Origineller, charmant-klerikaler Spaß um drei Mönche auf Entdeckungsreise in der "weltlichen" Welt. http://images.kino.de/flbilder/max02/bf02/bf12/b0212998/b150x150.jpg Vaya con dios

Filmdetails

Vaya con dios

Origineller, charmant-klerikaler Spaß um drei Mönche auf Entdeckungsreise in der "weltlichen" Welt.


Vaya con dios
Start: 28.03.2002

Komödie

Deutschland 2002
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Michael Gwisdek
Daniel Brühl
Matthias Brenner

Regie: Zoltan Spirandelli
Verleih: Senator

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

lau

Inhalt

Die drei Cantorianer-Mönche Benno, Tassilo und Arbo müssen ihre Brandenburger Abtei verlassen, weil es ihr an Nachwuchs und Geld mangelt. Sie machen sich auf die lange Reise in die Toskana zum letzten noch verbliebenen Cantorianer-Kloster. Doch der Weg dorthin ist mit irdischen Verlockungen gepflastert. So wird Arbo mit der Fleischeslust konfrontiert in der hübschen Person der Fotografin Chiara.


Kritik

Vaya con dios

Zum absoluten Matchwinner unter den nationalen Newcomern avancierte am 18. Januar bei der Vergabe der Bayerischen Filmpreise 2002 Zoltan Spirandellis "Vaya con dios". Das komödiantische Road Movie um drei Mönche, die eine abenteuerliche Reise von Brandenburg in die Toskana unternehmen, erhielt alle drei Nachwuchspreise - in den Kategorien beste Darsteller (Daniel Brühl und Chiara Schoras) und beste Regie. Diese Auszeichnungen könnten dem ebenso originellen wie charmant-klerikalen Spaß neben der zu erwartenden positiven Mundpropaganda zu einem Überraschungserfolg an den deutschen Kinokassen verhelfen.

Rund 15 Jahre ist es her, da machte Zoltan Spirandelli, der an der Hamburger Musikhochschule ein Opernregie-Studium absolvierte, erstmals auf großer Leinwand auf sich aufmerksam - mit seinem "interaktiven" Kurzfilm "Der Hahn ist tot". Dieses preisgekrönte Werk faszinierte das Publikum derart, dass es den gleichnamigen Kanon aus vollem Halse mitsang. Auch in "Vaya con dios", Spirandellis erstem abendfüllenden Kinofilm nach diversen Kurzfilmen und drei TV-Produktionen, spielt Musik eine tragende Rolle. Schließlich glauben die drei Cantorianer-Mönche Benno (Michael Gwisdek), Tassilo (Matthias Brenner) und Arbo (Daniel Brühl) fest daran, dass sich der Heilige Geist in ihrem - zugegebenermaßen wunderschönen - Gesang offenbart. Doch alles Musizieren nutzt nichts, der Brandenburger Abtei mangelt es an Nachwuchs und an Geld. Deshalb werden die Pforten eines Tages geschlossen und das Trio muss die beschwerliche Reise in die Toskana nach Montecerboli, wo das letzte noch verbliebene Cantorianer-Kloster existiert, antreten. Bei diesem Trip durch die "weltliche" Welt mit all ihren Verlockungen machen die Drei ganz unterschiedliche Erfahrungen. Während der gemütliche Tassilo bei einem Zwischenstopp am Kochtopf seiner Mutter hängenbleibt und sich der asketisch-kämpferische Benno mit seinen schärfsten Gegnern, den Jesuiten, auseinandersetzt, wird der blutjunge Arbo hautnah mit der Fleischeslust konfrontiert. Denn ihr Weg nach Italien wird von einer selbstbewussten, attraktiven und lebenslustigen Fotografin namens Chiara (Chiara Schoras) gekreuzt, die den arglosen Arbo nach allen Regeln der Verführungskunst vom Pfade der Keuschheit abzubringen versucht...

Spirandelli, der auch das Drehbuch beisteuerte, setzt bei seinem Kinoerstling vor allem auf den Zusammenprall von klösterlicher Askese auf irdische Vergnügungssucht und die daraus resultierenden absurd-komischen Momente. Auch wenn er seine Hauptfiguren dabei mit größtmöglicher Naivität durch den knallharten, weltlichen Alltag irren lässt, so geht er dennoch stets liebevoll und ohne Häme mit ihnen um. Neben einer detaillierten Beschreibung klösterlichen Lebens, das heutzutage in seiner Ruhe und Einfachheit schon fast wohltuend anachronistisch wirkt, nimmt der Soundtrack eine herausragende Bedeutung ein. Die meditative Chormusik nimmt schlichtweg jeden gefangen und setzt so einen weiteren Kontrapunkt zur hektischen Betriebsamkeit außerhalb der Kirchenmauern. Während Michael Gwisdek, der zuletzt in "Nachtgestalten" begeisterte, und Theater- und Fernsehschauspieler Matthias Brenner vor allem die komischen Akzente setzen, steuert Daniel Brühl bei diesem Road Movie die Coming-of-Age-Geschichte bei. Der Nachwuchs-Mime, der seinen Bayerischen Nachwuchsfilmpreis auch für "Nichts bereuen" und "Das weiße Rauschen" erhielt, gibt als scheu-schüchterner, aber stets neugieriger Mönch, der zuvor noch nie eine Frau gesehen hat, mit der quirligen Chiara Schoras, die man vor allem aus den Serien "Alphateam" und "Girlfriends" kennt, ein wunderbares Paar ab.

Nun bleibt abzuwarten, ob es Spirandelli, der mit seinen 44 Jahren eigentlich nicht mehr ganz zum Nachwuchs gehört, für die 15.000 Euro bayerische Filmprämie aber wohl Verwendung hat, gelingt, ähnlich wie bei "Der Hahn ist tot", sein Publikum zu begeistern. Sollte dies geschehen, könnten Senator möglicherweise Zahlen ins Haus stehen, die zuletzt mit der Kiffer-Komödie "Lammbock" erreicht wurden. lasso.

Vaya con dios

Darsteller:  Michael Gwisdek   als Benno
  Daniel Brühl   als Arbo
  Matthias Brenner   als Tassilo
  Chiara Schoras   als Chiara
  Traugott Buhre   als Abt Stephan
  Heinz Trixner   als Pater Claudius
  Christel Peters   als Tassilos Mutter
  Beate Zimmermann   als Beate
 
Regie:  Zoltan Spirandelli  
Drehbuch:  Zoltan Spirandelli  
Produzent:  Uli Aselmann  
Ausf. Produzent:  Martin Rohrbeck  
  Patrick Zorer  
Kamera:  Dieter Deventer  
Schnitt:  Magdolna Rokob  
Musik:  Detlef Petersen  
Produktionsdesign:  Harald Turzer  
Kostüme:  Nina Springsguth  
Ton:  Volker Zeigermann  

Deutscher Filmpreis, die 52te

Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.

Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.

Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.

Die Nominierungen

Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".

Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"

Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"

Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".

Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".

Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"

Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".

2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.

Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

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Daniel Brühl

Er besuchte nie eine Schauspielschule und ist doch DER Jungstar des deutschen Films. Daniel Brühls sanfte sensible Art macht ihn zwischen Teen-...

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