Originaltitel: Troy - Director's Cut
USA 2004-2007
Brad Pitt
Eric Bana
Orlando Bloom
Regie: Wolfgang Petersen
Verleih: Warner
Irgendwann im zwölften Jahrhundert vor Christi Geburt: Der schwer verliebte trojanische Königssohn Paris (Orlando Bloom) verschleppt die spartanische Königsgemahlin Helena (Diane Kruger) in seine davon mäßig begeisterte Heimat. Unter der Leitung von Helenas Schwager Agamemnon wird eine sofortige und grenzübergreifende Generalmobilmachung Großgriechenlands eingeleitet. In den darauffolgenden zehn Jahren der Belagerung Trojas tun sich diverse Helden hervor, darunter auf trojanischer Seite Hector (Eric "Hulk" Bana) und auf der hellenischen Achill (Brad Pitt).
Da bebt die Ägäis: Wolfgang "Outbreak" Petersens Effekt geladene HighEnd-Sandale über die blutigste Liebesgeschichte aller Zeiten verschluckte mal eben ein Budget von 130 Millionen fetten Dollars - jetzt im beeindruckenden Director's Cut!
Groß, größer, monumental: Starregisseur Wolfgang Petersen wandelt mit seinem fulminanten Action-Epos auf den Spuren von "Gladiator". Jetzt gibt's das epochale Werk im beeindruckenden Director's Cut.
Die Stunde der Wahrheit in Troja: Was steckt bloß drin in diesem schmucken Holz-Pferd? (Foto: Warner)
Filme wie "Ben Hur" und "Spartacus" sind Klassiker, und doch galten sie lange Zeit nur noch als Relikte einer Ära. Monumentalfilme, so schien es, waren nach den 60er Jahren ausgestorben wie die Dinosaurier.
Dann kam das Jahr 2000 und der "Gladiator". Ridley Scott hauchte dem totgesagten "Sandalenfilm" nicht nur neues Leben ein, sondern setzte auch neue Maßstäbe.
Mit einer historisch akkuraten Mischung aus Glanz und Brutalität, mit beeindruckenden Special Effects und nie gesehenen Kampfszenen.
Jetzt lässt Erfolgs-Regisseur Wolfgang Petersen ("Das Boot", "Der Sturm") der Action-Geschichtsstunde aus dem alten Rom eine mindestens ebenbürtige griechische Tragödie folgen.
Hektor und Patroklos lassen in einer der vielen beeindruckenden Schlachtenszenen die Waffen sprechen (Foto: Warner)
Mit einer von "Achilles" Brad Pitt angeführten All-Star-Besetzung und einem 150-Millionen-Budget hat er Homers mythologischen Klassiker in eine neue Sphäre gehoben.
Natürlich deckt das Kino-Abenteuer nicht die gesamte epische Breite der Ilias ab, doch der Kern des Stoffes blieb erhalten: Das Jahr 1193 vor Christus. Der trojanische Prinz Paris (Orlando Bloom) entführte die schöne Griechin Helena (Diane Kruger), Ehefrau des spartanischen Königs Menelaos.
Der Frauenraub hatte politische Konsequenzen und mündete in einen langen, blutigen Krieg sowie die Belagerung von Troja. Die Attacke wurde angeführt von Agamemnon (Brian Cox), dem Bruder des Königs von Sparta, und Achilles (Brad Pitt), der zu seiner Zeit als unbesiegbarer Krieger galt.
Obendrein hatte Achilles noch eine persönliche Fehde mit dem trojanischen Musterkrieger Hektor (Eric Bana). Sie trieb die beiden unaufhaltsam in einen Kampf Mann gegen Mann. Die Umzingelung der Stadt zog sich endlose zehn Jahre hin, weil ihre Befestigungen seinerzeit uneinnehmbar waren.
Wie also zum Siegen in die Stadt gelangen? Agamemnon und Achilles besannen sich auf eine List, die auch dreitausend Jahre später noch als Metapher gilt für geniale Heimtücke: das "Trojanische Pferd".
Selbst für Brad Pitt war "Troja" mit seinen aufwändigen Kampfszenen eine Herausforderung. Sein Achilles, die perfekte Mischung aus Kampfmaschine und Ladykiller, festigt seinen Superstar-Status. Sein exzellentes Spiel und Petersens Drang nach Authentizität sind Garanten für großes Kino.
Für die Außendrehs auf Malta ließ der Perfektionist Trojas Silhouette so originalgetreu wie möglich nachbauen. So ist "Troja" eine perfekte Synthese aus griechischer Tragödie und modernem Action-Abenteuer, von Wolfgang Petersen mit bombastischen Bildern von der riesigen griechischen Flotte, von Achilles' Kämpfen und der legendären Schlacht um Troja bestückt. Gut festhalten!
| Darsteller: | Brad Pitt | als Achilles | |
|---|---|---|---|
| Eric Bana | als Hektor | ||
| Orlando Bloom | als Paris | ||
| Diane Kruger | als Helena | ||
| Brian Cox | als Agamemnon | ||
| Sean Bean | als Odysseus | ||
| Brendan Gleeson | als Menelaos | ||
| Peter O'Toole | als Priamos | ||
| Rose Byrne | als Briseis | ||
| Saffron Burrows | als Andromache | ||
| Julie Christie | als Thetis | ||
| Garrett Hedlund | als Patrocles | ||
| Regie: | Wolfgang Petersen | ||
| Drehbuch: | David Benioff | ||
| Produzent: | Wolfgang Petersen | ||
| Diane Rathbun | |||
| Colin Wilson | |||
| Buchvorlage: | Homer | ||
| Kamera: | Roger Pratt | ||
| Schnitt: | Peter Honess | ||
| Musik: | James Horner | ||
| Produktionsdesign: | Nigel Phelps | ||
| Kostüme: | Bob Ringwood | ||
| Ton: | Tony Dawe | ||
| Casting: | Lucinda Syson | ||
Das Monumentalwerk "Troja" erscheint im Director's Cut in digitaler Bearbeitung um eine halbe Stunde verlängert auf DVD. Der Film ist härter und plausibler geworden.
» Hatten Sie den Director's Cut von Anfang an im Hinterkopf, schon während der Dreharbeiten?
WOLFGANG PETERSEN: Die Idee zum Director's Cut entstand während des Schnitts. Die letzten sechs Monate Arbeit an einem Film sind sehr nervenaufreibend. Wenn man anfängt zu schneiden, ist man voller Enthusiasmus, und will alles zeigen, was man gedreht hat. Bei den ersten Screenings für die Leute vom Studio wird man schnell desillusioniert: "Troja" ist zu lang, die Gewalt und den Sex mit Brad Pitt kann man keinen Kindern zeigen, um eine Altersfreigabe ab 13 Jahren zu bekommen.
Ich sage das nicht als der arme Künstler, der vom Studio unterdrückt wird, denn ich kann entscheiden, wie immer ich will. Da liegt nicht das Problem, aber wenn man als Filmemacher einen 200-Mio.-$-Film gemacht hat, trägt man große Verantwortung und fragt sich, ob man das Risiko eingehen will, dass der Film an der Kinokasse floppt.
Man fragt sich, ob man in einigen Aspekten vielleicht zu extrem war, und wenn einem als Regisseur dann klar wird, was man alles schneiden muss, und dass der Film dabei verliert, entsteht Frustration. Das ist die Krise, durch die man geht. Speziell in diesen deprimierenden Stunden um vier Uhr morgens, wenn man aufwacht und das Gefühl hat, es ist alles schrecklich.
» Haben Sie beim zweiten Blick auf das Material Dinge entdeckt, die Ihnen vorher entgangen waren?
Ja, es war ein sehr emotionaler Prozess, durch den mein Cutter und ich gegangen sind, weil wir die wirkliche Schönheit und den richtigen Rhythmus des Films erst jetzt entdeckten. Während wir an der ersten Fassung arbeiteten, ist uns das Erzähltempo aus dem Ruder gelaufen und nahm ein Eigenleben an. Der Stress vor dem Filmstart war gewaltig.
Jetzt, einige Zeit später, hat man Abstand und Ruhe. Peter Honess und ich haben uns zum Schneiden das Drehbuch noch mal dazugenommen. Plötzlich hat vieles so funktioniert, wie es geplant war. Wir hatten damals unter hohem Druck, wie auf Autopilot, gekürzt, um unter drei Stunden zu kommen. Die Schönheit und die Gründe, warum Szenen so und nicht anders konzipiert waren, haben wir teils gar nicht mehr beachtet. Jetzt habe ich das Gefühl: Das ist es, mehr kann ich nicht machen.
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