Originaltitel: Elle s'appelait Sarah
Frankreich 2010
Kristin Scott Thomas
Mélusine Mayance
Niels Arestrup
Regie: Gilles Paquet-Brenner
Verleih: Camino (Filmagentinnen)
Bevor die zehnjährige Sarah im Juli 1942 mit ihren Eltern in der Nacht von der französischen Polizei zur Deportation abgeholt und mit Tausenden anderen Juden ins Vélodrome interniert wird, schließt sie ihren kleinen Bruder hinter einer Tapetentür ein, um ihn zu retten. Sie nimmt den Schlüssel mit, ohne zu ahnen, welche Katastrophe naht. Eine Journalistin im Paris von heute recherchiert über die damalige Razzia und findet heraus, dass sie gerade mit ihrem Mann vor dem Umzug in die Wohnung der Opfer steht.

Bewegende Hommage an die Kinder des "Vél d'Hiv" von Paris, den Opfern der Massenrazzia gegen Juden im Juli 1942.
Nach die "Kinder von Paris" ein weiterer französischer Film, der sich mit dem lange verdrängten Thema der " Säuberung" von Juden im Großraum Paris am 16. Juli 1942 beschäftigt - und den Überlebenden. Geschickt verwebt Gilles Paquet-Brenner ("Les jolies choses") die damaligen schrecklichen Ereignisse mit der Gegenwart.
Als die Polizei die zehnjährige Sarah und ihre aus Polen stammenden Eltern in der Progromnacht zur Deportation abholt, schließt das Mädchen ihren kleinen Bruder hinter der Tapetentür ein und nimmt den Schlüssel mit, nicht ahnend, was ihr und der Familie bevorsteht. 67 Jahre später recherchiert eine amerikanische Journalistin für einen Artikel über die Razzia und stößt auf das Schicksal derjenigen, die in der Wohnung lebten, in der sie mit ihrem Mann einziehen will und die zum Familienbesitz gehört.
Die Geschichte ist reine Fiktion, aber sehr wahrheitsgetreu erzählt und hält sich eng an in Deutschland über 85 000 Mal verkaufte literarische Vorlage von Tatiana de Rosnay. Vor allem die Bilder des berüchtigten Vélodrome, des Radrennstadions, in dem die Menschen tagelang unter entwürdigenden Bedingungen eingepfercht wurden, bedrücken. Das Drama folgt dem Schicksal der jüdischen Familie, vor allem dem von Sarah, der die Flucht aus einem Lager gelingt und die bei französischen Bauern Unterschlupf findet, und der akribischen Journalistin, die ihre Spuren is nach Brooklyn und zum Sohn nach Florenz verfolgt. Das Vor- und Zurückspringen zwischen den Szenen und dem unterschiedlichen Weg der Frauen erfordert sehr viel Aufmerksamkeit, verbindet die Protagonistinnen aber auf enge Weise und offenbart die individuellen Verflechtungen zwischen Vergangenheit und Heute, die noch nicht aufgearbeiteten Traumata der Franzosen. Trotz melodramatischer Mittel versinkt der Film nicht in Pathos, Künstlichkeit oder Rührseligkeit, was auch an der perfekten Performance liegt - eine zurückhaltende und sich langsam vorantastende Kristin Scott-Thomas und ein Mélusine Mayance als junge Überlebenskämpferin. mk.
| Darsteller: | Kristin Scott Thomas | als Julia Armond | |
|---|---|---|---|
| Mélusine Mayance | als Sarah Starzynski | ||
| Niels Arestrup | als Jules Dufaure | ||
| Frédéric Pierrot | als Bertrand Tezac | ||
| Michel Duchaussoy | als Édouard Tezac | ||
| Dominique Frot | als Geneviève Dufaure | ||
| Gisèle Casadesus | als Mamé | ||
| Aidan Quinn | als William Rainsferd | ||
| Natasha Mashkevich | als Frau Starzynski | ||
| Arben Bajraktaraj | als Herr Starzynski | ||
| Sarah Ber | als Rachel | ||
| Karina Hin | als Zoe Tezac | ||
| George Birt | als Richard Rainsferd | ||
| Charlotte Poutrel | als Sarah, jung | ||
| Regie: | Gilles Paquet-Brenner | ||
| Drehbuch: | Gilles Paquet-Brenner | ||
| Serge Joncour | |||
| Produzent: | Stephane Marsil | ||
| Ausf. Produzent: | Gaetan Rousseau | ||
| Buchvorlage: | Tatiana De Rosnay | ||
| Kamera: | Pascal Ridao | ||
| Schnitt: | Hervé Schneid | ||
| Musik: | Max Richter | ||
| Produktionsdesign: | Françoise Dupertuis | ||
| Ton: | Didier Codoul | ||
| Bruno Seznec | |||
| Alexandre Fleurant | |||
| Fabien Devillers | |||
| Casting: | Gwendale Schmitz | ||
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