Til Schweiger
Doris Schretzmayer
Martin Feifel
Regie: Gregor Schnitzler
Verleih: Columbia Tristar
Sie haben zusammen gelebt und gegen das Establishment in der Berliner Hausbesetzerszene gestritten. Doch 13 Jahre danach ist der Glanz der Rebellen der Bürgerlichkeit gewichen. Bis eine 1987 gelegte Bombe explodiert, die Polizei auf ihre Fährte bringt und die Ex-Autonomen zwingt, mit zwei immer noch die Revolution ausrufenden Mitstreitern Teamgeist zu zeigen.

Ein stark besetztes Ensemblestück, das wie schon "Anatomie" von der Deutschen Columbia Pictures Filmproduktion im Team mit Claussen & Wöbke mit Qualitätsanspruch vor und hinter der Kamera auf den Weg gebracht wurde, stellt die ewige Frage nach der Kluft zwischen Gestern und Heute, nach verwirklichten Idealen oder Selbstverrat, nach dem Gefühl angekommen zu sein oder auf den Platz im Leben warten zu müssen. Mit Humor, Action, aber auch Melancholie stellt sich "Was tun, wenn's brennt" der vom nationalen Kino häufig vernachlässigten Aufgabe, Unterhaltung in zeitgeschichtliche Themen einzubinden. Der Publikumspreis beim Filmfest in Lünen, der letztes Jahr an "Jetzt oder Nie" ging und damit einem späteren Kinoerfolg prophetisch den Weg wies, deutet an, dass es nicht nur beim Anspruch der Filmemacher geblieben ist.
Wie man durch Erinnerungen, aber nicht nur dadurch von der Vergangenheit eingeholt werden kann, zeigt das handwerklich überzeugende Kinodebüt des erfahrenen Clipregisseurs Gregor Schnitzler schon in seinen ersten Einstellungen. Mit Bildern von einer Straßenschlacht im Berlin des Jahres 1987 werden die Hauptfiguren des Films vorgestellt, die wenig später mit einer Bombe Marke Eigenbau, deponiert in einer Grunewalder Villa, ein Zeichen setzen will, das aber erst 13 Jahre später wahrgenommen werden wird. Als die Bombe durch eine beschädigte Gasleitung schließlich hochgeht, sind im Jahr 2000 aus den Punks und Hausbesetzern von damals Säulen des bürgerlichen Lebens geworden, die als Mutter, Geschäftsfrau, Staatsanwalt oder Werbeprofi so weit wie möglich Vergangenheit und Ideale hinter sich gelassen haben. Til Schweiger und Martin Feifel (als Hölderlin die Entdeckung aus Nina Grosses "Feuerreiter") spielen die Rebellen von damals, die als Einzige auch heute noch heute in einem besetzten Haus Widerstand leben. Die zwischenmenschliche Dynamik des Films resultiert aus der Begegnung von Anpassung und Verweigerung und wird aktiviert, als die Cops unter ihrem von Klaus Löwitsch gespielten Kampfhund einen Film sicherstellen, der die Gruppe beim Bau der Grunewalder Bombe zeigt. So kommt es, um die Enttarnung zu verhindern, zur Reunion - zur komischen, melancholischen und auch eine Spur romantischen Gegenüberstellung der Realitäten, Einstellungen und Persönlichkeiten. Den sehnsüchtigen Ton unterstreichen Bildermontagen zu starken Songs von Radiohead und den Manic Street Preachers, bei denen Regisseur Gregor Schnitzler seine beruflichen Wurzeln verrät. Für Action sorgt der deponierte Film, der vor seiner Sichtung vernichtet werden muss, und für einen Hauch Romantik die Hoffnung Til Schweigers, mit seiner großen Liebe vielleicht doch einen gemeinsamen Weg zu finden. Dabei zeigt "Was tun, wenn's brennt" die größte Lebendigkeit, wenn Selbstironie und Zynismus, meist vereint in der Person des unsentimentalen Werbestrategen Maik ("Arschlöcher gehören doch auch dazu"), ihren Platz finden, oder Klaus Löwitsch als gewohntes Naturereignis sein Revier markiert. Dank guter Arbeit vor und hinter der Kamera erweckt der Films insgesamt also nicht die Frage, die er sich in seinem Titel stellt. Denn wirklich angebrannt wirkt hier eigentlich nichts. kob.
| Darsteller: | Til Schweiger | als Tim | |
|---|---|---|---|
| Doris Schretzmayer | als Flo | ||
| Martin Feifel | als Hotte | ||
| Nadja Uhl | als Nele | ||
| Sebastian Blomberg | als Maik | ||
| Matthias Matschke | als Terror | ||
| Klaus Löwitsch | als Manowsky | ||
| Devid Striesow | als Henkel | ||
| Barbara Philipp | als Pritt | ||
| Jamie Schuricht | als Melli | ||
| Aykut Kayacik | als Bülent | ||
| Hubert Mulzer | als Polizeipräsident | ||
| Oliver Mommsen | als Konrad | ||
| This Maag | als Schmitz | ||
| Johanna von Halem | als Agentur-Assistentin | ||
| Sandra Nedeleff | als Maklerin | ||
| Tim-Owe Georgi | als Staatssekretär | ||
| Johanna Rudolph | als Malerin | ||
| Regie: | Gregor Schnitzler | ||
| Drehbuch: | Stefan Dähnert | ||
| Anne Wild | |||
| Produzent: | Andrea Willson | ||
| Jakob Claussen | |||
| Thomas Wöbke | |||
| Ausf. Produzent: | Norbert Preuss | ||
| Kamera: | Andreas Berger | ||
| Schnitt: | Hansjörg Weißbrich | ||
| Musik: | Stefan Zacharias | ||
| Stephan Gade | |||
| Produktionsdesign: | Albrecht Konrad | ||
| Jürgen Heinze | |||
| Kostüme: | Ivana Milos | ||
| Ton: | Heino Herrenbrück | ||
| Casting: | Nessie Nesslauer | ||
Teuflische Verschwörung und höllische Qualen: Die Dreharbeiten zu "Anatomie 2" sind im vollen Gange. Jetzt geht das Team nach München.
"Die einen studieren, die anderen werden studiert." Franka Potente kam 2000 in "Anatomie" dem Pflichtfach eines jeden Medizinstudenten näher, als ihr lieb war.
Sehr zur Freude der Kinogänger, die ihr und dem Film den Deutschen Publikumsfilmpreis zusprachen. Jetzt ist die Inszenierung des zweiten Teiles - wieder unter der Regie von Stefan Ruzowitzky - im vollen Gange.
Sechs Wochen machte das Horror-Team Berlin unsicher, u.a. im Benjamin-Franklin Krankenhaus und im Gehry Bau am Pariser Platz. Der Action-Thriller "Made in Germany" verspricht wieder Spannung: Jo, ein junger Arzt, freut sich auf das Berufsleben. Als er sich an einem elitären Forschungsprojekt beteiligen will, ahnt er aber nicht, dass er sich damit dem äußerst zweifelhaften Geheimbund der Antihippokraten anschließt. Bald ist es zu spät und der krankhafte Forschungswahn (am Menschen!) nimmt seinen Lauf.
Also Vorsicht, jenseits des Weißwurst-Äquators sind die Skalpelle gewetzt. Da beruhigt auch die Bemerkung des Regisseurs nur wenig: "Ich freue mich sehr auf München, weil ich so gute Erinnerungen daran habe. "Anatomie" wurde damals fast ausschließlich in München gedreht, und die Bedingungen dort waren sehr angenehm." Ja lecker.
Die Deutsche Columbia Pictures ("Anatomie") produziert mit Claussen + Wöbke ("Was tun, wenn's brennt?", "Crazy"), vor der Kamera stehen neben anderen Barnaby Metschurat, Heike Makatsch und Herbert Knaup. Ort des gruseligen Geschehens ist nun der High-Tech-Operationssaal 17, der unter großem Aufwand in den Bavaria Studios gebaut wurde. Und die Produzenten versprechen natürlich aufwendige Special-Effect Szenen...
Wer wissen will, wie es wirklich um die Forschung am Menschen steht, der kann sich die (fiktive) Antwort ab 6. Februar 2003 holen - im Kinosaal.
Der sympathische, gut aussehende Til Schweiger zählt zu den wenigen großen Stars in Deutschland, der nicht nur als Schauspieler eine Reihe...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.