Sarah Jessica Parker
Kim Cattrall
Kristin Davis
Regie: Michael Patrick King
Verleih: Warner
Zwei Jahre nach der Hochzeit fürchtet Carrie, dass ihre Ehe mit Mr. Big an Spannung einzubüßen droht. Anwältin Miranda betreibt durch berufliche Veränderung dagegen gezielten Spannungsabbau, während Charlotte misstrauisch beobachtet, ob ihre junge Nanny vielleicht auch ihren Mann betreut. Ganz relaxt wieder im Singleleben angekommen ist Samantha, die mit ihren Freundinnen zum Urlaub in Abu Dhabi eingeladen wird. Dort darf sie in Luxus schwelgen, muss aber ihr zweites Hobby, Sex, deutlich defensiver betreiben.

In ihrem zweiten Kinofilm feiern die vier populärsten New Yorkerinnen der Entertainmentwelt ihre Freundschaft und ihren Trip in ein arabisches Luxusparadies.
Nachdem im weltweit erfolgreichen Vorgänger zwei Langzeitbeziehungen fundamental auseinander genommen und am Ende mit neuer Perspektive wieder zusammengefügt wurden, schraubt Autor-Regisseur Michael Patrick King im Nachfolger den Krisenfaktor deutlich herunter und entlässt die vier Freundinnen in einen Beziehungsurlaub mit nur kleinen disharmonischen Erschütterungen.
Den Anfang macht eine in Exzessqualität irgendwo zwischen Donald Trump und Liberace angesiedelte Hochzeit von Carries und Charlottes besten männerliebenden Freunden, auf der Gaststar Liza Minnelli mit einem Cover von "Single Ladies" selbstironisch kommentiert, wohin Beyoncés Aufforderung "Put a Ring On It" sie letztlich geführt hat. Die vier gescheiterten Ehen Minnellis sind aber ein Super-GAU, von dem die Glamour-Girls weit entfernt sind. Lustgöttin Samantha, als Einzige wieder Single, fürchtet auf der Jagd nach Frischfleisch nur die hormonellen Auswirkungen der Menopause. Anwältin Miranda hat ihre Ehe wieder im Griff und übernimmt nach beruflicher Veränderung die ungewohnte Rolle als unkomplizierte Spaßbringerin. Charlotte fühlt ihre eigenen Bedürfnisse durch die Konzentration auf ihre beiden Kinder völlig ausgeblendet und verfolgt misstrauisch, ob ihr bisher treuer Ehemann bei der neuen appetitlich gebauten Nanny dem "Jude-Law" zum Opfer fällt. Carrie schließlich, die zentrale Stimme der ehemaligen Single Ladies, ist beunruhigt, dass in ihrer Ehe Reiz von Routine abgelöst wird, weil Traummann Mr. Big mit einem Flatscreen und einem ruhigeren Leben auf der Couch eine unerwartete Affäre hat.
Auch wenn man auf den ersten Close-up auf einen Designerschuh keine Minute warten muss, halten sich die Shopaholics vergleichsweise zurück, führen aber dennoch mit jeder neuen Szene trendige Fashion vor und schwelgen schließlich im ultimativen Luxus, als sie zu einem All-Inclusive-Trip nach Abu Dhabi eingeladen werden. Helen Reddys Hit "I'm Woman", den Carrie & Co bei einer Karaokeveranstaltung vortragen, ist programmatisch für die gut einstündige Expedition in die Emirate, die Hollywood wegen verweigerter Drehgenehmigung in Marokko finden musste. Hier nimmt der Film, der in der Powerbindung der Fashion Four seine stärkste Waffe hat und seinen Wortwitz wie gewohnt auch mit einer Fülle von zweideutigen Dialogen entwickelt, einen recht naiven Konfrontationskurs mit den Sitten eines nur technisch progressiven Staates auf, in dem die verschleierten Frauen in den Amerikanerinnen Hoffnungsträgerinnen für ihre eigene Emanzipation sehen. Etwas viel Kulturauftrag für und Entwicklungshilfe durch das klassische Quartett, das Glück und Spaß im Leben sucht und beides den Fans in dieser Komödie über weite Strecken auch bieten kann. kob.
"Ich möchte wirklich gar nicht wissen, wer Carries Eltern waren ..."
Ob Sarah Jessica Parker für "Sex and the City 3" zurückkommt, weiß nur sie selbst (Foto: Warner)
Es gibt Hoffnung für "Sex and the City"-Fans: Wie jetzt von Sarah Jessica Parker höchstpersönlich bekannt wurde, soll es einen dritten Kinofilm geben. Und der werde sich nicht, wie unlängst angenommen, um die Vergangenheit der Manhattan-Ladys drehen, sondern eine ganze eigene, neue Geschichte erzählen. Auf die Frage, wie es um "Sex and the City 3" steht, antwortete Sarah Jessica Parker: "Der Film wird kommen und ich kenne die Story". Es sei eine kleine Geschichte, die sich allerdings zu erzählen lohne. "Die Frage ist nur, wann die Zeit dafür reif ist."
Bisher hieß es, dass "Sex and the City 3" als Prequel kommt - mit Blake Lively als junger Carrie. Davon ist jetzt keine Rede mehr, denn Regisseur Michael Patrick King erteilte diesem Einfall eine Absage: "Meine Carrie Bradshaw startete mit 33 und ich habe sie bis zu ihrem 43. Lebensjahr geführt. Ich möchte wirklich gar nicht wissen, wer ihre Eltern waren, weil Carrie meiner Meinung nach nur für sich allein in Manhattan existieren kann."
Die Liebhaber der Serie dürfte dies erleichtern: Die Vorstellung, die zwar hübsche aber längst nicht so charmante Blake Lively auf Carries Spuren durch New York wandeln zu sehen, löste nicht bei jedem Glücksgefühle aus. Ob Sarah Jessica Parker und die anderen New York-Ladies aber im dritten Film mitspielen möchten und sollen, ist nicht bekannt - immerhin blieb der letzte Kinofilm hinter den Erwartungen zurück und auch das Alter der Schauspielerinnen ist ein Problem. Die richtige Story allerdings und ein klein wenig mehr Bescheidenheit bei der Ausstattung des Films könnten vielleicht die Chance für "Sex and the City 3" bedeuten.
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