Spielfreudige Dreiecksgeschichte zwischen einem Rollstuhlfahrer, seinem Zivi und einer umtriebigen Studentin. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz23/z1023504/b150x150.jpg Renn, wenn du kannst

Filmdetails

Renn, wenn du kannst

Spielfreudige Dreiecksgeschichte zwischen einem Rollstuhlfahrer, seinem Zivi und einer umtriebigen Studentin.


Renn, wenn du kannst
Start: 29.07.2010

Drama / Komödie

Deutschland 2009
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Robert Gwisdek
Anna Brüggemann
Jacob Matschenz

Regie: Dietrich Brüggemann
Verleih: Zorro

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Inhalt

Benjamin sitzt seit einem Unfall vor sieben Jahren im Rollstuhl. Er schikaniert seine Mutter, die ihn betüttelt, und den neuen Zivi Christian. An dem prallen seine Zynismen ab, weiß er doch, dass er nach einem halben Jahr sein Medizinstudium fortsetzt. Benjamin übertüncht damit aber nur seine wahren Gefühle. Er wünscht sich eine normale Beziehung. Beide jungen Männer verlieben sich ausgerechnet in dasselbe Mädchen, die umtriebige Musikstudentin Annika, die sich nicht entscheiden kann und ihre Gunst zwischen ihnen aufteilt.


Kritik

Renn, wenn du kannst

Spielfreudige Dreiecksgeschichte zwischen einem Rollstuhlfahrer, seinem Zivi und einer umtriebigen Studentin.

Zwei Männer und eine Frau, Leidenschaft, Eifersucht, Sex. Letzteres wird erst einmal klein geschrieben bei Dietrich Brüggemanns Regiedebüt. Denn Benjamin sitzt im Rollstuhl und eine "normale" Beziehung ist für ihn Utopie. Er ist kein Sympathieträger, sondern schikaniert seine Mutter, die ihn betüttelt, und den neuen Zivi Christian, an dem seine Zynismen abprallen, weiß der doch, dass er nach einem halben Jahr wieder fleißig fürs Medizinstudium büffeln kann. Dass beide sich in eine Musikstudentin verlieben, die ihre Gunst zwischen ihnen aufteilt, gibt der heiter-melancholischen Geschichte die richtige Würze. Das Objekt der Begierde kann sich nicht entscheiden, was alle Drei in Kalamitäten bringt, sie aber nicht hindert, sich gemeinsam in eine Welt der Fantasie und Sehnsucht zu stürzen.

Die zärtliche Beschreibung der Figuren macht den Zugang zu ihnen leicht, auch wenn sie aus Angst vor der Realität und persönliche Unsicherheit gerne ihre Stacheln ausfahren. Brüggemann, der das Drehbuch mit seiner Schwester und Hauptdarstellerin Anna entwickelte, greift das Thema Behinderung ohne Larmoyanz auf, zeigt wie der seit einem Unfall vor sieben Jahren an den Rollstuhl gefesselte junge Mann unter der Abhängigkeit leidet, unter dem Wunsch nach einem Leben voller Zuneigung und Sex. Er will keine Partnerschaft mit einer Behinderten, sondern Liebe, aber bemerkt pragmatisch "wer steht schon auf einen Typen im Rollstuhl". Ohne die Behindertenkarte zu sehr auszureizen, geht es auch um äußerliche Attraktivität als Verkaufswert, um die Erfüllung eines fast unmöglichen Traumes, die Ziellosigkeit einer Generation. Die Kamera schaut oft aus der Vogelperspektive auf das Geschehen und schafft so eine Freiheit und Schwerelosigkeit, die dem in der Bewegung beeinträchtigten Protagonisten schmerzlich fehlt. Trotz trockenen Humors und witziger Dialoge bleibt vieles unausgesprochen, trotzt die Leichtigkeit der Erzählung dem nicht ganz leichten Thema und vermeidet die Fallstricke eines Behindertendramas. Der Trumpf ist Robert Gwisdek ("13 Semester"), der die emotionale Skala vom misanthropischen Humor bis zur größten Verzweiflung austariert, die Komplexität dieser Figur bis zur Grenze ausreizt und nicht eine Sekunde auf Mitleidseffekt setzt. mk.

Renn, wenn du kannst

Darsteller:  Robert Gwisdek   als Ben
  Anna Brüggemann   als Annika
  Jacob Matschenz   als Christian
  Franziska Weisz   als Mareike
  Leslie Malton   als Benjamins Mutter
  Michael Sens   als Cellolehrer
 
Regie:  Dietrich Brüggemann  
Drehbuch:  Dietrich Brüggemann  
  Anna Brüggemann  
Produzent:  Sabine Holtgreve  
  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
Koproduzent:  Hejo Emos  
Kamera:  Alexander Sass  
Schnitt:  Vincent Assmann  
Produktionsdesign:  Christiane Krumwiede  
Kostüme:  Juliane Maier  
Maske:  Bernadette Reschberger  
  Elke Hahn  
Ton:  Jacob Ilgner  

Star

Anna Brüggemann

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