Spike Lee, der bei der 61. Mostra neben Präsident John Boorman auch in der Jury sitzt, präsentiert nach dem Großstadtdrama "25th Hour" seinen neuen Film "She Hate Me" außer Konkurrenz im Wettbewerb - eine bitterböse Satire über Machismo und Größenwahn, unter anderem mit Monica Bellucci, Woody Harrelson und John Turturro erstklassig besetzt. Es geht um einen Harvardabsolventen in Biotechnik, der sich ein Zubrot verdient, indem er lesbische Frauen schwängert.

Wettbewerbsbeitrag in Venedig 2004. Außer Konkurrenz.
| Darsteller: | Anthony Mackie | als John Henry "Jack" Armstrong | |
|---|---|---|---|
| Kerry Washington | als Fatima Goodrich | ||
| Ellen Barkin | als Margo Chadwick | ||
| Monica Bellucci | als Simona Bonasera | ||
| Jim Brown | als Geronimo Armstrong | ||
| Ossie Davis | als Richter Buchanan | ||
| Jamel Debbouze | als Doak | ||
| Brian Dennehy | als Kirchenvorsitzender | ||
| Woody Harrelson | als Leland Powell | ||
| Bai Ling | als Oni | ||
| Lonette McKee | als Lottie Armstrong | ||
| Paula Jai Parker | als Evelyn | ||
| Q-Tip | als Vada Huff | ||
| Dania Ramirez | als Alex Guerrero | ||
| John Turturro | als Don Angelo Bonasera | ||
| Chiwetel Ejiofor | als Frank Wills | ||
| David Bennent | als Dr. Herman Schiller | ||
| Isiah Whitlock jr. | als Agent Flood | ||
| Regie: | Spike Lee | ||
| Drehbuch: | Michael Genet | ||
| Spike Lee | |||
| Produzent: | Spike Lee | ||
| Preston Holmes | |||
| Fernando Sulichin | |||
| Koproduzent: | Craig Spitzer | ||
| Kamera: | Matthew J. Libatique | ||
| Schnitt: | Barry Alexander Brown | ||
| Musik: | Terence Blanchard | ||
| Produktionsdesign: | Brigitte Broch | ||
| Kostüme: | Donna Berwick | ||
| Ton: | Ken Ishii | ||
| Casting: | Kim Coleman | ||
Aus dem Thema lesbische Liebe und Mutterschaft eine Komödie zu machen, war gewagt. Wehe dem, der sich dann noch im Ton vergreift.
Und genau das hat Spike Lee in seinem neuesten Werk mit dem bezeichnenden Titel "She Hate Me" nach Meinung prominenter lesbischer Frauen getan. Stein des Anstoßes ist die Story des Films:
Jack Armstrong, gespielt von Anthony Mackie aus "8 Mile", hat gerade seinen Job als Manager in Diensten einer Biotech-Firma gekündigt. Da läuft ihm seine Exfreundin über den Weg, die mittlerweile ihre homosexuellen Vorlieben auslebt. Sie bietet ihm 10.000 $ für eine Schwangerschaft. Doch was als einmaliger Freundschaftsdienst geplant war, entwickelt sich bald zum lukrativen Traumberuf: Jack verdingt sich fortan als professioneller Lesbenschwängerer.
Diese Geschichte sei eine "billige Anbiederung an männliche Fantasien", wettern schwule Interessenvertreter nun in den USA. Die Schriftstellerin Rosalind Lloyd ging sogar noch weiter:
"Dieser Film ist eine klischeehafte Vereinfachung und in seiner Darstellung absolut schädlich. Klar ist es wünschenswert, wenn der Homosexualität unter Frauen öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, aber es ist gibt eine Grenze zwischen Aufmerksamkeit und Ausbeutung - und die ist hier eindeutig überschritten. Außerdem würde eine wirkliche Lesbe unter keinen Umständen mit einem Mann schlafen."
Kritiker werfen dem stets kontroversen Regisseur zudem vor, er lasse Adoption und künstliche Befruchtung als Wege zur Nachkommenschaft außer acht. Damit gehöre sein Film nicht ins 21. Jahrhundert.
Lees Kommentar zu den gesammelten Vorwürfen fiel indes gewohnt gelassen aus: "Es ist schlicht unmöglich, einen Film zu machen, den jede Lesbe mag. Lesben sind wie jede andere Gruppe von Menschen in sich höchst unterschiedlich." Vielen homosexuelle Frauen habe sein Film gefallen.
Die Filmkritik stellt dem kontroversen Werk dagegen ein verheerendes Zeugnis aus - allerdings aus ganz banalen Gründen: mangelndes Timing, fahrige Dialoge und schlechte Darsteller. Ein besonders enttäuschter Juror schrieb: "Ein Spike-Lee-Film hebt entweder ab oder er sinkt wie ein Stein - und dieser ist der Felsen von Gibraltar!"
Afro-amerikanischer Film-, TV- und Theaterschauspieler. Er debütierte im Kino als Rapper Papa Doc, der sich in "8 Mile" (2002) das...
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