Originaltitel: The Quick and the Dead
USA 1995
Sharon Stone
Gene Hackman
Russell Crowe
Regie: Sam Raimi
Verleih: Columbia Tristar
Die toughe Ellen kommt in die heruntergekommene Western-Stadt Redemption, gerade rechtzeitig für den alljährlichen Schießwettbewerb. Ungeschlagener Champion ist der Ganove Herod, der für den Tod von Ellens Vater verantwortlich ist und nebenher die gesamte Stadt tyrannisiert. Außerdem sind da noch Herods aufmüpfiger Sohn, ein zum Priester mutierter Ex- Ganove sowie ein bezahlter Killer.

Sam Raimi, bestens bekannt für technisch versierte Genre-Parodien wie die "Tanz der Teufel"- Trilogie mit dem krönenden Abschluß "Armee der Finsternis", spielt der Videospielgeneration das Lied vom Tod. Mit seinem Neo-Western "Die Schnellen und die Toten" wandelt der Regisseur überdeutlich auf den verwehten Spuren des großen Sergio Leone. Als originellste Neuerung wurde die Rolle des rächerischen Revolverhelden im Geiste Clint Eastwoods mit Superstar Sharon Stone besetzt, die zudem als Coproduzentin bei dem 34-Mio.-Dollar-Projekt fungierte. Dabei pflastern nicht nur Leichen, sondern auch Genreklischees die giftige Parodie, die zugleich eine im Detail hingebungsvolle Hommage an das Genre des Spaghetti-Westerns ist. Die Parallelen zu den legendären Vorbildern aus den 60er Jahren werden gleich bei der mit Morricone-artigen Panflötenklängen untermalten Anfangssequenz offenbar: Eine einsame Reiterin nähert sich in der staubigen Prärie langsam einer dubiosen Gestalt, die damit beschäftigt ist, einen Friedhof zu durchwühlen. Bei der folgenden Konfrontation liefert sie den ersten Beweis, daß sie Italowestern-Recken wie Giuliano Gemma oder Franco Nero trotz fehlender Bartstoppeln in punkto Abgebrühtheit nicht nachsteht. Anschließend galoppiert sie in das heruntergekommene Nest Redemption, gerade rechtzeitig für den alljährlich stattfindenden Schießwettbewerb. Ungeschlagener Champion ist der Schurke Herod (ein gewohnt grandioser Gene Hackman), der mit seinen Schergen die gesamte Stadt tyrannisiert. Zu dem kuriosen Sammelsurium an Teilnehmern gehören außerdem Australo-Star Russell Crowe als religiöser Ex-Ganove, Teenagerschwarm Leonardo DiCaprio als Herods aufmüpfiger Sohn Kid, Haudegen Lance Henriksen als gelackter Angeber und Keith David als gekaufter Killer. Raimi macht kein großes Geheimnis daraus, wer siegreich aus den jeweiligen Duellen hervorgehen wird. Und daß die Lady ohne Namen mit dem Bösewicht ein persönliches Hühnchen zu rupfen hat, läßt sich auch ohne sepiagefärbte Rückblenden leicht erahnen. So einfalls- und temporeich Raimi die Actionsequenzen gefilmt hat, so widersprüchlich legte Drehbuchautor Simon Moore die Rolle der Heldin an: Einmal zeigt er sie abgebrüht, whiskeytrinkend, zigarillopaffend und keiner handfesten Rauferei abgeneigt, dann wieder verschreckt schlotternd der Schießerei mit Herod entgegenblickend. Konsequente Coolness wäre zwar eindimensionaler, aber allemal effektiver gewesen. So bleiben Clint Eastwoods Stiefel Sharon Stone trotz zahlloser Großaufnahmen ihrer zusammengekniffenen Augen ein paar Nummern zu groß. Was "Die Schnellen und die Toten" von seinen mit vielen Zitaten gewürdigten Vorbildern unterscheidet, sind die rasenden Zoomaufnahmen, superschneller Schnitt, ein gotisch-okkultes Innendesign und abgefahrene Spezialeffekte. Wenn Hackman beispielsweise durch das klaffende Loch, das er seinem Gegner gerade in den Schädel geblasen hat, gefilmt wird, dann kommen Raimi-Fans voll auf ihre Kosten. Ob das breite Publikum ähnlich viel Spaß an diesem schwarzhumorigen Genrezwitter haben wird, hängt letztlich von der Zugkraft seiner Starbesetzung ab. ara.
| Darsteller: | Sharon Stone | ||
|---|---|---|---|
| Gene Hackman | |||
| Russell Crowe | |||
| Leonardo DiCaprio | |||
| Tobin Bell | |||
| Roberts Blossom | |||
| Kevin Conway | |||
| Keith David | |||
| Lance Henriksen | |||
| Pat Hingle | |||
| Gary Sinise | |||
| Regie: | Sam Raimi | ||
| Drehbuch: | Simon Moore | ||
| Produzent: | Joshua Donen | ||
| Alan Shapiro | |||
| Patrick Markey | |||
| Ausf. Produzent: | Toby Jaffe | ||
| Robert G. Tapert | |||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | Pietro Scalia | ||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
Sie sollten gut aussehen, ihren Text fehlerfrei aufsagen und sich ansonsten aus dem Filmgeschäft raushalten - so sah die Rolle der Frau in Hollywood über Jahre hinweg aus. Damit ist Schluss, seit Powerfrauen wie Julia Roberts für ihre Filme Traumgagen von über 20 Mio. Dollar beziehen.
Strahlend schön und talentiert: die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (Foto: Kurt Krieger)
Diese Powerfrauen bestreiten zweistündige Dramen mit Würde und Können, und selbst Durststrecken im Lauf ihrer Karriere können sie nicht aufhalten.
Der Beweis dafür ist Hilary Swank, die nach ihrer bewegenden Darstellung in "Boys Don't Cry" mehrere Kinoflops drehte. Mit dem sensationellen Drama "Million Dollar Baby" meldete sie sich in diesem Jahr besser denn je zurück.
Ihrer bescheidenen, aber willensstarken Boxerin verlieh Swank ein Höchstmaß an Würde und Glaubhaftigkeit. Durchhaltevermögen hat sie ohnehin schon seit ihrer Jugend: Swank schwamm sich als Teenager in die Jugendolympiade. Die 30-Jährige ist im Filmbusiness erfolgreicher als ihr Gatte Chad Lowe, ebenfalls ein Schauspieler.
Ist im Actionfilm genauso daheim wie im bewegenden Drama: Charlize Theron (Foto: Kurt Krieger)
Ähnlich verhält es sich mit Charlize Theron, einer leidenschaftlichen Tierschützerin, die lautstark die erste weibliche US-Präsidentin fordert. Die Südafrikanerin hat ihren Verlobten Stuart Townsend karrieremäßig längst überflügelt und kann nun unter den besten Parts auswählen.
Kein Wunder, begeisterte Theron doch mit ihrer uneitlen Performance als Serienkillerin Aileen Wuornos in "Monster" alle Kritiker. Jetzt kann sie sich sogar einen Ausflug ins heiße Latexkostüm der Action-Amazone "Aeon Flux" leisten.
Auch Sofia Coppola ließ alle bösen Zungen verstummen, als sie 1999 "The Virgin Suicides" inszenierte. Mit dem gelungenen Drama um die Selbstmorde mehrerer Schwestern trat sie selbstbewusst aus dem Schatten ihres Vaters Francis Ford Coppola.
Für ihr Meisterwerk "Lost in Translation" bekam sie einen Golden Globe und einen Oscar. Zur Belohnung darf sie nun einen epischen Kostümschinken um die geköpfte Franzosenkönigin Marie Antoinette drehen.
Sie definierte den Begriff "Rache" neu: Uma Thurman in Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Foto: Buena Vista)
Anders als Coppola konnte Uma Thurman zwar bisher noch keinen Oscar mit nach Hause nehmen, aber die gefragte Blondine und allein erziehende Mutter hat auch so Kultstatus.
Seit sie in Quentin Tarantinos" Pulp Fiction" mit John Travolta tanzte, wird die 35-Jährige von Millionen Fans verehrt. Die Rolle als knallharte Rächerin in den "Kill Bill"-Filmen untermauerte ihre Position noch.
Ebenfalls schlagkräftig gab sich Angelina Jolie, als sie 2001 in "Tomb Raider" die Computerspielheldin Lara Croft zum Leben erweckte.
Superstar Angelina Jolie vermarktet ihren Sexappeal großzügig für gute Zwecke (Foto: Kurt Krieger)
Damals hatte die sexy Schauspielerin schon einen Oscar für das Drama "Durchgeknallt" in der Tasche. Ebenso kontrovers wie manche ihrer Rollen ist auch Angelinas Privatleben: Sie spricht offen über ihre zahlreichen Liebhaber.
Nebenbei ist sie ihrem Adoptivsohn Maddox eine Vorzeigemutter und engagiert sich mit Hingabe für die Belange der UNO. Köpfchen und Sexappeal müssen einander eben nicht ausschließen.
Das beweist auch Sharon Stone. Nach unzähligen Nebenrollen avancierte die Diva 1992 mit dem hocherotischen Thriller "Basic Instinct" über Nacht zum Superstar.
Auf ihren "Basic Instinct" ist immer Verlass: Sharon Stone hat sich in Hollywood behauptet (Foto: Kurt Krieger)
Als sexy Naivchen ließ sich die Schauspielerin mit einem IQ von 154 trotzdem nicht abstempeln. In dem Western "Schneller als der Tod" machte sie gestandenen Cowboys den Garaus, und in "Last Dance" gab sie gar eine wenig sympathische Hinrichtungskandidatin. Im nächsten Jahr wird Stone ihre Fans mit "Basic Instinct 2" beglücken.
Weniger sexbetont, aber genauso faszinierend kommt Juliette Binoche daher. Die gnadenlos talentierte Französin zeigt bettelnden Hollywoodproduzenten seit Jahren die kalte Schulter und dreht lieber kleine, feine Filme in Europa. Einzig mit der Romanze "Chocolat" wagte sie sich auf Traumfabrikterrain - und verzauberte das Publikum als mutige Singlemutter.
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Hollywood funktioniert eben nicht mehr ohne diese selbstbewussten Karrierefrauen.
Selbst der Nachwuchs im Filmgeschäft macht schon von sich reden: Emma Watson, als Hermione Granger in den "Harry Potter"-Filmen zu sehen, lässt sich von ihren männlichen Co-Stars garantiert nicht einschüchtern. Und bei einem Hockeymatch - ihre Lieblingssportart - würde sie die Jungs ohnehin locker schlagen.
Als ehemaliges Fotomodell für Eileen Ford, Clairol, Revlon u.a. sowie Gewinnerin diverser lokaler Schönheitswettbewerbe gelang Sharon Stone...
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