Humorvolles Drama über zwei Schwestern, die aus dem englischen Standesdünkel im 19. Jahrhunderts ausbrechen wollen. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz39/z0239183/b150x150.jpg Sinn und Sinnlichkeit

Filmdetails

Sinn und Sinnlichkeit

Humorvolles Drama über zwei Schwestern, die aus dem englischen Standesdünkel im 19. Jahrhunderts ausbrechen wollen.


Sinn und Sinnlichkeit
Start: 07.03.1996

Originaltitel: Sense and Sensibility

Drama / Komödie

USA 1995
Laufzeit: 135 Min.

Emma Thompson
Alan Rickman
Kate Winslet

Regie: Ang Lee
Verleih: Columbia Tristar

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

In der von Standesdünkel und Materialismus geprägten englischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts versuchen zwei Schwestern, ihr Glück in der Liebe zu finden. Ohne Mitgift werden sie zum Spielball rückgratloser Männer, folgen auf Freuden Enttäuschungen, bis Verstand und Gefühl in eine Richtung weisen, und sich der Traum von der großen Liebe erfüllt.


Kritik

Sinn und Sinnlichkeit

War es eine Entscheidung des Verstandes oder des Gefühls, dem zweifach oscarnominierten Regisseur Ang Lee ("Das Hochzeitsbankett") die Verfilmung von Jane Austens erzbritischem Romanklassiker anzuvertrauen? Es zeugt von Verstand, weil Lee bereits zuvor mit wenig Geld die hier geforderte dramatisch-komödiantische Mischform bravourös bewältigt hatte. Es zeugt von Gefühl, weil die Welt von Verhaltens-Konventionen und familiärem Druck für Lee trotz kultureller Unterschiede emotional bekanntes Territorium darstellte.

Das Vertrauen der Produzenten hat der Regisseur jedenfalls gerechtfertigt. Bereits für sechs Golden Globes nominiert, ist "Sinn und Sinnlichkeit" ein reifer und unterhaltsamer Film geworden, dem mit Rückenwind von Onkel Oscar Einspielergebnisse oberhalb der Ivory-Gipfel von "Zimmer mit Aussicht" (310.000 Besucher) oder "Wiedersehen in Howards End" (375.000) zuzutrauen sind. Parallelen mit letzterer E.M.-Forster-Verfilmung sind in Figuren und Themen unübersehbar. Ausgangspunkt ist hier wie dort ein nicht eingehaltenes Versprechen am Sterbebett - mit Emma Thompson als leidgeprüftem Doppelopfer. War es in "Howards End" der gleichnamige Landsitz, so ist es in "Sinn und Sinnlichkeit" zunächst das Geburtshaus und dann die großzügige finanzielle Unterstützung, die Thompsons Figur und ihrer Familie verwehrt werden. Während die intrigante Schwägerin sich im Familiensitz einnistet, müssen Elinor Dashwood (Thompson, die auch das Drehbuch schrieb!) und ihre Schwestern Margaret und Marianne (erneuter Talentbeweis nach "Heavenly Creatures": Kate Winslet) das Haus verlassen. Die Bedeutung des Geldes als neben Herkunft zentrales statusbildendes Kriterium, ist bis zur letzten Einstellung das durchgehende Motiv in Lees Film. Geld bestimmt den Platz in der Gesellschaft, aber auch die emotionale Farbe der Liebe. Die Wahl des Partners wird zur Verstandes-, nicht zur Gefühlsentscheidung - eine Bankrotterklärung des Herzens, die an mehreren Figuren festgemacht wird. So verliebt sich Elinor in Edward (ein gewohnt devot-schüchterner Hugh Grant), den Bruder ihrer Schwägerin, der erst am Ende seinem Gefühl vertraut. So verfällt Marianne einem charmanten Verführer, der sie des Geldes wegen wie ein Spielzeug fallen läßt. Verstand und Gefühl beschreiben auch den charakterlichen Gegensatz der beiden engverbundenen Schwestern. Thompson verkörpert Vernunft und unterdrückte Leidenschaft - Winslet Impulsivität und sinnliche Romantik. Die Defizite beider Charaktere werden am Ende kompensiert, was im Falle Thompsons zu einem Gefühlsausbruch führt, der die in zwei Stunden aufgebaute psychologische Spannung unvergeßlich entlädt. Kein verkrampftes Kammerspiel, sondern einen lockeren, durchaus witzigen Emotionenparcours hat Ang Lee hier inszeniert - veredelt von plastischer und farbsatter Fotografie und exzellenten darstellerischen Leistungen. Diesen schönen Film muß man einfach mögen - aus Gründen des Verstandes und des Gefühls. kob.

Sinn und Sinnlichkeit

Darsteller:  Emma Thompson   als Elinor Dashwood
  Alan Rickman   als Colonel Brandon
  Kate Winslet   als Marianne Dashwood
  Hugh Grant   als Edward Ferrars
  James Fleet   als John Dashwood
  Harriet Walter   als Fanny Dashwood
  Gemma Jones   als Mrs. Dashwood
  Elizabeth Spriggs   als Mrs. Jennings
  Robert Hardy   als Sir John Middleton
  Greg Wise   als Willoughby
  Imelda Staunton   als Charlotte Palmer
  Imogen Stubbs   als Lucy Steele
  Hugh Laurie   als Mr. Palmer
  Emile Francois   als Margaret Dashwood
  Richard Lumsden   als Robert Ferrars
  Oliver Ford Davies   als Doctor Harris
 
Regie:  Ang Lee  
Drehbuch:  Emma Thompson  
Produzent:  Lindsay Doran  
Ausf. Produzent:  Sydney Pollack  
Buchvorlage:  Jane Austen  
Kamera:  Michael Coulter  
Schnitt:  Tim Squyres  
Musik:  Patrick Doyle  

Keira Knightley lernte mit Emma Thompson lesen

"Wenn Emma Thompson nicht lesen könnte, würde sie es mit Sicherheit lernen!"

Großansicht Ihre Legasthenie hat Keira Knightley überwunden (Foto: Kurt Krieger)

Ihre Legasthenie hat Keira Knightley überwunden (Foto: Kurt Krieger)

Eine tolle Therapie gegen Lese-Rechtschreibeschwäche stellt nun Superstar Keira Knightley vor: Drehbücher von Emma Thompson lesen. Keira, bei der schon im zarten Alter von sechs Jahren eine Lese-Rechtschreibeschwäche diagnostiziert wurde, konnte ihr Problem genau damit überwinden: Als sie zehn Jahre alt war, brachte ihre Mutter, die damals am Set mit Thompson von "Sinn und Sinnlichkeit" arbeitete, eine Kopie des Drehbuchs mit nach Hause.

"Sie gab mir das Skript mit diesen Worten: 'Wenn Emma Thompson nicht lesen könnte, würde sie es mit Sicherheit lernen. Du wirst also mit dem Lesen anfangen müssen, denn das würde Emma Thompson auch tun.'" Das habe gesessen, berichtete Keira Knightley, und fortan vertiefte sich das kleine Mädchen, das heute ein großer Fan von Thompson ist, in die sinnlich-schöne Lektüre.

Ein echter Wälter wartet schon

Um ganz ausführliches Lesen kommt Keira Knightley auch bei ihrem nächsten Film nicht herum: Knightley spielt die Hauptrolle in einer Neuverfilmung von Anna Karenina und wird sich, gut vorbereitet wie sie immer ist, mit Sicherheit den Roman von Leo Tolstoi vornehmen - und der hat knapp eintausend Seiten...

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