Regie: Xiaolu Guo
Verleih: Pandora
Im südchinesischen Dorf des "Dreiköpfigen Vogels" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Doch als die einfache Landarbeiterin Kwok Yun, die ein Verhältnis mit dem verheirateten Dorflehrer pflegt, eine unheimliche Begegnung der dritten Art hat und einem mysteriösen Amerikaner das Leben rettet, ist es mit dem Idyll vorbei. Die noch von Maos Ungeist geprägte Dorfvorsteherin katapultiert das regnerische Fleckchen mit fanatischem Eifer in die Moderne und baut den traditionellen Ort rasant zur Touristenfalle um. Die unbedarfte Yun spannt sie für ihre Zwecke ein.

Satirisches Drama um eine UFO-Sichtung, die ein südchinesisches Bauerndorf in die Moderne katapultiert - zum Nachteil von Umwelt und Einwohnern.
Der mit deutschen Geldern finanzierte, ostentativ gesellschaftskritische Beitrag zur zwanghaften Modernisierung Chinas zeigt die Umwälzungen eines kleinen, anfangs unberührten Dorfes im entlegenen Süden des Reiches anhand einer unfreiwillig zur Galionsfigur der rasanten Globalisierung ernannten Landarbeiterin. Nach ihrem eigenen, autobiografisch gefärbten Roman orientiert sich die Chinesin Xiaolu Guo an ihrem Spielfilmerstling "She, a Chinese", für den sie den Goldenen Leoparden gewann, und ihrer Dokumentation "Once Upon a Time Proletarian". Sie liefert einen experimentell angehauchten Mix verschiedener Stile, bringt darin Landschaftsen, Märchenelemente, Udo Kier als seltsamen Amerikaner, grobe Satire und dramatische Entwicklungen unter.
Arthauskinogänger finden eine ästhetisch reizvolle Ode an das Land und die Tradition vor, die sich am lyrischen Meisterwerk "Ich bin Kuba" von Michail Kalatosow orientiert, dem erklärten Vorbild dieses Werks. Im Wechsel zwischen Schwarzweiß (der subjektiven Perspektive eines herrischen Ermittlers aus Peking) und Farbe entspinnt sich die Begegnung der einfachen Arbeiterin Kwok Yun (Shi Ke) mit einem bizarren Raumschiff und einem verletzten Amerikaner (Kier). Beide verschwinden wieder, aber die umtriebige Dorfvorsteherin Chang (Fischkopf: Mandy Zhang) nutzt das Ereignis, um aus ihrer zurückgebliebenen Bergprovinz eine Touristenfalle zu errichten. Dafür benutzt der lokale Parteikader Analphabetin Yun, um im realitätsfernen Größenrausch Luxushotels aus dem Sumpfboden zu stampfen, die idyllische Umwelt zu verschandeln und Bewohner zu ruinieren.
Das dramaturgisch etwas unstrukturierte nachdenkliche Klagelied nebst Polit-Satire stellt das Leid der Protagonistin und ihre vergebliche Zuneigung zu einem vertriebenen Wanderarbeiter ins Zentrum. Zunächst schildert Guo das althergebrachte Leben, als wäre man in Rotchina unter Mao: Einen mitleidlosen Obrigkeitsstaat, bei dem jeder, der etwas Macht hat, andere schikaniert. Anschließend zeigt sie die Globalisierung mit einem Almauftrieb, der die Gier aller weckt, schnell reich zu werden. Nur die Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen bleibt als Konstante in einer Farce, in der alle den Preis für radikalen Wandel bezahlen.
tk.
| Darsteller: | Shi Ke | als Kwok Yun | |
|---|---|---|---|
| Udo Kier | als Steve Frost | ||
| Mandy Zhang | als Chief Chang | ||
| Y. Peng Liu | als Fahrradhändler | ||
| Z. Lan | als Dorflehrer | ||
| Massela Wei | als Sekretär Zhao | ||
| Dou Li | als Vater Kwok | ||
| Regie: | Xiaolu Guo | ||
| Produzent: | Klaus Maeck | ||
| Ausf. Produzent: | Fatih Akin | ||
| Buchvorlage: | Xiaolu Guo | ||
| Kamera: | Michal Tywoniuk | ||
| Schnitt: | Nikolai Hartmann | ||
| Musik: | Mocky | ||
| Ton: | Philippe Ciompi | ||
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