Nach vielen Jahren trifft Rosa Roth eine alte Liebe wieder. Der Kollege arbeitet heute bei der Sitte. Kurz drauf wird er Opfer eines Komplotts: Ein Strichjunge ist erschossen worden, Zeugen wollen ihn am Tatort gesehen haben. Parallel sucht die Kommissarin nach dem Kopf einer besonders widerwärtigen Organisation, die Kinder aus Osteuropa verschleppt und in Berlin zum Missbrauch freigibt. Doch Rosa kommt nicht weiter; bis sie entdeckt, dass beide Fälle zusammen gehören.

Auf der Sonnenseite des Lebens tummelt sich Rosa Roth nur selten. Das Berlin, in dem sie ermittelt, hat nichts zu tun mit der strahlenden Metropole aus anderen Fernsehfilmen. Schon die Jubiläums-Trilogie "Der Tag wird kommen" gehörte zum Düstersten, was das ZDF bislang als Samstagskrimi gezeigt hat. Im jüngsten Film setzt das Team rund um Hauptdarstellerin Iris Berben, dem Produzenten Oliver Berben (ihrem Sohn) und Regisseur Carlo Rola diese Linie fort.
"Der Fall des Jochen B." ist ein Krimi von der Kehrseite der Wohlstandsgesellschaft und erzählt von widerlichen Verbrechen an osteuropäischen Jungs, die keine Angehörigen haben: Gangster verschleppen sie nach Berlin, wo sie systematisch missbraucht werden; mit den Filmaufnahmen der Vergewaltigungen wird dann auch noch Handel getrieben. Haben die Kinder ihre Schuldigkeit getan, werden wie weggeworfen wie kaputtes Spielzeug.
Aber das ist nur die eine Seite dieser finsteren Geschichte. Die andere erzählt vom Schicksal der Titelfigur, eines Ermittlers aus der Abteilung "Sitte". Einst Rosa Roths große Liebe, hat sich Jochen Barach (Ole Puppe) mittlerweile in einen Strichjungen verliebt. Als der junge Mann erschossen wird, steht Barach plötzlich als Mörder da. Es gibt belastende Zeugenaussagen, angeblich soll er außerdem korrupt gewesen sein, und dann wird auch noch die Tatwaffe in seinem Auto gefunden. Rosa Roth, seit "Der Tag wird kommen" fast völlig auf sich allein gestellt, glaubt nicht an die Schuld ihres früheren Geliebten, kann ihn aber auch nicht entlasten; bis sie entdeckt, dass beide Fälle zusammengehören.
Das Drehbuch zu diesem Film stammt von Eckhard Theophil ("Männerpension"), der sich selbst eine Weile auf der anderen Seite des Gesetzes rumgetrieben hat. Er hat dem Film das Motto "Die Hölle, das sind die anderen" vorangestellt, Sartres Erkenntnis aus dem zutiefst pessimistischen Stück "Geschlossene Gesellschaft". Auch in Theophils Geschichte entkommt niemand seinem Schicksal, weder der skrupellose Drahtzieher des organisierten Missbrauchs (Peter Kurth) noch Rosa Roths Kollege, dem im Gefängnis übel mitgespielt wird. Der finstere Krimi, von Kameramann Frank Küpper betont freudlos gestaltet, hat nur einen kleinen Fehler: Iris Berben ist fast zwanzig Jahre älter als Ole Puppe (Jahrgang 1969). Selbst wenn Rosa Roth anders als ihre Darstellerin noch nicht Ende fünfzig sein sollte: Es fällt ein wenig schwer zu glauben, dass die Kommissarin und ihr Kollege, der zwei fast erwachsene Söhne hat, vor langer Zeit ein Paar waren. tpg.
| Darsteller: | Iris Berben | als Rosa Roth | |
|---|---|---|---|
| Carmen-Maja Antoni | als Karin von Lomanski | ||
| Gunter Schoß | als Günter Zorn | ||
| Ole Puppe | als Jochen Barach | ||
| Peter Kurth | als Henning von der Osten | ||
| Lars Rudolph | als Hansi Wagner | ||
| Inga Busch | als Tina Barach | ||
| Thomas Arnold | als Stefan Rieke | ||
| Max Goppelt | als Wernie | ||
| Elke Winkens | als Paula de Vries | ||
| Robert Schupp | als Nico Möller | ||
| Sergej Moya | als Sascha Bremer | ||
| Jockel Tschiersch | als Charly Kubik | ||
| Joseph Bundschuh | als Simon Barach | ||
| Martin Kiefer | als Robert Barach | ||
| Max Hegewald | als Benny | ||
| Regie: | Carlo Rola | ||
| Drehbuch: | Eckhard Theophil | ||
| Produzent: | Oliver Berben | ||
| Kamera: | Frank Küpper | ||
| Musik: | Nikolaus Glowna | ||
| Georg Kleinebreil | |||
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