Originaltitel: City of Angels
USA 1998
Nicolas Cage
Meg Ryan
Andre Braugher
Regie: Brad Silberling
Verleih: Warner
Seth gehört zu einer Gruppe von Engeln, die über die Geschicke der Bürger von Los Angeles wachen. Nachdem er sich in die Herzspezialistin Maggie verliebt, die nicht über den Verlust eines Patienten hinwegkommt, gibt er im Namen der Liebe seine Unsterblichkeit auf, um der Angebeteten immer nahe sein zu können. Doch das Schicksal holt die Liebenden schnell ein.

Dem Himmel sei Dank! Wahrhaft himmlischer Intervention bedurfte es, um Warner nach einer beinahe einjährigen Durststrecke wieder einen reinrassigen Kassenschlager zu schenken. Daß es sich dabei ausgerechnet um das mehrmals verschobene US-Remake von Wim Wenders' "Der Himmel über Berlin" handelt, verblüfft nur auf den ersten Blick. Denn die brillant und innovativ fotografierte Liebesgeschichte eines Engels und einer von Lebenszweifeln geplagten Chirurgin bietet eben nicht nur den kunstvollsten Majorfilm-Spagat zwischen Arthouse-Ambititon und massenkompatibler Unterhaltung seit langem, sondern mit Nicolas Cage und Meg Ryan auch das erste Traumpaar, das es in diesem romantischen Kinofrühjahr mit Leo und Kate aufnehmen kann.
"Stadt der Engel" markiert einen Quantensprung für Brad Silberling. Vor drei Jahren reüssierte der Regisseur mit "Casper" und beschwor kommerziell erfolgreich erstmals überirdische Wesen. Keinen Hinweis gab dieser eher belanglose Ausflug ins Popcorn-Universum von Spielbergs Amblin Entertainment, daß Silberling bereits mit seiner zweiten Kinoarbeit ein Film gelingen könnte, der hinlänglich bekannte Melo-Motive modern und erwachsen aufbereitet und sich zudem mutig Fragen über die Vergänglichkeit allen Seins stellt. Von Wenders' Vorlage blieb in Silberlings Ode an das Leben freilich nur das Handlungsgerüst übrig. Wieder gibt ein Engel, der in der Stadt der Engel unsichtbar für die Augen der Menschen über ihre Geschicke wacht, im Namen der Liebe seine Unsterblichkeit auf, nachdem er sich in eine Herzspezialistin verliebt, die nicht über den Verlust eines Patienten hinwegkommt.
Wie Wenders' Film ist aber auch Silberlings himmlischer Streifzug durch die Millionenmetropole von Südkalifornien vor allem eine Hommage an die Stadt, in der er spielt. Seit "L.A. Story" und vielleicht "Grand Canyon" wurde die City of Angels nicht mehr in so fantasie- und liebevollen Bildern eingefangen wie hier. Mit der gleichen Zärtlichkeit, dem gleichen Verlangen, mit dem Nicolas Cage als Schutzengel Seth jede Bewegung von Meg Ryan geradezu in sich aufsaugt, streicht Silberling mit der Kamera durch die Straßen und nimmt L.A. jeglichen Nimbus des Großstadtmolochs. Ähnlich viel Poesie investiert er in die Handlung, die sich langsam zu einem sinnlichen Pas de deux zwischen Cage und Ryan steigert und ihren bewegenden Höhepunkt findet, wenn sich Cage von einem Hochhaus stürzt, um sein Dasein als Engel aufzugeben und den Mantel der Sterblichkeit überzustreifen. Daß "Stadt der Engel" im letzten, hochdramatischen Akt in die Welt des Melos driftet und emotionale Kniffe bemüht, wie man sie im Oeuvre von Douglas Sirk findet, schmälert die Wirkung dieses sinnlichen, entwaffnend naiven Ritt auf den hohen Wogen des prallen Lebens nicht im geringsten.
Wie schon in "Im Körper des Feindes" findet Nicolas Cage, Hollywoods jüngster Umsatzgarant (ob Action oder Lovestory: zur Zeit ist der Oscar-Gewinner unfehlbar), einen ungewöhnlichen darstellerischen Ansatz für seine Rolle. Mit "traumhaft" ist sein Auftritt am besten beschrieben, wenn er im Comme-de-Garcon-Look mit weit ausholenden Bewegungen und ungeahnter Sensibilität immer ein wenig over the top durch den Film wandelt und Vorgänger-Engel wie John Travolta ("Michael") und Denzel Washington ("Rendezvous mit einem Engel") auf die Plätze verweist, während Meg Ryan als Ärztin in der Glaubens- und Schaffenskrise einen unbedingt realistischen, aber nicht weniger überzeugenden Gegenpol bildet. Ebenfalls klasse sind die Fernsehstars Dennis Franz aus "NYPD Blue" als das Leben in voll auskostender Ex-Engel und Andre Braugher aus "Homicide" als Seths bester Freund Cassiel, der sich ebenfalls danach sehnt zu erfahren, was es bedeutet, zu berühren und zu schmecken. Daß der Film in den USA schnurstracks auf ein Einspiel im 70-Mio.-Dollar-Bereich zusteuert, ist ein gutes Omen für den Einsatz in deutschen Landen, wo Nicolas Cage und Meg Ryan auf eine große Fanbasis bauen können. Und schließlich wird es viele Neugierige geben, die es interessiert, wie sehr sich der Himmel über Los Angeles von dem über Berlin unterscheidet. ts.
| Darsteller: | Nicolas Cage | als Seth | |
|---|---|---|---|
| Meg Ryan | als Maggie | ||
| Andre Braugher | als Cassiel | ||
| Dennis Franz | als Messinger | ||
| Colm Feore | als Jordan | ||
| Robin Bartlett | als Anne | ||
| Joanna Merlin | als Teresa | ||
| Sarah Dampf | als Susan | ||
| Regie: | Brad Silberling | ||
| Drehbuch: | Dana Stevens | ||
| Produzent: | Charles Roven | ||
| Dawn Steel | |||
| Koproduzent: | Douglas Segal | ||
| Kelly Smith-Wait | |||
| Ausf. Produzent: | Robert Cavallo | ||
| Arnon Milchan | |||
| Charles Newirth | |||
| Buchvorlage: | Wim Wenders | ||
| Peter Handke | |||
| Kamera: | John Seale | ||
| Schnitt: | Lynzee Klingman | ||
| Musik: | Gabriel Yared | ||
| Produktionsdesign: | Lilly Kilvert | ||
| John O. Warnke | |||
| Kostüme: | Shay Cunliffe | ||
| Ton: | David MacMillan | ||
Die Schauspielerin Meg Ryan ("Stadt der Engel") versucht derzeit, ihren Ex-Mann Dennis Quaid ("Traffic - Macht des Kartells") zurückzugewinnen.
Sie hatte ihn für eine heiße Affäre mit dem hübschen Australier Russell Crowe verlassen - doch jetzt bereut sie, so überstürzt gehandelt zu haben. Quaid scheint sich allerdings inzwischen an sein Singleleben gewöhnt zu haben und vergnügt sich mit anderen hübschen Frauen.
Ein Freund erzählt: "Dennis wird auf keinen Fall zu ihr zurückkommen. Vor allem, da er jetzt die Freuden des Singleleben kennengelernt hat. Dennis hat jede Nacht eine andere Frau - manche davon könnten seine Tochter sein. Ich weiß nicht, wie er noch mit ihnen mithalten kann..."
In der Legende vom unheiligen Trinker in "Leaving Las Vegas" säuft er sich trotz der schönen Hure Elisabeth Shue, die ihn erlösen könnte,...
Amerikanische Schauspielerin. Eine der Königinnen der amerikanischen romantischen Komödie ("Schlaflos in Seattle", "French Kiss"), bildete Meg Ryan als...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.