Woody Allens Porträt einer fiktiven Größe der Jazzszene der 30er Jahre und Verbeugung vor dem legendären Django Reinhardt. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf16/b0016995/b150x150.jpg Sweet and Lowdown

Filmdetails

Sweet and Lowdown

Woody Allens Porträt einer fiktiven Größe der Jazzszene der 30er Jahre und Verbeugung vor dem legendären Django Reinhardt.


Sweet and Lowdown
Start: 30.03.2000

Drama / Komödie

USA 1999
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Sean Penn
Samantha Morton
Uma Thurman

Regie: Woody Allen
Verleih: Arthaus

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Emmet Ray ist ein begnadeter Jazzgitarrist - nur sein Vorbild Django Reinhardt ist besser. Vielleicht auch, weil der unzuverlässige Emmet ebenso viel Zeit auf Frauen und Alkohol verwendet wie auf sein Gitarrespiel. Erst die Beziehung zu einem stummen Mädchen lässt ihn verantwortungsbwusster werden, doch danach geht es rapide bergab mit dem Musiker.


Kritik

Sweet and Lowdown

"Alle Jahre wieder..." heißt es bei Woody Allen, der den Lido als eine Art Wohnzimmer betrachtet und am liebsten seine neuen Filme dort zeigt. Diesmal geht um sein Lieblingsthema, Jazz. Mit leichter Hand inszeniert er routiniert die Story eines Jazzgitarristen, der in den 30er Jahren mit seinem Spiel das Publikum zum Weinen brachte.

Fast semi-dokumentarisch erzählt der Klarinettist aus Leidenschaft von Emmet Ray, der sich mit Chuzpe durchs Leben laviert. Zu Beginn hält er sich als kleiner Zuhälter über Wasser, zockt beim Billardspiel ein paar Dollar ab und ist der typische Loser mit großer Klappe und zu großem Anzug. Der Schönling hangelt sich von einem Engagement zum anderen und bricht ganz nebenbei die Herzen der Frauen reihenweise. Bei der Suche nach Erfolg und Anerkennung lernt er die stumme Hattie kennen, eine "Notlösung", weil deren hübsche Begleiterin ihm von seinem Freund vor der Nase weggeschnappt wird. Er behandelt das Mädchen nicht gerade gentleman like, auch wenn es ihm in den Kram paßt, daß er den großen Larry markieren kann und sie sein selbstgefälliges Geschwafel über sich ergehen läßt. Aber Hattie liebt ihn von ganzem Herzen. Während er zur Berühmtheit aufsteigt - nur sein Vorbild Django Reinhardt übertrifft ihn - bleibt ihr die Rolle des Aschenputtels. Auf der Höhe seines Erfolges verläßt er sie, heiratet eine andere und träumt vom großen Reichtum. Aber seine Unzuverlässigkeit macht ihm einen Strich durch die Rechnung, er landet wieder ganz unten und sucht erneut Zuneigung bei Hattie. Die ist inzwischen aber verheiratet und plötzlich wird dem Egozentriker klar, daß er die große Liebe seines Lebens verraten und aus eigener Schuld verloren hat. Die Oberflächlichkeit des Seins bietet ihm keinen Halt mehr. Etwas zu gefällig wirkt das neue Werk des Stadtneurotikers, in dem Experten und "Freunde" von Emmet Ray in Statements die fiktive Geschichte als wahr verkaufen und mit Anekdoten ausschmücken. Mit Ironie, Humor und am Ende leiser Melancholie schildert Woody Allen den privaten und beruflichen Niedergang eines sich selbst überschätzenden Mannes, für den Äußerlichkeiten mehr zählen als ehrliche Gefühle. "Sweet and Lowdown" ist anrührend und charmant, Zeitkolorit und Atmosphäre stimmen. Das große Plus dieser sanften Tragödie sind die Schauspieler: Allein Sean Penn als Musiker-Genie (der als Zuhälter mit Visitenkarten um sich wirft) und Shooting-Star Samantha Morton als Hattie, die ihre Emotionen nur durch Gesten und Mimik ausdrücken kann, lohnen den Besuch. Wem das noch nicht reicht, der kommt beim Soundtrack auf seien Kosten. mk.

Sweet and Lowdown

Darsteller:  Sean Penn   als Emmet Ray
  Samantha Morton   als Hattie
  Uma Thurman   als Blanche
  Brian Markinson   als Bill Shields
  Anthony LaPaglia   als Al Torrio
  Gretchen Mol   als Ellie
  Joe Guastaferro   als Sid Bishop
  John Waters   als Mr. Haynes
  Constance Schulman   als Hazel
  Kellie Overbey   als Iris
  James Urbaniak   als Harry
  Mark Damon Johnson   als Omer
  Darryl Ann Real   als Don
  Dick Monday   als Chester Weeme
  Josh Mowery   als Filmregisseur
  Fred Gochner   als William Weston
  Michael Sprague   als Django Reinhardt
  Woody Allen   als Woody Allen
  Ben Duncan   als Ben Duncan
  Nat Hentoff   als Nat Hentoff
  Douglas McGrath   als Douglas McGrath
 
Regie:  Woody Allen  
Drehbuch:  Woody Allen  
Produzent:  Jean Doumanian  
Koproduzent:  Richard Brick  
Ausf. Produzent:  J. E. Beaucaire  
Kamera:  Zhao Fei  
Schnitt:  Alisa Lepselter  
Musik:  Dick Hyman  
Produktionsdesign:  Santo Loquasto  
  Tom Warren  
Kostüme:  Laura Bauer  
Ton:  Les Lyzarowitz  

Sean Penn zum ersten Mal bei den Oscars

"Ich würde mich schämen, dabei zu sein!"

Großansicht Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

So hatte Sean Penn noch 2001 über die Oscar-Verleihung gespottet. Auch den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama, den er gerade für seinen Auftritt in "Mystic River" erhalten hat, nahm er nicht persönlich entgegen. Er verbrachte lieber mit seiner Tochter einen gemütlichen Abend zuhause.

Als am Dienstag bekannt wurde, dass Penn auch bei den Academy Awards als bester Hauptdarsteller nominiert ist, ging daher jeder in Hollywood davon aus, dass das Enfant Terrible einmal mehr durch Abwesenheit glänzen würde. Doch jetzt hat Penn durchblicken lassen, dass er in diesem Jahr erstmals höchstpersönlich zum schillerndsten Event der Traumfabrik aufzukreuzen gedenkt.

Und das ist schlicht eine Sensation. Immerhin war Penn bereits drei mal nominiert: 1996 für "Dead Man Walking", 1999 für "Sweet and Lowdown" und 2002 für "Ich bin Sam". Stets hatte Penn die Einladung der Academy unbesehen in den Müll geworfen - und dazu keine Gelegenheit ausgelassen, die Kollegen und ihr Schaulaufen am Roten Teppich, bei der Verleihung und bei den berüchtigten After-Show-Parties mit ätzendem Spott zu überhäufen:

"Bei den Oscars kriegst du entweder zwei Sekunden um Gott zu danken oder du bist Statist in einer fürchterlichen, komplett durchgestylten Fernsehshow."

Ich tu's ja nicht für mich

Eine Erklärung für den Sinneswandel des unbequemen Charakterdarstellers gibt es auch schon. Ein enger Freund von Penn:

"Er tut es für 'Mystic River' - er will sich einfach für den Film einsetzen."

Eine Frage der Kollegialität also? Immerhin sind außer Penn auch Tim Robbins und Marcia Gay Harden als beste Nebendarsteller nominiert, dazu Brian Helgeland für seine grandiose Drehbuchadaption des Romans von Dennis Lehane und Clint Eastwood für die Regie. Auch im Rennen um die Auszeichnung für den besten Film ist "Mystic River" dabei. Anders als "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", der mit 11 Nominierungen zahlenmäßig vorne liegt, ist Eastwoods episches Juwel um die sich unaufhaltsam drehende Spirale der Gewalt damit in den am höchsten angesehenen Kategorien nominiert.

Penn selbst hatte kurz nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich für meine Freunde in 'Mystic River' und dass ihre großartige Arbeit so gewürdigt wird. Und ich fühle mich geehrt, dass auch meine Leistung anerkannt wird."

Das ist zwar noch keine offizielle Zusage, aber es klingt auf jeden Fall völlig anders, als Penns sonstige Kommentare zum Thema Oscars. Dass der geläuterte Rebell sich wirklich in die Höhle des Showbiz-Löwen wagt, sollte man allerdings erst glauben, wenn die Fernsehkameras im Kodak Theater zu Los Angeles am 29. Februar den ersten spektakulären Schwenk über Hollywoods Hochkaräter tätigen und sich das markante Antlitz des Sean Penn tatsächlich in der gespannt wartenden Schauspielerriege findet.

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Sean Penn

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