Billy Crudup
Claire Danes
Rupert Everett
Regie: Richard Eyre
Verleih: Senator
Im 17. Jahrhundert herrscht auf Englands Theaterbühnen striktes Frauenverbot, und der Schauspieler Ned Kynaston (Billy Crudup aus "Almost Famous") ist mit seiner einnehmenden Optik die erste Wahl für Shakespeares Frauencharaktere. Irgendwann aber hat es King Charles (Rupert Everett) satt, ständig in dasselbe Antlitz zu blicken und öffnet die Bühnen auch für Darstellerinnen. Damit beginnt der Abstieg von Kynaston, während gleichzeitig seine junge Köstumschneiderin Maria (Claire Danes aus "Romeo & Julia") dank der ihm abgeschauten Fertigkeiten zur gefragten Aktrice aufsteigt.
Robert De Niro produzierte diese im Gegensatz zum themenverwandten "Shakespeare in Love" auf einer wahren Begebenheit beruhende, zeitlose Tragikomödie um Liebe, Geschlechterrollen und den Unterhaltungszirkus im allgemeinen.
Theater-Drama im Stil von "Shakespeare in Love" um einen Londoner Frauendarsteller, dessen Karriere ins Wanken gerät, als echte Frauen auf die Bühne drängen.
London um 1660: Ned Kynaston (Billy Crudup) ist der Star der Theaterwelt, abonniert auf Frauenrollen, denn Frauen selbst war die Schauspielkunst seinerzeit untersagt. Sein Liebhaber wie seine weiblichen Fans schwärmen ausschließlich für den weiblichen Ned.
Die Einzige, die Ned so liebt, wie er ist, ist seine Garderobiere Maria (Claire Danes), die jedoch plötzlich für ihn zur Konkurrentin auf der Bühne wird.
Ein kostümreiches Historien-Drama, das sich durchaus mit "Shakespeare in Love" vergleichen lässt, sich dabei aber erkennbar tiefgründiger mit der Thematik der Geschlechterrollen auseinandersetzt.
Richard Eyres beschwingter Nachfolger seines Dramas "Iris" basiert auf dem Theaterstück "Compleat Female Stage Beauty" von Jeffrey Hatcher, der auch das Drehbuch für die Kinofassung beisteuerte - und vor allem auch die absolut treffsicheren Dialoge.
| Darsteller: | Billy Crudup | als Ned Kynaston | |
|---|---|---|---|
| Claire Danes | als Maria | ||
| Rupert Everett | als King Charles II | ||
| Tom Wilkinson | als Betterton | ||
| Ben Chaplin | als George Villiars, Duke of Buckingham | ||
| Hugh Bonneville | als Samuel Pepys | ||
| Zoe Tapper | als Nell Gwynn | ||
| Edward Fox | als Sir Edward Hyde | ||
| Richard Griffiths | als Sir Charles Sedley | ||
| Tom Hollander | als Sir Peter Lely | ||
| Clare Higgins | als Mistress Revels | ||
| Fenella Woolgar | als Lady Meresvale | ||
| Alice Eve | als Miss Frayne | ||
| Mark Letheren | als Emilia/Dickie | ||
| Derek Hutchinson | als Inspizient | ||
| Stephen Marcus | als Thomas Cockerell | ||
| David Westhead | als Harry | ||
| Nick Barber | als Nick | ||
| Robin Dunn | als Butler | ||
| Isabella Calthorpe | als Lady Jane Bellamy | ||
| Hermione Gulliford | als Mrs. Barry | ||
| Jack Kempton | |||
| Madeleine Worrall | als weibliche Emilia | ||
| Nancy Chandler | als Angelina Hooker | ||
| Regie: | Richard Eyre | ||
| Drehbuch: | Jeffrey Hatcher | ||
| Produzent: | Robert De Niro | ||
| Jane Rosenthal | |||
| Hardy Justice | |||
| Koproduzent: | Michael Dreyer | ||
| Ausf. Produzent: | Richard Eyre | ||
| James D. Stern | |||
| Amir Malin | |||
| Rachel Cohen | |||
| Michael Kuhn | |||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Schnitt: | Tariq Anwar | ||
| Musik: | George Fenton | ||
| Produktionsdesign: | Jim Clay | ||
| Jan Spoczynski | |||
| Keith Slote | |||
| Kostüme: | Tim Hatley | ||
| Ton: | Jim Greenhorn | ||
| Casting: | Celestia Fox | ||
Seit Jahren führen Kostümfilme die Kinozuschauer in die Vergangenheit. Hochgetürmte Frisuren, gepuderte Perücken und wallende Reifröcke sind für die wenigen Stunden auf der Kinoleinwand so wunderbar romantisch.
In "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst spielen Kostüme die Hauptrolle (Foto: Sony Pictures)
Der Klassiker stammt aus dem Jahr 1939: "Vom Winde verweht" mit Clark Gable und Vivien Leigh. Vor dem Hintergrund des amerikanische Bürgerkriegs sprüht der Film vor Drama und Romantik.
Seitdem haben wir vor allem Jane Austen die verträumte Vorstellung des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Die Traumfabrik hat ihre Bücher in wunderbare Filme wie "Emma" mit Gwyneth Paltrow, "Sinn und Sinnlichkeit" mit Emma Thompson und "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley verwandelt. Alle drei Dramen durften sich über Oscar-Nominierungen freuen. Emma Thompson nahm sogar für das Drehbuch einen Goldjungen entgegen.
Dass Historienfilme immer wieder mit Auszeichnungen rechnen dürfen, zeigte auch "Shakespeare in Love". Gleich siebenmal wurde der Film von der Academy geehrt. Gwyneth Paltrow angelte sich die goldene Statue als beste Hauptdarstellerin und Dame Judi Dench nahm mit nur einem achtminütigen Auftritt als Königin Elizabeth den Oscar als beste Nebendarstellerin mit nach Hause.
Der Spitzenreiter ist aber "Vom Winde verweht". Das Drama wurde 1939 mit acht Goldstatuen ausgezeichnet und dann gibt es da natürlich noch den großen Erfolgshit von 1997, "Titanic", mit elf Oscars geehrt - wenn man das Drama, das 1919 spielt, noch zu den Kostümfilmen zählen will. Historienfilme berühren also nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die Kritiker. So ist es nicht verwunderlich, dass das Genre auch weiterhin Furore macht.
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