi | ||
| Pietro Ragusa | als Fabio | ||
| Bebo Storti | als Padella | ||
| Michele De Virgilio | |||
| Carlo Giuseppe Gabardini | als Goffredo | ||
| Rosa Pianeta | als Enrica | ||
| Franco Ravera | als Carlo | ||
| Regie: | Giulio Manfredonia | ||
| Drehbuch: | Giulio Manfredonia | ||
| Fabio Bonifacci | |||
| Claudio Bonifacci | |||
| Produzent: | Angelo Rizzoli | ||
| Kamera: | Roberto Forza | ||
| Schnitt: | Cecilia Zanuso | ||
| Musik: | Aldo De Scalzi | ||
| Produktionsdesign: | Marco Belluzzi | ||
| Kostüme: | Maurizio Millenotti | ||
| Casting: | Mirta Guarnaschelli | ||
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