Steven Soderberghs Remake von Andrei Tarkowskis gleichnamiger Verfilmung des Science-Fiction-Kultromans von Stanislaw Lem.
Am Rand des Universums gibt Steven Soderbergh George Clooney eine zweite Chance für die Liebe - wird er sie ergreifen?
Nach all den smarten Jungs, den lässigen Gangstern und charmanten Nichtsnutzen, die George Clooney in den letzten Jahren spielte, wird er jetzt ernst, jedenfalls einen Film lang. Doch der Umschwung zum tiefgründigen Charakter, zum Wissenschaftler Dr. Chris Kelvin in Steven Soderberghs Neuverfilmung von "Solaris", ändert wenig an seinem Image als "sexiest man alive". Im Gegenteil, diese Figur fügt Clooney eine Tiefe hinzu, eine postmoderne Melancholie, die ihn verletzbarer und romantisch interessanter macht als sein bodenständiger Charme zuvor.
Dr. Kelvin bricht von der Erde auf, um einen Freund im All zu retten. Wir befinden uns in der Zukunft, eine Reise zu fernen Planeten ist nicht ungewöhnlich, und "Solaris" ist einer der fernsten. Der Kommandant der Raumstation, die den Planeten umkreist, sendet einen letzten Hilferuf, bevor die Station jeden Kontakt nach außen abbricht und Clooneys Nachforschungen beginnen...
Meisterhaft greift Regisseur Soderbergh die bedrohliche Atmosphäre auf, in der mysteriöse Dinge geschehen. Die wenigen Bewohner der Raumstation verbergen Geheimnisse, an denen sie schwer tragen. Aber schon nach kurzer Zeit merkt Clooney, was hier passiert: Die stärksten Erinnerungen, die konzentriertesten Wünsche der Wissenschaftler nehmen menschliche Gestalt an und erscheinen als Gäste, als virtuelle Mitbewohner. In Clooneys Fall handelt es sich um die Erinnerung an seine Frau Rheya, deren lang zurückliegenden Selbstmord er nie verwunden hat.
Eines Morgens sitzt sie in seiner Schlafkabine - Rheya, oder ein getreues Abbild dessen, was er von ihr im Gedächtnis behielt. Aber während er anfangs das Rätsel dieser plötzlichen Erscheinung noch analytisch lösen möchte und hauptsächlich die Rettung der Raumstation plant, erliegt er allmählich der Versuchung einer zweiten Chance: Ob es nun Rheya ist oder Rheyas Kopie, hier bietet sich für Clooney die Möglichkeit, eine Liebesgeschichte noch einmal zu erleben und vielleicht zu einem glücklicheren Ende zu führen.
Der Film wird zum sehnsüchtigen Spiel mit der Vergangenheit, zur betörenden Geschichte um Schmerz und Schuld, zur Meditation über das Leben und die verlorene Liebe. In ungewöhnlicher Umgebung werden Gefühle ausgelotet, wird die Frage aufgeworfen, wie weit man zu gehen bereit wäre für eine zweite Chance. Die Reise nach außen, in die Tiefe des Universums, verwandelt sich also zu einer Reise nach innen - ein Trick, mit dem der Planet Solaris schon früher die Gemüter verführte.
Andrej Tarkowskij hat den Stoff 1972 zu einem Kultfilm verarbeitet, bevor Clooney und Soderbergh sich dem Thema nun von der emotionalen Seite widmeten. Ursprünglich jedoch stammt das Buch von Stanislaw Lem, der 1961 bereits den Kosmonauten Kelvin erdachte, um ihn auf dem Ozean von Solaris den vielfältigen Formen von Vorherbestimmung und Neubeginn auszusetzen. Mit von der Partie diesmal ist auch Ozean-Experte James Cameron ("Titanic") als Produzent, der sich mit dem einzigartigen "Solaris" ein Traumprojekt erfüllte.
von Doris Kuhn
veröffentlicht am 08-01-2003 um 10:35
Die Welt in ferner Zukunft. Dr. Chris Kelvin (George Clooney) wird von Regierungsbeauftragten gebeten, auf der Weltallstation Prometheus auf dem Planeten Solaris nach dem Rechten zu sehen. Kelvins alter Freund Gibarian (Ulrich Tukur), Kommandant auf Solaris, hatte von sonderbaren Schwierigkeiten berichtet. Auf Solaris angekommen, findet Kelvin Gibarian tot und die übrigen Crewmitglieder seltsam verstört vor. Eine außerirdische Lebensform ist anwesend und offenbar in der Lage, persönliche Erinnerungen von jedermann zu manifestieren. Bald wird auch Kelvin ihre Macht erfahren.
Nach dem kommerziellen Erfolg von "Erin Brockovich" und "Traffic - Macht des Kartells" knöpft sich Steven Soderbergh ein persönliches Pet Project vor und wagt das Remake des gleichnamigen Andrei-Tarkowski-Klassikers, basierend auf einem Science-Fiction-Roman von Stanislaw Lem. James Cameron produzierte.
| Originaltitel | Solaris |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Drama / Science Fiction |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | 27.11.2002 |
| Kinostart (D) | 06.03.2003 |
| Besucher (D) | 130.143 |
| Einspielergebnis (D) | € 767.406 Bes. (EDI) 130.143 Bes. (FFA) 137.670 |
| FSK | ab 12 Jahre |
| WWW | Link |
Donna Kimball
Frau Gibarian
Michael Ensign
Freund 1
Elpidia Carrillo
Freund 2
Kent Faulcon
Patient 1
Lauren Cohn
Patient 2
James Cameron
Produzent
Rae Sanchini
Produzent
Jon Landau
Produzent
Gregory Jacobs
Ausf. Produzent
Stanislaw Lem
Buchvorlage
Philip J. Messina
Produktionsdesi gn
Keith P. Cunningham
Produktionsdesi gn
Steve Arnold
Produktionsdesi gn
Steven Soderbergh
Kamera
Steven Soderbergh
Schnitt
Cliff Martinez
Musik
Milena Canonero
Kostüme
Paul Ledford
Ton
Debra Zane
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