Henry Cavill
Sigourney Weaver
Bruce Willis
Regie: Mabrouk El Mechri
Verleih: Concorde
Als Geschäftsmann Will Shaw in Spanien zu einem kurzen Segelurlaub mit seiner Familie eintrifft, ahnt er nicht, welcher Sturm in dieser Woche aufziehen wird. Die Spannungen mit seinem Vater hat er erwartet, aber die Entführung seiner Familie, die spurlos von ihrer Yacht verschwindet, trifft ihn wie ein Blitz, setzt ihn unter Strom. Um seine Familie zu retten, muss er in der Fremde unter enormem Zeitdruck einen geheimnisvollen Aktenkoffer aufspüren, für den nicht nur die Entführer bereit sind, alle Grenzen zu überschreiten.

In Mabrouk El Mechris Actionthriller erlebt Bruce Willis eine böse Überraschung und eine amerikanische Familie in Spanien ihren schlimmsten Albtraum.
Nachdem El Mechri, Franzose mit tunesischen Wurzeln, bereits Jean-Claude Van Damme mit "JVCD" ein gut aufgenommenes selbstironisches Comeback bescherte, stemmt er nun einen weiteren Stoff, in dem eine Geiselnahme und ein in die Jahre gekommener Actionstar Schlüsselrollen spielen. Mit dem Unterschied, dass Willis' Figur zwar Motor des Plots, nicht aber dessen eigentlicher Protagonist ist. Das Drehbuch legt zunächst einmal falsche Fährten, zeigt Will Shaw (Henry Cavill) bei seiner Ankunft auf der Segelyacht seiner Eltern in Spanien als Jungunternehmer, der Probleme mit seiner Firma und seinem Vater (Bruce Willis) hat. Die Spannungen zwischen den Männern sind offensichtlich, Wills Unzuverlässigkeit auch, womit der Zuschauer zunächst in ihm den Problemstifter wittert, der mit seinen Geschäften den Thrillerplot auslösen und damit seinen Vater als Ausputzer aktivieren wird. Dass es nicht so kommt, ist die größte Überraschung des Films, der nach der Entführung von Willis' Familie die Helden- und Befreierrolle dem ältesten Sohn zuweist, der die Yacht vor der Küste nur noch verwaist vorfindet. Von diesem Moment an befindet sich "The Cold Light of Day" nahezu nonstop im Actionmodus, wenn Will die CIA-Vergangenheit seines Vaters entdecken und den Entführern einen verschwundenen Aktenkoffer zurückbringen muss, hinter dem die Entführer und Willis ehemalige CIA-Partnerin her sind - eine Rolle, in der Sigourney Weaver einmal bis an die Grenze zur Karikatur Amok laufen kann. Der gelegentlich Kontakt zum Absurden aufnehmende Plot, der wie schon Roman Polanskis "Frantic" mit dem Kontrollverlust Amerikas in der Fremde spielt, entwickelt sich in einem weitgehend realitätsfreien Raum, aber mit konstanter Spannung und Actionintensität. Mehreren Verfolgungsjagden und Stunts wie auch der attraktiven Kameraarbeit lässt sich überdurchschnittliche Qualität attestieren, während Hauptdarsteller Cavill nach "Krieg der Götter" und vor "Superman" erneut einen athletischen Actionhelden gibt. In "The Cold Light of Day" betrachtet, ist das Munition genug für einen routinierten Thriller, in dem "Stirb langsam" auch für Bruce Willis ein unpassendes Etikett ist. kob.
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