Minimalistisches Sci-Fi-Drama, in dem gebrechliche Reiche die Körper von bettelarmen Afrikanern bewohnen: eine Meditation über ethische Grundfragen. http://images.kino.de/flbilder/max11/mbiz11/mbiz34/z1134224/b150x150.jpg Transfer

Filmdetails

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Minimalistisches Sci-Fi-Drama, in dem gebrechliche Reiche die Körper von bettelarmen Afrikanern bewohnen: eine Meditation über ethische Grundfragen.


Transfer
Start: 22.09.2011

Drama / Science Fiction

Deutschland 2010
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Hans-Michael Rehberg
Ingrid Andree
BJ Britt

Regie: Damir Lukacevic
Verleih: Kinostar

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Inhalt

In der nahen deutschen Zukunft bietet eine findige Firma ein revolutionäres Geschäft an: Einen permanenten Persönlichkeitstransfer in einen jungen und gesunden Körper. Das reiche, aber alte und kranke Ehepaar Hermann und Anna lässt sich trotz moralischer Skrupel auf das Experiment ein und findet sich in zwei schönen, jungen afrikanischen Wirtskörpern wieder. Deren Persönlichkeiten erwachen jede Nacht für wenige Stunden und sind über ihr Schicksal entsetzt. Als sie ein Kind erwarten, planen sie die Flucht, ein auswegloses Unterfangen.


Kritik

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Minimalistisches Sci-Fi-Drama, in dem gebrechliche Reiche die Körper von bettelarmen Afrikanern bewohnen: eine Meditation über ethische Grundfragen.

Damir Lukacevics zweiter Spielfilm, entstanden für "Das kleine Fernsehspiel", ist ein bewusster Gegenentwurf zu Effekt-Opern. Das kühle Arthaus-Kopfkino erreicht langsam das Herz und nutzt seine Vision als Bühne für einen Diskurs über ein ganzes Bündel ethischer Probleme. Die Idee, seine Persönlichkeit gegen ein Millionensümmchen auf einen jungen, gesunden und schönen Körper zu übertragen, um ihn zwanzig Stunden am Tag als Avatar zu bewohnen, gerät weniger nach James Cameron denn "Gattaca" mit all seinen philosophischen und moralischen Fragen.

Weil nun eine reiche deutsche Elite, hier ein gebrechliches Ehepaar kurz vor dem Alterstod, sich in den Körpern mittelloser afrikanischer Flüchtlinge einnistet, werden sie nicht nur Teilzeit-Körperfresser, sondern auch Neo-Kolonialisten. Die Wirte kommen nachts für wenige Stunden zu sich und entdecken, dass ihnen der skrupellose Konzern, die Humantechfirma Menzana, übel mitgespielt hat. Die beiden Spender verlieben sich und fassen einen aussichtslosen Fluchtplan, womit sich das Themenspektrum um einen romantischen und einen weiteren psychologischen Aspekt erweitert, den des Doppelgänger, der gespaltene Persönlichkeiten, Nachtwesen.

Als die junge Frau schwanger wird, stecken alle vier in einem Dilemma, das sowohl grundlegende philosophische Themen wie Körper und Geist, als auch aktuelle wie den Menschen als Ware abhandelt, in seiner etwas hüftsteifen Künstlichkeit vielleicht nicht so elegant wie "Alles, was wir geben mussten", aber doch vielschichtig und umfassend. Überdies arbeitet Lukacevic geschickt die Migrations-Thematik seines Erstlings "Heimkehr" in das minimalistische Moraldrama im futuristischen Design mit ein. Nur über den Wachbeauftragten Laurin (Mehmet Kurtulus aus "Gegen die Wand" als Frankensteinsches Monster) hätte man gerne mehr erfahren.

tk.

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Darsteller:  Hans-Michael Rehberg   als Hermann Goldbeck
  Ingrid Andree   als Anna Goldbeck
  BJ Britt   als Apolain
  Regine Nehy   als Sarah
  Jeanette Hain   als Dr. Menzel
  Mehmet Kurtulus   als Laurin
  Ulrich Voß   als Otto
 
Regie:  Damir Lukacevic  
Drehbuch:  Damir Lukacevic  
  Gabi Blauert  
  Gerald Klein  
Produzent:  Marcos Kantis  
  Martin Lehwald  
Kamera:  Francisco Dominguez  
Schnitt:  Frank Brummundt  
Musik:  Enis Rotthoff  
Produktionsdesign:  Tom Hornig  
Kostüme:  Annemarie Laber  
Ton:  Steffen Graubaum  
Casting:  Lisa Hamil  

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