Originaltitel: Män som hatar kvinnor
Schweden/Dänemark/Deutschland 2009
Michael Nyqvist
Noomi Rapace
Lena Endre
Regie: Niels Arden Oplev
Verleih: NFP (Warner)
Der aufrechte Investigationsjournalist Mikael Blomqvist von der unbestechlichen Zeitung "Millennium" lässt sich von dem 82- jährigen Patriarchen Henrik Vanger anheuern, das Mysterium um seine 40 Jahre zuvor verschwundene Nichte Harriet zu lösen. Der Zufall führt Blomqvist mit der sozial nicht unbedingt kompatiblen Hackerin Lisbeth Salander zusammen, die mit der Welt auf Kriegsfuß steht, sich aber als unschätzbare Hilfe erweist, als man auf Nazi- Machenschaften, sexuellen Missbrauch und Inzest stößt.

Fulminante Verfilmung des ersten gleichnamigen Romans von Stieg Larssons "Millenium"-Trilogie über das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau und familiäre Katastrophen.
Verborgen hinter der bürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf an Perversion, Lüge und Unmoral. Düstere Familiengeheimnisse sind die Spezialität unserer skandinavischen Nachbarn, nicht erst seit Thomas Vinterbergs "Das Fest". Die Flecken auf der weißen Weste der altehrwürdigen Vanger-Sippschaft deckt Niels Arden Oplevs Leinwandadaption von Stieg Larssons erstem Band der Millenium-Trilogie auf. Jedes Jahr zum Geburtstag erhält Henrik Vanger, ein reicher Patriarch, gepresste Blüten hinter Glas, für den 82jährigen das Geschenk des Mörders seiner Lieblingsnichte, das junge Mädchen verschwand vor vierzig Jahren einfach. Ein politisch engagierter Enthüllungsjournalist soll den alten Fall wieder aufrollen und klären. Mit Hilfe einer Hackerin stößt er nicht nur auf Nazi-Umtriebe, sondern auf Ungereimtheiten, Gewalt und sexuellen Missbrauch, ein Sodom und Gomorrha. "Die Krone der Schöpfung, der Mensch, das Schwein", Gottfried Benns pessimistisches Urteil über den Homo Sapiens trifft hier voll ins Schwarze.
Eine Reihe von zehn Büchern plante der schwedische Autor Stieg Larsson, der 2004 urplötzlich an einem Herzinfarkt starb, nur drei, die "Millennium Trilogie" wurden posthum veröffentlicht und ein Riesenerfolg - "Verblendung" war das bestverkaufte Buch in der EU im Jahr 2008 mit allein in Deutschland über drei Millionen begeisterten Lesern. Dem Dänen Oplev ("Der Traum") gelingt ein kleines Wunder, er strafft die über 700 Seiten des virtuosen Konvuluts zu einem kompakten Drama aus einem Guss, ohne wichtige Handlungsstränge oder Figuren zu vernachlässigen. Allein die genaue Analyse eines Fotos entpuppt sich als psychologisch aufregendes Puzzle. Beim akribischen Aufdecken von Lebenslügen prallen zwei Charaktere aufeinander, der investigative Journalist Mikael Blomqvist, der wegen gezielter Verleumdung seinen Job verlor und nun seinen seriösen Ruf wieder herstellen möchte und die rebellische Computerexpertin Lisbeth Salander, psychiatrie-geschädigt, abweisend und jedem gegenüber misstrauisch. Beides ungewöhnliche Menschen, deren Wege und Emotionen sich kreuzen. Noomi Rapace ist fabelhaft als unkontrollierbares Wutbündel, die sogar dem beeindruckenden Michael Nyqvist die emotionale Schau stiehlt. Man möchte keine der beängstigend intensiven 152 Minuten dieses alptraumhaften und düsteren Thrillers missen, ein veritabler Höllenritt durch niedrige Instinkte - radikal, grausam, faszinierend. Freuen darf man sich jetzt schon auf "Verdammnis" und "Vergebung", Teil 2 und 3 der Trilogie, die 2010 ins Kino kommen. mk.
| Darsteller: | Michael Nyqvist | als Mikael Blomkvist | |
|---|---|---|---|
| Noomi Rapace | als Lisbeth Salander | ||
| Lena Endre | als Erika Berger | ||
| Sven-Bertil Taube | als Henrik Vanger | ||
| Peter Haber | als Martin Vanger | ||
| Peter Andersson | als Anwalt Nils Bjurman | ||
| Marika Lagercrantz | als Cecilia Vanger | ||
| Ingvar Hirdwall | als Dirch Frode | ||
| Björn Granath | als Gustav Morell | ||
| Willie Andréason | als Birger Vanger | ||
| Ewa Fröling | als Harriet Vanger | ||
| Per Oscarsson | als Holger Palmgren | ||
| Michalis Koutsogiannakis | als Dragan Armanskij | ||
| Annika Hallin | als Annika Giannini | ||
| Sofia Ledarp | als Malin Eriksson | ||
| Tomas Köhler | als Plague | ||
| David Dencik | als Janne Dahlmann | ||
| Stefan Sauk | als Hans-Erik Wennerström | ||
| Gösta Bredefeldt | als Harald Vanger | ||
| Fredrik Ohlsson | als Gunnar Brännlund | ||
| Gunnel Lindblom | als Isabella Vanger | ||
| Reuben Sallmander | als Enrico Giannini | ||
| Yasmine Garbi | als Mimmi Wu | ||
| Margareta Stone | als Birgit Falk | ||
| Christian Fiedler | als Otto Falk | ||
| Georgi Staykov | als Alexander Zalachenko | ||
| Nina Norén | als Agneta Salander | ||
| Emil Almén | als Polizist in Dalarna | ||
| Louise Ryme | als Rezeptionistin | ||
| Pale Olofsson | als Richter | ||
| Mikael Rahm | als Bildredakteur | ||
| Lennart Svensson | als Polizist in Skogen | ||
| Carl Oscar Tornros | als Hooligan | ||
| Kalled Mustonen | als Hooligan | ||
| Henrik Knutsson | als Hooligan | ||
| Barbro Enberg | als Ältere Dame | ||
| Ola Wallinder | als Techniker bei Milton | ||
| Alexandra Pascalidou | als TV-Reporterin | ||
| Siewert Oholm | als Fernsehmoderator | ||
| Theilla Bladh | als Ung Lisbeth | ||
| Laura Lind | als Jennie Giannini | ||
| Richard Franc | als Gottfried Vanger | ||
| Magnus Stenius | als Plit | ||
| Monica Giannini | |||
| Isabella Isacson | |||
| Regie: | Niels Arden Oplev | ||
| Drehbuch: | Nikolaj Arcel | ||
| Rasmus Heisterberg | |||
| Produzent: | Søren Stærmose | ||
| Ausf. Produzent: | Prof. Dr. Peter Nadermann | ||
| Ole Søndberg | |||
| Mikael Wallén | |||
| Anni Faurbye Fernandez | |||
| Lone Korslund | |||
| Gunnar Carlsson | |||
| Buchvorlage: | Stieg Larsson | ||
| Kamera: | Eric Kress | ||
| Schnitt: | Anne Østerud | ||
| Musik: | Jacob Groth | ||
| Produktionsdesign: | Niels Sejer | ||
| Kostüme: | Cilla Rörby | ||
| Maske: | Jenny Fred | ||
| Love Larson | |||
| Anna-Carin Lock | |||
| Ton: | Anders Hörling | ||
| Casting: | Tusse Lande | ||
Der schwedische Autor Stieg Larsson lieferte mit seinen
Krimis die Basis: Die Verfilmung der "Millennium-Trilogie" ist eine aufregende
Geschichte über Risikobereitschaft und das Gespür für gute Geschichten
- beides fehlte einer deutschen Firma, die den Stoff ablehnte.
"Ein solcher Erfolg lässt sich nicht wiederholen." Ole Søndberg, in Dänemark geboren, spricht viel und schnell, sein Englisch klingt abgehackt, wie oft bei Skandinaviern. Doch dann wird er nachdenklich, fast sentimental; es geht um seinen größten Glücksgriff: die "Millennium-Trilogie", die er produzierte.
Die Entstehungsgeschichte von "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" ist längst zum Mythos geworden. Stieg Larsson, der Gutmensch, der gegen die Neonazis in Schweden anschreibt, verfasst die Romanvorlage; sein Werk bleibt unvollendet, drei fertige Manuskripte werden nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 2004 posthum veröffentlicht. 15 Mio. verkaufte Buchexemplare, über 210 Mio. Dollar weltweites Boxoffice der drei Spielfilmadaptionen, eine sechsteilige Fernsehfassung, die Millionen Fernsehzuschauer in ihren Bann zieht. Das ZDF strahlte die TV-Miniserie sonntags um 22.15 Uhr aus: sechs Episoden in sechs Wochen - eine ambitionierte Programmierung, gelten doch heute schon Zweiteiler als Risiko für die Programmplanung. Die Mainzer sind mit dem Ergebnis hochzufrieden.
Doch wie kommt ein kleines schwedisches Produktionsunternehmen an die Filmrechte eines Bestsellers? Es ist das Jahr 2002, Sondberg produziert und finanziert bereits seit 20 Jahren Fernsehfilme und Spielfilme, da lernt er den schwedischen Krimiautor Henning Mankell kennen. Sondberg ist zu der Zeit auf der Suche nach einem Partner für sein Konzept. Der Produzent ist es überdrüssig, nach jedem Projekt wieder bei null anfangen zu müssen, ihm schwebt ein TV-Franchise vor, basierend auf erfolgreichen Romanvorlagen, das sich international vermarkten lässt und so seiner Firma Early Bird zu mehr Kontinuität verhilft.
Mankell gefällt die Idee. Der Bestsellerautor hält mit seiner eigenen Firma Yellow Horse schon länger Ausschau nach jemandem, dem er die Filmrechte an seinen berühmten Romanen anvertrauen kann. Seine große Angst ist, eine Verfilmung könnte Figuren wie Kommissar Kurt Wallander verhunzen und sein literarisches Werk beschädigen. Anders verhält es sich mit Sondberg. Die beiden kommen ins Geschäft. Bedingung: Mankell behält die Kontrolle über seine Bücher und Ideen. Das Produktionsunternehmen Yellow Bird wird als Joint Venture gegründet, Sondberg und Mankell sind jeweils hälftig an der Firma beteiligt.
Gleich beim ersten Projekt wird die Firmenphilosophie in die Realität umgesetzt. Basierend auf Mankells Romanvorlage "Vor dem Frost", entstehen in der Folgezeit insgesamt 13 "Wallander"-Krimis. Mankell schreibt teilweise an den Drehbüchern mit; in Skandinavien werden die Produktionen auch im Kino ausgewertet. Finanziert wird die Reihe von verschiedenen skandinavischen Sendern und der ARD Degeto mit dem Ziel, sie in möglichst vielen Ländern zu vertreiben.
Und dann geschieht das, wovon wohl jeder Produzent träumt: Sondberg wird der Stoff eines völlig unbekannten Schriftstellers angeboten. Er erkennt das Potenzial der starken Geschichte, schlägt zu - und landet einen Volltreffer. Yellow Bird kauft 2004, vier Monate vor Stieg Larssons Tod, die Filmrechte an der "Millennium-Trilogie". Während Larsson noch an seinem Monumentalwerk arbeitet, das ursprünglich auf zehn Bücher angelegt war, versucht sein Verlag Norstedts bereits, die Filmrechte an den Mann zu bringen. Yellow Bird hatte sich damals schon mit den anspruchsvollen Mankell- Literaturverfilmungen einen Namen gemacht, war auf der Suche nach neuen vielversprechenden Autoren - und greift zu. "Eine reine Bauchentscheidung", beschreibt Sondberg die Situation von damals.
Übrigens wurde der Stoff seinerzeit auch einem großen deutschen Produktionsunternehmen angeboten. Dort fand die Geschichte des investigativen Journalisten Mikael Blomkvist und der Punkerin Lisbeth Salander auf Rachefeldzug wenig Anklang, man winkte dankend ab. Zunächst ging es Sondberg nicht besser. Schnell war klar, dass Larssons Vorlage in der Filmadaption eine große Herausforderung sein würde: Wenig eingängige Charaktere, unbekannter Autor, aufwendige Locations und Dreharbeiten - für ein solches Projekt steht kein Koproduktionspartner Schlange. "Oft habe ich bei den Fernsehsendern ein 'Nein' gehört, wenn ich ihnen 'Millennium' gepitcht habe", erzählt Sondberg.
Ein tragischer Zufall sollte Yellow Bird zu Hilfe kommen. Völlig unerwartet stirbt Larsson am 9. November 2004 an einem Herzinfarkt, nachdem der Kettenraucher kurz vorher die Treppen zu den Redaktionsräumen des Magazins "Expo" hochgestiegen war, für das er arbeitete. Nach seinem Tod veröffentlich der Verlag Norstedts drei Romane aus Larssons Nachlass, für die sich zunächst außerhalb Schwedens niemand interessiert. Erst langsam steigen die Verkaufszahlen. Später werden "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" in vielen Ländern der Welt zu Bestsellern.
Damit ist der Grundstein gelegt für den Erfolg der "Millennium"- Trilogie, die Yellow Birds Meisterstück werden sollte. "Amphibisch" produziert als dreiteiliges Kinoprojekt und sechsteilige Fernsehfassung, stemmten Fernsehsender aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Deutschland die Finanzierung. Die Rechnung geht auf, "Millennium" wird ein Riesenerfolg, Sony kauft die Rechte für eine US-Interpretation mit Daniel Craig in der Hauptrolle. Der Film kommt noch dieses Jahr in die Kinos und ist "zu 90 Prozent anders als die skandinavische Fassung", verrät Sondberg.
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