Eigenwillige und originell existenzialistische Szenenfolge jenseits konventioneller Erzähldramaturgie. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz15/z0215111/b150x150.jpg Songs from the Second Floor

Filmdetails

Songs from the Second Floor

Eigenwillige und originell existenzialistische Szenenfolge jenseits konventioneller Erzähldramaturgie.


Songs from the Second Floor
Start: 18.04.2002

Originaltitel: Sanger fran andra vaningen

Drama / Komödie

Schweden/Norwegen/Dänemark 2000
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Lars Nordh
Stefan Larsson
Jae Hyu

Regie: Roy Andersson
Verleih: Rapid Eye Movies HE

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Inhalt

Absurder Alltag in einer apokalyptischen Welt: Ein Angestellter wird erniedrigt und entlassen. In aller Öffentlichkeit wird ein Einwanderer auf der Straße verprügelt, unbeachtet von den Passanten. Ein Magier erlebt einen fatalen "Betriebsunfall", indem er versehentlich vor Publikum einen Menschen zersägt. Und immer wieder Karl (Lars Nordh), der Möbelhändler, dessen Kopf mit Asche bedeckt ist. Er hat seinen eigenen Laden angezündet, um an die Versicherungssumme zu kommen.

Vor einer statischen Kamera lässt Regisseur Roy Andersson Laiendarsteller verschmitzt in absurd-skurrilen Szenen agieren. 2000 erhielt er dafür den Preis der Jury in Cannes.


Kritik

Songs from the Second Floor

In Cannes bekam dieser schräg balladeske schwedische Film über chaotische Lebenssituationen den Spezialpreis der Jury. Autor und Produzent Roy Andersson hat ihn über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht mit Laien-Darstellern. Ein spezieller Film für Freunde des hintersinnigen bis schwarzen Humors.

Schon Anderssons erster Spielfilm "A Swedish Love Story" wurde vor mehr als drei Jahrzehnten auf der Berlinale ausgezeichnet, mit dem zweiten, "Giliap", landete er in der renommierten Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 1976. Eine Reihe von ebenfalls international prämierten Werbefilmen diente ihm unter anderem dazu, seinen sehr persönlichen Erzählstil zu entwickeln. "Songs from the Second Floor" ist ein wunderbares Beispiel für die lapidare, einfache Struktur seiner präzise arrangierten und choreographierten Bilder. Die Kamera (Istvan Borbas) ist absolut statisch, und jede Szene ist in einer einzigen Weitwinkel-Einstellung aufgenommen. So blickt man beispielsweise auf eine Straße, in der Menschen an einer Haltestelle stehen, im Vordergrund gehen Menschen vorbei oder bewegen sich auf Rollschuhen quer durchs Bild, andere schieben in entgegengesetzter Richtung ein Auto die Fahrbahn entlang. Man sieht einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit, der begrenzt ist wie ein Foto, nur dass innerhalb der Cadrage Bewegung ist, sich das Bild verändert. Andersson selbst nennt dies "kontrollierte Einfachheit" und will mit dieser Methode "eine spezifisch isolierte Klarheit" zum Ausdruck bringen. So komponiert er eine höchst eigenwillige und originell existenzialistische Szenenfolge jenseits konventioneller Erzähldramaturgie und erreicht damit einen skurrilen, schlitzohrig amüsanten Unterhaltungs-Effekt, der die Weisheit eines guten Witzes und die Lebenserfahrung eines realistischen Individualisten hat. Ein Fremder wird auf der Straße brutal zusammen geschlagen, was Passanten überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen; ein Magier zersägt auf der Bühne irrtümlich einen Menschen; ein Mann, dessen Kopf mit Asche bedeckt ist, hat seinen eigenen Möbelladen der Versicherungssumme wegen angesteckt und hat in einer Bar eine Auseinandersetzung mit seinem Sohn; ein gigantischer Verkehrsstau legt die gesamte Stadt lahm. Andersson macht uns mit seinem Film auf die Absurditäten unserer Wirklichkeit aufmerksam, macht sie uns bewusst und vermittelt gleichzeitig den Ernst der Lage wie den unübersehbaren Spaß an der Freud'. fh.

Songs from the Second Floor

Darsteller:  Lars Nordh   als Karl
  Stefan Larsson   als Stefan
  Jae Hyu   als Mang-Che
  Lugio Uucinia   als Magier
  Hasse Söderholm   als Manager
  Torbjörn Fahlström   als Oberbefehlshaber
  Klas Gösta Olsson   als Oberst
  Thommy Berggren  
  Fredrik Sjögren  
  Jöran Mueller  
 
Regie:  Roy Andersson  
Drehbuch:  Roy Andersson  
Produzent:  Lisa Alwert  
Koproduzent:  Johan Mardell  
  Sanne Glaesel  
Ausf. Produzent:  Philippe Bober  
Kamera:  István Borbás  
  Jesper Klevenas  
Schnitt:  Roy Andersson  
Musik:  Benny Andersson  
Kostüme:  Leontine Arvidsson  
Ton:  Jens Munter  
  Owe Svensson  

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