Im Jahr 1933 angesiedelte Allegorie, in der Nazis einen jüdischen Viehhändler systematisch aus ihrem Dorf treiben. http://images.kino.de/flbilder/max98/bf98/bf25/b9825017/b150x150.jpg Viehjud Levi

Filmdetails

Viehjud Levi

Im Jahr 1933 angesiedelte Allegorie, in der Nazis einen jüdischen Viehhändler systematisch aus ihrem Dorf treiben.


Viehjud Levi
Start: 30.09.1999

Drama

Deutschland/Schweiz/Österreich 1998
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Bruno Cathomas
Caroline Ebner
Ulrich Noethen

Regie: Didi Danquart
Verleih: Arsenal

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Inhalt

Wie jedes Jahr kommt der jüdische Viehhändler Levi ins Dorf, um Geschäfte und diesmal der Bauerntochter Lisbeth seine Aufwartung zu machen. Doch vor ihm ist die Reichsbahn gekommen. Ingenieur Fabian, seine Sekretärin und ein Trupp Arbeiter treiben Levi systematisch aus dem Dorf. Der einzige Widerständler, der Arbeitslose Paul, bleibt machtlos.


Kritik

Viehjud Levi

Filme nach Theaterstücken laufen oft Gefahr, statisch und dialoglastig zu wirken. Nicht so dieser nach einer Vorlage des 1995 gestorbenen Dramatikers und Drehbuchautors Thomas Strittmatter, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Jan Schütte ("Drachenfutter", "Winckelmanns Reisen", "Auf Wiedersehen, Amerika") bekannt wurde. Was sich 1935 in einem Dorf in einem Tal im Schwarzwald abspielt und als Allegorie auf den erstarkenden Nationalsozialismus angelegt ist, kann bruchlos auf heutige Verhältnisse von Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhaß, Ausgrenzung und Fanatismus übertragen werden: ein Lehrstück, aber packend und blutvoll inszeniert.

Wie jedes Jahr kommt der jüdische Viehhändler Levi (eine Entdeckung: Bruno Cathomas) ins Dorf, um Geschäfte zu machen und diesmal der Bauerntochter Lisbeth seine Aufwartung zu machen. Doch vor ihm ist die Reichsbahn gekommen: Ingenieur Fabian (perfide machtbewußt: Ulrich Noethen), seine Sekretärin und Geliebte (Martina Gedeck als erotische Nazifrau mit Vamp-Allüren unter Bauern) und ein Trupp Arbeiter zeigen den Dörflern, woher der Wind weht und treiben Levi systematisch aus dem Tal. Da kann auch der einzige "Widerständler", der Arbeitslose Paul (schön schlitzohrig: Bernd Michael Lade), nur Nadelstiche gegen "die braune Scheiße" verteilen.

Regisseur Didi Danquart ("Wundbrand") hat die Situation der Eingeschlossenen im Schwarzwaldtal auf dramaturgisch höchst wirkungsvolle Szenen hin arrangiert, in denen Ignoranz, Opportunismus und Feigheit den Frieden vertreiben und die dumpfe Biermöselblasn-Zeit anbricht. In den ironischen Passagen voll gelungen (der Handel, das Tanzvergnügen, Fabians Zaubereien) und von einem wunderbaren Darstellerensemble getragen, verdient die Parabel über Faschismus und ethnische Konflikte ein Publikum, das durch "Aimée & Jaguar" oder "Comedian Harmonists" auf die Zeit eingestimmt ist. ger.

Viehjud Levi

Darsteller:  Bruno Cathomas   als Levi
  Caroline Ebner   als Lisbeth Horger
  Ulrich Noethen   als Ingenieur Kohler
  Martina Gedeck   als Fräulein Neuner
  Bernd Michael Lade   als Paul Braxmeier
  Gerhard Olschewski   als Horgerbauer
  Eva Mattes   als Kreszenz Horger
  Günther Knecht   als Marties
  Alexander May   als Wirt
 
Regie:  Didi Danquart  
Drehbuch:  Didi Danquart  
  Martina Döcker  
Produzent:  Martin Hagemann  
Koproduzent:  Erich Lackner  
  Susan Schulte  
  Werner Schweizer  
  Susann Wach  
Buchvorlage:  Thomas Strittmatter  
Kamera:  Johann Feindt  
Schnitt:  Katja Dringenberg  
Musik:  Cornelius Schwehr  
Produktionsdesign:  Susanne Hopf  
Kostüme:  Inge Heer  
  Ingrid Weiss  

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