Regie: Michael Schaack, ...
Verleih: Constantin
Da geht noch einiges: Der ewige Klempnerlehrling Werner aus Kiel sattelt vom kesselnden Motorrad auf vier Räder um und macht nun als "King of the Road" im Ami-Straßenkreuzer norddeutsche Autobahnen und Landstraßen unsicher. Mit Bölkstoff und Kumpels auf dem Rücksitz rödelt Werner durch Schleswig-Holstein und raubt dabei mit unnachahmlicher Lässigkeit seinem Ausbilder und anderen Mitmenschen den letzten Nerv.
Mit dem vierten Zeichentrick-Leinwandabenteuer des norddeutschen Helden Werner schaffen Hayo Freitag und Michael Schaack mit noch mehr Pferdestärken und bewährtem derb-trockenem Humor jenseits üblicher Rohrlängen alles beiseite, was der Fortsetzung des Riesenerfolgs ihrer ersten drei Teile im Weg stehen könnte.
Die Würfel sind gefallen: Werner ist Könich, und Seine Majestät wollen verreisen - mit Stil versteht sich!
Gekotzt wird später - nach der Philosophie von Werner-Erfinder Rötger Feldmann alias Brösel bedeutet das: "Keine Zeit zum Jammern - Mach Dein Ding!" Machen der Zeichner und sein Alter Ego sowieso, und wer das Motto ihres neuen Abenteuers wörtlich nimmt, liegt auch nicht daneben:
Angesichts straßenverkehrsordnungverachtender Kurvenlagen, bierseliger Rocker und unverdrossen gegen Fäkalienstau anrennender Klempner gehört ein gepflegter Würfelhusten bei den Kult-Comic-Helden aus dem Norden einfach dazu.
Apropos Klempner und Würfel: Meister Röhrich muss zu seinem Leidwesen bei Frau Glör ganz allein der Installation an den Flansch gehen, denn Werner und Eckat sind nicht zum Dienst erschienen. Die Jungs haben gemeinsam mit Andi gewürfelt und einen Mordseinsatz ausbaldowert: Der Sieger ist "Könich", die anderen geloben bedingungslose Unterwerfung.
Werner gewinnt das Spiel, und sein Befehl ist Gesetz: Der Könich will Urlaub machen, und zwar sofort und auf Korsika - Flachköpper machen. Natürlich entwickelt sich die Reise in den Süden zu einem Roadmovie mit derben Gags, herrlichen Dialogen bar jeglicher Fremdsprachenkenntnisse und spektakulären Blechschäden.
Des Könichs Karosse, ein alter Taunus, ist das erste Opfer: Vollgepackt mit allerlei Belustigungsutensilien bricht er zusammen. Einer der könichstreuen Vasallen "organisiert" Ersatz, ein Oldsmobile, was die beiden schmerzfreien Wachtmeister Bruno und Helmut auf den Plan ruft. Sie hetzen unverdrossen die vermeintlichen Autodiebe durch Europa und geraten unter anderem dem "Präsi" in die Quere, der seine Motoradgang ebenfalls gen Süden führt.
Ausgefeilte Fahrzeugtechnik tut bei Werner immer Not, und als Könich darf er ein angemessenes Reisetempo erwarten. Ergo erfährt das Oldmobile ein Tuning, das bei Werner-Fans vor Vergnügen den Bleifuß zucken lässt - und das verbeamtete Verfolgerduo aus dem Windschatten kegelt. Unterdessen kommt es in der Heimat zu einem ungleichen Duell: Meister Röhrich und seine Sanierungsideen gegen das Friesenhaus...
Mit viel Liebe zum Detail und modernster Trickfilmtechnik bitten Brösel und Regisseur Michael Schaack Werner zum vierten Abenteuer auf die Leinwand und zitieren könichlich aus dem eigenen Kult. Ein Highlight: Am korsischen Strand wird die "zweite Halbzeit" des legendären Fußballspiels aus dem ersten Werner-Film angepfiffen.
Lachen Sie ab - gekotzt wird später!
| Regie: | Michael Schaack | ||
|---|---|---|---|
| Toby Genkel | |||
| Drehbuch: | Rötger Feldmann | ||
| Andi Feldmann | |||
| Produzent: | Bernd Eichinger | ||
| Herman Weigel | |||
| Koproduzent: | Jens Nieswand | ||
| Lutz W. Lester | |||
| Ausf. Produzent: | Michael Schaack | ||
| Thomas Walker | |||
| Schnitt: | Sascha Wolff-Täger | ||
| Musik: | Jan Peter Genkel | ||
| Produktionsdesign: | Hayo Freitag | ||
| Rötger Feldmann | |||
| Matthias Lechner | |||
Baujahr 1950, Benzin und Bölkstoff im Blut, anarchische Gags im Kopf und ein neues Abenteuer im Kino: "Brösel" Rötger Feldmann scheucht seinen Kult-Chaoten Werner zum bereits vierten Mal über die Leinwand. Gekotzt wird später!
» Nach "Beinhart", "Das muß kesseln" und "Volles Rooäää!!" haben Sie sich für den neuen Werner-Film ein reizendes Motto einfallen lassen.
RÖTGER FELDMANN: Das ist meine Philosophie: Verschwende deine Zeit bloß nicht mit rumjammern, denn das Leben ist kurz. Mach' lieber dein Ding. Gekotzt wird später!
» Werner erlebt bekanntlich Dinge aus Ihrem wahren Leben. Wie kam es zum Roadtrip nach Korsika?
Die Grundstory basiert auf unserem Urlaub von 1986. Da fuhren mein Bruder Andi, ein Kumpel und ich mit einem Oldsmobile nach Korsika inklusive Unfall. Das haben wir in einem Comic festgehalten und jetzt den Film daraus gemacht.
» Jedes Werner-Gefährt wird von Ihnen höchstpersönlich gebaut. Wann bekommen wir das frisierte Oldsmobile zu sehen?
Wir haben gerade mächtig Stress, um den Wagen zum Filmstart fertigzubekommen. Aber den bauen wir mit allen Extras, versteht sich.
» Superstars kommen und gehen, Werner dagegen bleibt auf der Überholspur. Wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg?
Er ist sich immer treu geblieben, das mögen die Leute. Außerdem lässt er sich nichts gefallen. Und als eine Figur aus den 70er-Jahren ist er sogar modisch topaktuell: Die Kiddies laufen doch gerade wieder in Schlaghosen rum.
» Trotzdem birgt eine teure Kinoproduktion ein großes finanzielles Risiko. Lastet da nicht sehr viel Druck auf dem Lebenskünstler Brösel?
Überhaupt nicht. Beim ersten Film hatten einige Leute Bammel. Aber die Bücher waren unheimlich gefragt, und 1988 kamen zum Rennen zwischen Porsche und Motorrad 250.000 Leute. Ich war mir damals sicher, dass der Film erfolgreich läuft und glaube das auch heute.
» Wieviel von Brösels Handarbeit steckt im neuen "Werner"-Film?
Wir haben auf dem neuesten Stand der Technik produziert, es ist also sehr viel mit Computern gearbeitet worden. Ich selbst habe alle Figuren entwickelt, das Drehbuch geschrieben und die Arbeiten überwacht. Ich kümmere mich um die Storyboards, Sprachaufnahmen, sämtliche Geräusche - eben alles.
» Werner macht seit über 20 Jahren eine Lehre zum Sanitär- und Heizungsbauer. Bekommen Sie selbst ein verstopftes Klo frei?
Na klar: Knie abschrauben und die Rohre saubermachen, kein Problem. Einfach Chemie reinkippen wäre nicht meine Art.
» Den Gesellenbrief kriegt Werner wohl nie. Aber in dem Alter sollte doch mal eine Freundin drin sein?
Werner hat nichts gegen Frauen - das habe ich im Band "Volle Latte" bewiesen. Eigentlich ein gutes Thema für den nächsten Film.
» Sie rauchen und lieben Autos mit viel Hubraum. Ihr Kommentar zu Tabak- und Ökosteuer?
Steuern sind was ganz schlimmes! Die Tabaksteuer umgehe ich, indem ich nur noch schnorre und mich mit einem Bier revanchiere. Was den Benzinpreis betrifft: Ich träume von einem Freistaat mit eigener Ölbohrplattform und Privat-Tankstelle.
» Rund um Werner gibt es eine Unzahl Fan-Artikel. Haben Sie einen Favoriten?
Es ist richtig klasse, dass es unsere verrückten Fahrzeuge auch als Modellbausätze gibt.
» Politisch korrekter alkoholfreier Bölkstoff fehlt noch.
Igitt! Da soll man doch lieber was anderes trinken. Aber so ein Bölkmalzbier für die Kinder wäre mal eine Idee.
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