Drama / Action http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Rosewood

Filmdetails

Rosewood


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Action
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Romantik
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Inhalt

Kleinstadtidylle im "schwarzen" Rosewood: Alle gehen freundlich miteinander um und selbst ein Fremder wird herzlich in ihrer Mitte aufgenommen. Doch die Idylle wird Opfer der Flammen, von den aufgebrachten Bewohnern des "weißen" Nachbarortes Sumner entfacht, die nach einer angeblichen Vergewaltigung durch einen Farbigen den Schuldigen suchen und ihn in der gesamten Anwohnerschaft, einschließlich Frauen und Kinder, finden. Der einsame Fremde und ein weißer Kolonialwarenhändler tun sich zusammen, um zumindest die Kinder vor dem Massaker zu retten.


Kritik

Von der Idylle mit unterschwelligem Brodeln zu einer Dauerexplosion von Gewalt führt die vierte Regiearbeit des New Black Cinema-Meisters John Singleton, der in seiner an authentischen Ereignissen orientierten epischen Ballade vom rauhen Rassismus und sozialpsychologischen Sprengstoff anno 1923 schwarzes Bewußtsein in Hollywoods Mainstream kerbt. "In the Heat of the Night" meets "Glory" mit dem Monumentalanspruch von Kollege Spike Lees "Malcolm X".

Das Ereignis selbst ist diesen Anspruch wert. Rosewood ist im Florida der prosperierenden Nachkriegsjahre eine Bilderbuchstadt für Schwarze, die so gesittet, anständig und gepflegt erscheint, daß man von den Sandstraßen essen zu können meint. Singleton nutzt seine lange Exposition, um anhand einer Vielzahl schwarzer und weißer Charaktere und der drei handlungsentscheidenden Ortschaften die spätere Dynamik der Action-Szenen konsequent durchzuspielen. Denn was mit der falschen Aussage einer hysterisierten Weißen, sie sei von einem Schwarzen angegriffen und geschlagen worden, in Sekundenschnelle zu einer Vergewaltigung wird, artet in Mob-Sequenzen des white trash des Südens aus, wie sie in dieser Härte, Detailspezifik und ausgespielten naturalistischen Grausamkeit in der Filmgeschichte einmalig sind.

Die jagdbesessenen Einwohner des weniger blühenden Städtchens Sumner bringen kaltblütig und systematisch die Schwarzen von Rosewood um und jagen Frauen und Kinder in die Sümpfe, wo sie von zwei Männern, einer schwarz, einer weiß, in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd in letzter Minute mit einem Zug gerettet werden können. Bis 1993, als es für die Hinterbliebenen der Opfer (zu) späte Entschädigungen gab, war Rosewood eines der dunklen Geheimnisse der US-Geschichte.

Über die Rekonstruktion und hyperdramatischen Inszenierung der authentischen Story hinaus gewinnt John Singleton durch die grandiose Zeichnung der Ambivalenz der Hauptfiguren, deren einmaliger Akt von Mut aus anfänglicher Feigheit erwächst. Sowohl Ving Rhames, "Pulp Fiction"-Charakterkopf und "Mission: Impossible"-Megahacker, als auch der sympathische Jon Voight, unvergessener "Asphalt Cowboy" und "Coming Home"-Veteran, werden erst durch die Umstände zu unfreiwilligen Helden. Voight als Krämerseele mit Todestrauma und lässig rassistischem Sexismus (eine sehr moderne Figur) und Rhames als Kriegsveteran mit kapitalistischem Gebaren sind das attraktive Gegenspielerduo, bei dem bis zum Schluß mit Überraschungen zu rechnen ist.

Singletons Regiestil, zwischen Sam Peckinpah und John Ford, nutzt den Horror von Rosewood für eine errregend furiose schwarze amerikanische Tragödie, die dank ausgezeichneter Nebenrollen, ausgefeilter Breitwandkamera und eines enorm stimmigen Produktionsdesigns trotz des heißen Themas pures Kino schafft, das dank seines Spannungswertes ein größeres Publikum erreichen sollte. ger.

Rosewood

Darsteller:  Jon Voight   als John Wright
  Ving Rhames   als Mann
  Don Cheadle   als Sylvester Carrier
  Bruce McGill   als Duke
  Loren Dean   als James Taylor
  Esther Rolle   als Sarah Carrier
  Elise Neal  
  Catherine Kellner  
  Michael Rooker  
  Akosua Busia  
  Paul Benjamin  
  Kevin Jackson  
  Mark Boone jr.  
  Muse Watson  
  Badja Djola  
  Kathryn Meisle  
  Jaimz Woolvett  
 
Regie:  John Singleton  
Drehbuch:  Gregory Poirier  
Produzent:  Jon Peters  
Koproduzent:  Penelope L. Foster  
Ausf. Produzent:  Tracy Barone  
Kamera:  Johnny E. Jensen  
Schnitt:  Bruce Cannon  
Musik:  John Williams  
Produktionsdesign:  Paul Sylbert  
  Chris Gorak  

Star

Jon Voight

Für seine erste große Rolle als Joe Buck, Straßen- und Strichjunge in New York in John Schlesingers "Asphalt-Cowboy" (1968), wurde der blonde und...

Star

Don Cheadle

Mörder, Gangster, Opfer von Rassismus, Cops und überlegene Engel gehen auf das Darstellerkonto von Don Cheadle, der als Schwarzer seinen eigenen...

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