Ein zwielichtiger Berliner Fleischfabrikant wird tot im Kühlhaus gefunden - ein Fall, der vor allem Kommissar Ritter schwer in Mitleidenschaft zieht... http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto40/09400353/b150x150.jpg Tatort: Schweinegeld

Filmdetails

Tatort: Schweinegeld

Ein zwielichtiger Berliner Fleischfabrikant wird tot im Kühlhaus gefunden - ein Fall, der vor allem Kommissar Ritter schwer in Mitleidenschaft zieht...


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Inhalt

Ein Berliner Fleischgroßhändler wird tot im Kühlraum gefunden. Seinem Sohn kommt das Ableben des Vaters sehr gelegen, denn nun kann er endlich ukrainische Teilhaber in die Firma holen. Als sich herausstellt, dass der Seniorchef keineswegs ermordet wurde, sind die Kommissare Ritter und Stark schon mitten in den Ermittlungen. Anscheinend ist der "Schnitzelkönig" von Teilen der Belegschaft entführt worden. Er hat seit Monaten keine Löhne bezahlt. Der Sohn kungelte derweil mit der Mafia.


Kritik

Tatort: Schweinegeld

Natürlich beginnt auch dieser Krimi mit einer Leiche, aber wenn man überhaupt von Mord sprechen kann, dann allenfalls von einem Mord aus Versehen. Dies zeigt bereits, dass Christoph Silber und Thorsten Wettcke, Autoren unter anderem eines preisgekrönten "Tatorts" aus Hamburg ("Auf der Sonnenseite"), mehr im Sinn hatten als bloß 90 Minuten fesselnde Unterhaltung.

Andererseits beweist der Film auch dank der konzentrierten Inszenierung durch Bodo Fürneisen, dass das eine das andere nicht ausschließen muss. Es gelingt dem Trio, Themen wie die skandalöse Beschäftigung von osteuropäischen Leiharbeitern oder EU-Subventionsbetrug mit Hilfe der obligaten Krimizutaten zu einer komplexen Geschichte zu verdichten, in der es überdies auch um einen tragischen Todesfall, mafiöse Strukturen im internationalen Fleischhandel sowie um einen Vater/Sohn-Konflikt geht; und das sind bloß die wichtigsten Handlungsstränge.

Darauf deutet zunächst allerdings nichts hin, als der Berliner Fleischgroßhändler Merklinger tot im Kühlraum gefunden wird. Vermisst hat ihn bloß seine Geliebte. Dem Sohn (Lucas Gregorowicz) kommt das Ableben des Vaters sehr gelegen, denn nun hat er freie Hand für seine Pläne: Er will schon lange ukrainische Teilhaber in die Firma holen, um den Betrieb modernisieren zu können, doch der Vater war immer dagegen. Als sich herausstellt, dass der Seniorchef keineswegs ermordet wurde, sind Till Ritter und Felix Stark (Dominic Raacke, Boris Aljinovic) aber schon mitten drin in den Ermittlungen. Stark muss nach einem Schlag auf den Schädel allerdings ins Krankenhaus und seinem Kollegen Weber (Ernst-Georg Schwill) weichen. Anscheinend ist Merklinger von Teilen der Belegschaft entführt worden: Er ist den durch einen Subsub-Unternehmer vermittelten Arbeitern aus Bulgarien bereits seit Monaten ihre ohnehin schon kargen Löhne schuldig. Der Sohn kungelte derweil mit der Mafia, und ein kleines Mädchen musste einen qualvollen Tod sterben, weil Gammelfleisch quer durch Europa transportiert wird.

"Schweinegeld" ist ein treffender Titel für diesen "Tatort", der nicht zuletzt durch seine sorgfältige Bildgestaltung beeindruckt. Fürneisen und sein Kameramann Nicolai Kätsch haben sich sichtlich und erfolgreich um Einstellungen jenseits der üblichen Fernsehnorm bemüht. Immer wieder zeigt die Kamera gerade die Büros aus einer extremen Deckenperspektive. Andererseits braucht man für die Schlachthofaufnahmen einen starken Magen: Angesichts der industriellen Fleischverarbeitung kann einem der Appetit auf Schweinefleisch durchaus vergehen. Dennoch imponiert der Film vor allem durch sein komplex gewebtes, aber immer flüssiges Erzählmuster. Und im Gegensatz zu manch' anderem "Tatort" vergessen Silber, Wettcke und Fürneisen nie, in erster Linie einen Krimi zu erzählen. tpg.

Tatort: Schweinegeld

Darsteller:  Dominic Raacke   als Till Ritter
  Boris Aljinovic   als Felix Stark
  Ernst-Georg Schwill   als Kommissar Weber
  Lucas Gregorowicz   als Maximilian Merklinger
  Ole Puppe   als Joachim Kahle
  Ana Stefanovic   als Liljana Selkova
  Maren Kroymann   als Christa Merklinger
  Johanna Gastdorf   als Frau Balthasar
  Alexandra Finder   als Kathi Dambrowski
  Aaron Hildebrand   als Ronny Maurer
  Lenn Kudrjawizki   als Sergej Litvin
  Alexander Altomirianos   als Viktor
 
Regie:  Bodo Fürneisen  
Drehbuch:  Thorsten Wettcke  
  Christoph Silber  
Produzent:  Andreas Bareiss  
  Gloria Burkert  
  Prof. Nico Hofmann  
Kamera:  Nicolai Kätsch  
Musik:  Rainer Oleak  
Produktionsdesign:  Bärbel Menzel  
Kostüme:  Beate Scheel  
Ton:  Carsten Arnolds  
Casting:  Nina Haun  

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Dominic Raacke

Er ist bekannt als der ewig bindungsscheue Kommissar Till Ritter in der "Tatort"-Reihe, aber Dominic Raacke schreibt auch Drehbücher und...

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