Atemloses Porträt der Entstehung von Facebook - und zugleich ein großartiges Sittengemälde der Nullerjahre. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto31/10310293/b150x150.jpg The Social Network

Filmdetails

The Social Network

Atemloses Porträt der Entstehung von Facebook - und zugleich ein großartiges Sittengemälde der Nullerjahre.


The Social Network
Start: 07.10.2010

Drama / Biographie

USA 2010
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Jesse Eisenberg
Andrew Garfield
Justin Timberlake

Regie: David Fincher
Verleih: Sony Pictures

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Inhalt

Es ist ein vermeintlich ganz normaler Herbstabend des Jahres 2003 in Harvard, als sich der unscheinbare Student Mark Zuckerberg, ein regelrecht begnadeter Computerprogrammierer, hinsetzt, um an einer neuen Idee zu feilen. Er erschafft das soziale Netzwerk Facebook, das binnen kürzester Zeit ein Sensationserfolg wird, eine Revolution in Sachen Kommunikation. Sechs Jahre später ist Zuckerberg der jüngste Milliardär der Welt - und hat nicht nur Fans: Mitstudenten wollen etwas vom Kuchen abhaben, weil sie die Idee zu Facebook vor Zuckerberg gehabt haben wollen.


Kritik

The Social Network

David Fincher nutzt sein packendes Porträt von Facebook-Erfinder Zuckerberg zu einer fiebrigen Gesellschaftsstudie um Geltungssucht, Macht und die Welt des schönen Scheins.

Schon einmal war es David Fincher, zuletzt in den Kinos erfolgreich mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button", gelungen, mit einem Film ein ganzes Jahrzehnt zu definieren: "Fight Club" umriss die Neunzigerjahre in einem Rundumschlag gegen die Götzen der modernen Konsumgesellschaft als Ära der Entmannung und ließ buchstäblich die Säulen der Zivilisation zusammenstürzen. "The Social Network" seziert nun, nach einem kongenialen Drehbuch von "West Wing"-Schöpfer Aaron Sorkin, die Dekade Bush: Vordergründig das Porträt von Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg, der mit Mitte Zwanzig Milliardär, aber kein bisschen weniger einsam wird, ist die rasende Abrechnung mit dem Mikrokosmos Harvard tatsächlich eine moderne, unbedingt relevante Variation von "Der Schatz der Sierra Madre", kein Krimi also, mit kaum vordergründiger Action und wenig Spielraum für visuelle Kapriolen, sondern eine elektrisierende Studie der Bestie Mensch, ein Spiel vorwiegend um Geld, Macht und Geltungssucht innerhalb einer kleinen elitären Gemeinschaft - vorgetragen im rasenden Sprechtempo der Screwball-Comedies eines Howard Hawks und doch überhaupt nicht zum Lachen.

Seinen Anfang nimmt "The Social Network" im Herbst 2003 mit einem intellektuellen Streitgesprächsmarathon zwischen Harvard-Student Mark (Jesse Eisenberg) und dessen Freundin Erica (Rooney Mara, ist nun auch die Lisbeth Salander in Finchers "Verblendung"), die im Thirsty Scholar Pub aneinandergeraten und an dessen Ende sie ihm den Laufpass gibt. Kurz darauf sitzt das Computergenie am PC in seiner Studentenbude und beginnt mit der Arbeit an einem Netzwerk zu arbeiten. Was als Uni-interner Bubenstreich "Bewerte das Aussehen deiner Kommilitoninnen" beginnt, entwickelt sich in verblüffendem Tempo zu einem internationalen Forum, auf dem sich Millionen Menschen austauschen, ihre kleinen Freuden und Leiden des Alltags teilen und neue "Freunde" gewinnen. Der gigantische Erfolg macht Zuckerberg zwar zum jüngsten Milliardär aller Zeiten, aber nicht alle seine 500 Millionen Facebook-User sind ihm wohlgesonnen.

Auch dem Publikum des Films wird es schwerfallen, den Protagonisten als Helden zu sehen. Dieser Zuckerberg ist ein sozial inkompetenter Nerd, ein geniales Arschloch, dem man am liebsten aus dem Weg gehen möchte. Eisenberg spielt ihn höchst apathisch, fast schon autistisch. Er ist das Kind des "Fight Club", ein hagerer, androgyner, regelrecht asexueller Spargel, wie die Figuren um ihn herum förmlich seines Körpers beraubt: Der künftige "Spider-Man" Andrew Garfield als Marks Mitstreiter Eduardo Saverin, der später von ihm ausgebootet wird, und Justin Timberlake als Napster-Erfinder, Lebemann und Drogenpartytier Sean Parker stehen dem Hauptdarsteller in nichts nach. Filigran arbeitet Fincher mit verschiedenen Zeitebenen, springt immer wieder zwischen aktueller Gerichtsverhandlung und den Facebook-Anfängen hin und her, womit er sich die Aufmerksamkeit des Publikums sichert. Bei dem virtuos inszenierten berühmten Ruderrennen zwischen Oxford und Cambridge, das die Winklevoss-Brüder, die Zuckerberg später verklagen werden, knapp verlieren, lässt der Regisseur sein Talent in puncto Zusammenspiel von Musik, Bild, Bildbearbeitung und Schnitt aufblitzen. Wenn am Ende die Assistentin des Anwalts zu Zuckerberg sagt, "Sie sind kein Arschloch, Sie kommen nur so rüber", dann weiß man zwar immer noch nicht viel mehr über Facebook und seinen Erfinder. Dafür hat Fincher aber die ultimative Studie einer modernen Gesellschaft abgeliefert, einen Film, der den Finger nicht näher am Puls der Zeit haben könnte und doch von einer allgemeingültigen Brillanz ist, wie man sie im kontemporären Kino nicht oft findet. bf.

The Social Network

Darsteller:  Jesse Eisenberg   als Mark Zuckerberg
  Andrew Garfield   als Eduardo Saverin
  Justin Timberlake   als Sean Parker
  Rooney Mara   als Erica
  Bryan Barter   als Billy Olsen
  Dustin Fitzsimons   als Phoenix Club Präsident
  Armie Hammer   als Cameron Winklevoss
  Joseph Mazzello   als Dustin Moskovitz
  Patrick Mapel   als Chris Hughes
  Max Minghella   als Divya Narendra
 
Regie:  David Fincher  
Drehbuch:  Aaron Sorkin  
Produzent:  Dana Brunetti  
  Michael De Luca  
  Scott Rudin  
  Cean Chaffin  
Ausf. Produzent:  Kevin Spacey  
Buchvorlage:  Ben Mezrich  
Kamera:  Jeff Cronenweth  
Schnitt:  Kirk Baxter  
  Angus Wall  
Musik:  Trent Reznor  
  Atticus Ross  
Produktionsdesign:  Donald Graham Burt  
  Keith P. Cunningham  
  Victor J. Zolfo  
Kostüme:  Jacqueline West  
Ton:  Mark Weingarten  

DiCaprio&Scorsese 5, Sin City 2, Jurassic Park 3D, Fox betrügt, Jackman tischlert

Das Neueste aus Hollywood, kurz gemeldet.

Großansicht DiCaprio & Scorsese wiedervereint, "Sin City 2", "Jurassic Park 3D" und Megan Fox auf Raubzug (Foto: Kurt Krieger, Universal)

DiCaprio & Scorsese wiedervereint, "Sin City 2", "Jurassic Park 3D" und Megan Fox auf Raubzug (Foto: Kurt Krieger, Universal)

Dreamteam Leo&Marty

Leonardo DiCaprio spielt erneut eine Hauptrolle für Martin Scorsese. Der Star-Regisseur hat seinen Lieblingsdarsteller für den Finanz-Thriller "The Wolf of Wall Street" als Börsenmakler Jordan Belfort engagiert, der als drogenabhängiger Partylöwe berüchtigt war und 1998 wegen Betrugs und Geldwäsche zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Scorsese und DiCaprio haben zuvor in "Gangs of New York", "Aviator", "Departed" und "Shutter Island" zusammengearbeitet.

Comic-Kult, die zweite

Die erste Klappe für "Sin City 2" fällt im Sommer. Regisseur Robert Rodriguez hat verraten, dass nach den Dreharbeiten zum zweiten "Machete"-Film "Machete Kills" im April, sofort die Arbeit an der Fortsetzung zum Comic-Kult "Sin City" beginnt, der mit seiner lediglich von knallroten Blutfontänen eingefärbten Schwarz-Weiß-Ästhetik Filmgeschichte schrieb.

3D-Saurier

Filmriese Universal bringt Steven Spielbergs Saurier-Kultschocker "Jurassic Park" zum 20. Jubiläum wieder ins Kino - in einer neuen 3D-Fassung. Starttermin soll im Juli sein.

Gauner-Duo in High Heels

"Transformers"-Schönheit Megan Fox und "Star Trek"-Offizierin Zoe Saldana spielen die Hauptrollen im Ganoven-Thriller "Swindle". Die beiden werden den Film zusammen mit Michael De Luca ("The Social Network", "Blade II", "Magnolia") auch produzieren. Die genaue Handlung ist noch geheim.

Wolverine jagt Kidnapper

Hugh Jackman verfolgt im Thriller "Prisoners" als einfacher Tischler, der in einer Kleinstadt lebt, den Entführer seiner Tochter und seines besten Freundes, weil die Polizei dazu nicht in der Lage ist. Als ein Ermittler aus der Großstadt den Fall übernimmt, wird es erst Recht kompliziert.

Neuer Artus-Film

Colin Farrell soll in einer Neuverfilmung der Artus-Sage unter dem Titel "Arthur & Lancelot" die Rolle des Lancelot übernehmen. Kit Harington ("Game of Thrones") spielt Artus, Gary Oldman den Zauberer Merlin. Regie führt David Dobkin ("Shanghai Knights", "Die Hochzeits-Crasher").

Star

Andrew Garfield

Britischer Schauspieler. Sein starker Parforceritt als junger Exhäftling, der im Drama "Boy A" (2007) in der Anonymität untertauchen will...

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  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

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    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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