Originaltitel: The Lost World: Jurassic Park
USA 1997
Jeff Goldblum
Julianne Moore
Pete Postlethwaite
Regie: Steven Spielberg
Verleih: UIP
Chaostheorie-Experte Ian Macolm begibt sich widerwillig auf Isla Sorna, um seine Freundin, die Paläontologin Sarah Harding, vor den dort ansässigen schaurigen Sauriern zu retten. Der neue InGen-Inhaber Ludlow und ein Team von Großwildjägern kreuzen ebenfalls auf und wollen die Dinos mit brutalen Methoden für einen Themenpark einfangen. Blutige Konfrontationen, die selbst nach San Diego verlagert werden, sind somit vorprogammiert...

Perfekt am Memorial-Day-Wochenende positioniert, liegen Steven Spielbergs Sequel-Dinosaurier schreckeinflößend in den Startlöchern, um den letztjährigen Boxoffice-Weekend-Rekord von "Mission Impossible" vor genau einem Jahr einzustampfen. Beim Original "Jurassic Park" (1993) nach dem Bestseller von Michael Crichton handelt es sich schließlich um den an den US-Kassen zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten, so daß von der Fortsetzung erwartet werden kann, beinahe per Autopilot auf einen bombastischen Blockbuster-Erfolg zuzusteuern.
Es gibt ein Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern wie Hit-Mann Jeff Goldblum ("ID4") als Chaostheorie-Experte Ian Malcolm, Richard Attenborough als durchtriebener Drahtzieher John Hammond und natürlich den häßlichen Fratzen der unbestrittenen Hauptattraktionen, für deren Anblick man natürlich in erster Linie sein Eintrittsgeld hinlegt. Der technische Fortschritt im Bereich computergenerierter Aufnahmen (von Branchenführer ILM kreiert) und die detailgenauen Roboter (zwei animatronische Ausführungen des riesigen T. Rex kosteten jeweils eine Mio. Dollar und wogen je sieben Tonnen) von Effekte-Zauberer Stan Winston versehen die schuppigen Stars mit einer prähistorischen Powerpräsenz, die den erstaunlichen Realismus des Originals noch übertrifft. Bei der Entwicklung des Plots der 80-Mio.-Dollar-Produktion - das Drehbuch wurde von David Koepp nach der gleichnamigen Romanvorlage von Crichton verfaßt - ließ man hingegen etwas weniger Sorgfalt walten.
Ian Malcolm (Goldblum) begibt sich widerwillig auf Isla Sorna, die Insel, auf der InGen-Gründer Hammond (Attenborough) das Gros seiner Dinosaurier züchtete, die dort nach den Geschehnissen des ersten Teils einträchtig im harmonischen ökologischen Gleichgewicht mit der Natur leben. Der von Kollegen verlachte Malcolm will dort seine Freundin, Paläontologin Sarah Harding (Julianne Moore aus "Neun Monate" wirkt kaum weniger naiv als ihre Vorgängerin Laura Dern) vor den schaurigen Sauriern retten. Mit von der Partie sind u. a. seine als blinder Passagier mitgereiste Tochter (die Afroamerikanerin Vanessa Lee Chester) und ein respekteinflößender Fotograf (Vince Vaughn aus "Swingers"). Neben den Scharen von Velociraptoren, Brontosauriern, Stegosauriern, Compys und zwei Tyrannusauriern samt possierlichem Nachwuchs ist die idyllische Insel auch bald von Raubtieren der zweibeinigen Art bevölkert. Der neue InGen-Inhaber Ludlow (Arliss Howard) und ein Team von Großwildjägern unter der Führung des stoischen Roland Tembo (ein kahlgeschorener Pete Postlethwaite) wollen die Dinos mit brutalen Methoden für einen Themenpark einfangen. Blutige Konfrontationen, die zum Gaudium des Publikums selbst nach San Diego verlagert werden, sind vorprogammiert...
Für die atmosphärisch-dunkleren Aufnahmen wurde diesmal der "Schindlers Liste"-Kameramann Janusz Kaminski verpflichtet. Da der Innovations-Effekt, realistisch anmutende Dinosaurierer über die Leinwand huschen zu sehen, nunmehr ausgereizt ist, wurde der Schwerpunkt auf mehr actionreiche Interaktion zwischen Mensch und urzeitlicher Bestie gelegt. Diese Szenen voll schierer Destruktionsgewalt entschädigen für so manches Loch im Plot und Spielbergs überflüssige E.T.-Verniedlichungs-Behandlung des Babysauriers - "Die vergessene Welt" ist entscheidend besser, wenn er Ewok-Country verläßt und "Indiana Jones"-Territorium beackert. Ein wenig verwirrend ist auch das unberechenbar schwankende Sympathiebarometer, mit dem Spielberg die Urmonster mal als lebensgefährliche Killermaschinen, mal als bemitleidenswerte Opfer skrupelloser Kapitalisten darstellt. Trotz gewisser Einschränkungen wird der meisterwartete Ereignisfilm des Jahres ohne Frage einen weiteren Massenansturm auf Kinos rund um die Welt auslösen - und ausschließlich das ist Ziel und Aufgabe eines Projektes wie diesem: Mission erfüllt. ara.
| Darsteller: | Jeff Goldblum | als Dr. Ian Malcolm | |
|---|---|---|---|
| Julianne Moore | als Dr. Sarah Harding | ||
| Pete Postlethwaite | als Roland Tembo | ||
| Arliss Howard | als Peter Ludlow | ||
| Lord Richard Attenborough | als John Hammond | ||
| Vince Vaughn | als Nick Van Owen | ||
| Vanessa Lee Chester | als Kelly Malcolm | ||
| Peter Stormare | als Dieter Stark | ||
| Harvey Jason | als Ajay Sidhu | ||
| Richard Schiff | als Eddie Carr | ||
| Thomas F. Duffy | als Dr. Robert Burke | ||
| Joseph Mazzello | als Tim | ||
| Ariana Richards | als Lex | ||
| Thomas Rosales | als Carter | ||
| Camilla Belle | als Cathy Bowman | ||
| Cyd Strittmatter | als Mrs. Bowman | ||
| Regie: | Steven Spielberg | ||
| Drehbuch: | David Koepp | ||
| Produzent: | Gerald R. Molen | ||
| Colin Wilson | |||
| Ausf. Produzent: | Kathleen Kennedy | ||
| Buchvorlage: | Michael Crichton | ||
| Kamera: | Janusz Kaminski | ||
| Schnitt: | Michael Kahn | ||
| Musik: | John Williams | ||
| Produktionsdesign: | Rick Carter | ||
| Jim Teegarden | |||
Jedes seiner Bücher wurde ein Bestseller - und verfilmt. Im vergangenen Jahr starb Super-Autor Michael Crichton. Steven Spielberg bringt nun seinen letzten Roman ins Kino und entfesselt ein neues Freibeuterspektakel.
Der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten widmet sich dem letzten Werk eines der erfolgreichsten Autoren aller Zeiten: Spielberg verfilmt Crichton (Foto: Kurt Krieger)
Zusammen mit Hollywoods wohl bestem Drehbuchautor David Koepp wird Steven Spielberg den Roman "Pirate Latitudes" des Bestseller-Autors Michael Crichton verfilmen. US-Presseberichten zufolge hat sich das Filmstudio DreamWorks jetzt die Rechte an dem Roman gesichert, den Crichton kurz vor seinem Tod im November vergangenen Jahres geschrieben hat. Er spielt im Jahr 1665 und erzählt von dem wagemutigen Plan, Port Royal, damals eine der reichsten und berühmt-berüchtigsten Städte der Welt, zu überfallen und ein mit Schätzen voll beladenes spanisches Segelschiff zu überfallen. Der Roman wird am 24. November erscheinen. Bei dessen Verfilmung, für die noch kein Termin feststeht, wird Spielberg in jedem Fall als Produzent, womöglich auch als Regisseur fungieren.
Crichton hatte bereits die Vorlagen zu Jurassic Park und Vergessene Welt: Jurassic Park geschrieben, die Spielberg jeweils nach einem Drehbuch von Koepp inszeniert hatte. Darüber hinaus arbeiteten die beiden bei der Erfolgsserie Emergency Room zusammen. "Michael Crichton war einer der größten Geschichtenerzähler, der all unsere Fantasien in seinen Büchern, Filmen und im Fernsehen zum Leben erweckte. 'Emergency Room' und 'Jurassic Park' waren eine der besten Gemeinschaftsprojekte in meinem Leben. Nun freue ich mich und wir alle bei DreamWorks darauf, mit 'Pirate Latitudes' das neueste Werk von Michael Crichton auf die Leinwand zu bringen", so Spielberg gegenüber US-Medien.
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