Originaltitel: Shipping News
USA 2001
Kevin Spacey
Julianne Moore
Dame Judi Dench
Regie: Lasse Hallström
Verleih: Concorde
Nach dem Unfalltod seiner attraktiven, aber an ihm und Tochter Bunny desinteressierten Frau ist Quoyle wieder der scheue Einzelgänger, der überall unbeachtet bleibt. Als seine Tante ihn nach Neufundland zu den Wurzeln seiner Vorfahren mitnimmt, entwickelt der zeitlebens Gedemütigte erstmals Selbstachtung, Freundschaften und das Gefühl, geliebt zu werden.

Der März gehört Lasse Hallström, der nun im dritten Frühjahr in Folge eine Bestsellerververfilmung in die Kinos bringt. Seine Adaption des gleichnamigen, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Romans der amerikanischen Literaturspätzünderin E. Annie Proulx, platziert sich harmonisch zwischen der bittersüßen Unausweichlichkeit von "Gottes Werk und Teufels Beitrag" und der märchenhaften Versöhnlichkeit von "Chocolat", ist mit seiner Aufbruchsstimmung, seinen unkomplizierten Figuren und kleinen, gut konsumierbaren dramatischen Happen das gewohnt Oscar-freundliche Material, das dank Kevin Spacey und einer Reihe renommierter Charakterdarsteller auch sein Publikum finden wird.
Mit einem visuell einfallsreichen, Jahre zu Minuten komprimierenden Prolog wird Protagonist Quoyle eingeführt. Von seinem despotischen Vater zu einem zwar sensiblen, aber rückgratlosen Wurm ohne Selbstachtung gemacht, ist Quoyle ein durch Spaceys alberne Frisur zusätzlich zur Witzfigur reduziertes Neutrum, bis er durch das, nicht nur für ihn unbegreifliche Interesse einer skrupellosen Männerfresserin (kleine, aber ihr nobles Image zerstreuende Rolle von Cate Blanchett) positiv aufgeladen wird. Die zermürbenden Ehejahre spart der Film aus, streift den Selbstmord von Quoyles Eltern ebenso wie den tödlichen Unfall Blanchetts, die die gemeinsame Tochter noch an eine Adoptionsinstitution verkaufen wollte. Schwerpunkt der "Schiffsmeldungen" ist Quoyles Selbstfindung und seelische Reinigung im sturmumtosten, aber von ehrlichen und freundlichen Menschen bevölkerten Neufundland. Im Zusammenleben mit Quoyles resoluter Tante (Judi Dench) entdecken Vater und Tochter Familie erstmals auch als Anker. Ein neuer Job und eine neue Liebe formen Quoyle zu einem neuen Menschen, der den Fluch seiner Vergangenheit überwinden kann. Mit seinem Kameramann Oliver Stapleton hat Hallström die spröde Schönheit des Schauplatzes authentisch eingefangen, der quasi vorbildhaft für Spaceys Figur seinem Schicksal, der Härte von Wind und Wetter, trotzt. Die Traumata Quoyles, seiner Tante und seiner neuen Freundin nehmen in Hallströms Adaption den Status einer seelischen Randnotiz ein, die angesprochen, aber nicht vertieft wird. Mehr als für ein packendes, emotional intensives menschliches Drama interessiert sich der Skandinavier für die Vorzüge des einfachen Lebens, für bodenständige Menschen, die Neues integrieren, nicht isolieren wollen und für Humor, der den Film insgesamt fast stärker komisch als dramatisch wirken lässt. Konventionell in seinem Erzählverhalten, aber von einem engagierten Ensemble und guten Dialogen getragen, erweist sich "Schiffsmeldungen" als unterhaltsames, unproblematisches, emotional reserviertes Ehrenwertkino, das sein Publikum über potenziell schweren Problemen luftig schweben lässt. kob.
Mary Margaret führt ein hartes Leben. Die Mutter von vier Kindern hat den dazugehörigen Vater schon seit Monaten nicht mehr gesehen. Als es ihr zu viel wird, reist Mary in den Wilden Westen, um ihren Mann zur Verantwortung zu ziehen.
"Boone's Lick" erzählt die Geschichte einer taffen Frau, die mit Sack und Pack quer durch die USA reist. Das neue Werk des Pulitzer-Preis-Trägers Larry McMurtry soll jetzt mit Julianne Moore und Tom Hanks in den Hauptrollen verfilmt werden.
Julianne Moore ist als energische Mary vorgesehen. Während sie in Missouri geblieben ist, arbeitet ihr Ehemann Dick als Fuhrmann in Wyoming. Sein letzter Besuch liegt 14 Monate zurück und das Geld wird immer knapper. Kurzerhand beschließt Mary, nach Wyoming zu fahren. Mit von der Partie sind die vier Kinder, ihre Schwester Rosie, der Großvater Crackenthorpe und Dicks Bruder Seth. Tom Hanks weicht seiner Schwägerin als hilfsbereiter Seth nicht von der Seite und empfindet immer mehr für die tatkräftige Frau.
Die Reisenden werden unterwegs von Gangstern überfallen, sind vor feindlichen Indianern auf der Flucht und kommen schließlich in einen harten Winter. Als Mary und ihre Familie endlich in Wyoming ankommen, geraten sie in das berüchtigte Fetterman Massacre von 1866, bei dem 80 amerikanische Soldaten ihr Leben ließen.
Die Dreharbeiten sollen erst 2005 beginnen, da Julianne Moore zuerst für "The Prizewinner of Defiance, Ohio" an der Seite von Woody Harrelson vor der Kamera stehen wird.
Der Schwede Lasse Hallström soll die Regie bei "Boone's Lick" übernehmen. Der Regisseur, der mit Literaturverfilmungen wie "Gottes Werk und Teufels Beitrag", "Chocolat" und Schiffsmeldungen bekannt wurde, dreht damit seinen ersten Western. Momentan arbeitet Lasse Hallström an den letzten Szenen zu "An Unfinished Life" mit Jennifer Lopez und Robert Redford.
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