Craig Roberts
Yasmin Paige
Sally Hawkins
Regie: Richard Ayoade
Verleih: Kool
Oliver Tate aus einer walisischen Küstenstadt ist ein smarter Lebensbeobachter, der glaubt, sich und seine Umwelt gut einordnen zu können. Doch mit 15 stößt er an seine Grenzen. Die Ehe seiner Eltern zeigt Auflösungserscheinungen, das eigene Verhalten opportunistische Züge und die angebetete Mitschülerin Jordana kühles Desinteresse. Oliver aber gibt nicht auf, versucht den möglichen Seitensprung seiner Mutter zu sabotieren und Jordana zu erobern. Der erste Sex erweist sich als peinlich, die Liebe aber als eigentliches Problem.

Mit 15 ist das Leben so transparent wie die Tiefsee, entdeckt der junge Held in Richard Ayoades schräger und smarter Pubertätskomödie.
Irgendwo zwischen Wes Andersons "Rushmore" und den Filmen Woody Allens, dessen Drama "Innenleben" mit einem markanten, ins Profil gesetzten Drei-Personen-Shot vielleicht sogar Reverenz erwiesen wird, platziert sich das Regiedebüt des britischen Komikers und Clipregisseurs Ayoade. Erzählt wird nach einem Roman von Joe Dunthorpe eine Geschichte vom Erwachsenwerden, mit einem Achtzigerjahre-Touch, aber zeitlos gültig in der Beschreibung einer verwirrenden, schrecklichen, aber auch euphorisierenden Entwicklungsphase. Als "hässlich und liebenswert" hat der walisische Poet Dylan Thomas seine Heimatstadt und damit irgendwie auch diesen Erstling beschrieben, der in Swansea angesiedelt ist. Denn "Submarine" hat grausame und zauberhafte Momente, Figuren die lieben und leiden, junge Protagonisten, die keine Heiligen sind, auch unsympathische Züge zeigen.
Der 15-jährige Oliver (Craig Roberts) spielt als Erzähler den Tourguide durch sein Leben. Er ist ein smarter Beobachter, ein Träumer, der glaubt, alles und damit auch sich selbst richtig einordnen zu können, tatsächlich aber ahnungslos ist, wie er auf dieses seltsame Leben, das sich ihm in der Pubertät darstellt, reagieren soll. Hat er wirklich die pummelige Zoe, mit der er schon unschuldig knutschte, vor den Augen seiner Mitschüler in den Morast gestoßen und sich damit als einer der Typen erwiesen, die ihn selbst in der Schule quälen? Wie lässt sich wieder Leben in die Ehe der Eltern pumpen, wenn der Vater tiefe Täler der Depression durchschreitet und die Mutter (Sally Hawkins als verklemmte Hausmaus) bei einem schmierigen Selbsthilfeguru das Licht im Dunkel sucht? Und wie kann man die eigene Obsession für Jordana Bevan in eine Beziehung münden lassen, wenn das verehrte Geschöpf Romantik und Sentimentalität verachtet und eigentlich Unterwerfung fordert?
Um diese Probleme, die Entdeckung des Selbst, die Bedeutung, aber auch Peinlichkeit der Eltern sowie den Kriegsschauplatz Schule kreist diese melancholische Komödie. Tief taucht "Submarine" dabei nicht, beobachtet an der Oberfläche aber mit Ehrlichkeit, trockenem Witz und einem charmanten Finale, das zwar nicht, wie zu Beginn in Olivers Kopfkino angekündigt, "zwei Wochen Liebemachen", aber doch eine süße Lovestory garantiert.
kob.
| Darsteller: | Craig Roberts | als Oliver Tate | |
|---|---|---|---|
| Yasmin Paige | als Jordana Bevan | ||
| Sally Hawkins | als Jill Tate | ||
| Noah Taylor | als Lloyd Tate | ||
| Paddy Considine | als Graham Purvis | ||
| Darren Evans | als Chips | ||
| Otis Lloyd | als Keiron | ||
| Lily McCann | als Zoe Preece | ||
| Steffan Rhodri | als Mr. Davey | ||
| Osian Cai Dulais | als Mark Pritchard | ||
| Elinor Crawley | als Abby Smuts | ||
| Gemma Chan | als Kim-Lin | ||
| Regie: | Richard Ayoade | ||
| Drehbuch: | Richard Ayoade | ||
| Produzent: | Mary Burke IV | ||
| Ausf. Produzent: | Pauline Burt | ||
| Peter Carlton | |||
| Will Clarke | |||
| Stuart Cornfeld | |||
| Paul Higgins | |||
| Linda James | |||
| Tessa Ross | |||
| Ben Stiller | |||
| Jeremy Kramer | |||
| Buchvorlage: | Joe Dunthorne | ||
| Kamera: | Erik Wilson | ||
| Schnitt: | Chris Dickens | ||
| Nick Fenton | |||
| Musik: | Andrew Hewitt | ||
| Produktionsdesign: | Gary Williamson | ||
| Kostüme: | Charlotte Walter | ||
| Casting: | Karen Lindsay-Stewart | ||
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