Originaltitel: Ravenous
USA 1998
Guy Pearce
Robert Carlyle
Jeremy Davis
Regie: Antonia Bird
Verleih: Fox
Pionier Ives, der einzige Überlebende eines Wagentrecks, entpuppt sich als Menschenfresser, als er seine Retter von einem entlegenen Militärstützpunkt zu den Überresten seiner ehemaligen Begleiter führt. Die Retter erfahren daraufhin das gleiche Schicksal, nur Captain Boyd überlebt. Der glaubt, Ives alsbald in seinem neuen Kommandierenden zu erkennen. In seiner Auseinandersetzung mit Ives beginnt auch Boyd Blut zu lecken.

Fressen oder gefressen werden, das ist die Frage in Antonia Birds ("Der Priester") bluttriefender Kannibalen-Schocker-Komödie, die in den Tagen des Wilden Westens angesiedelt wurde. Eine beeindruckende Besetzungsliste und zahllose Metaphern können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei diesem filmgewordenen Stück Blutsuppe um ein unappetitliches Genregebräu handelt, das das amerikanische Publikum bei einem Einspiel von 1,9 Mio. Dollar als weitgehend ungenießbar empfand.
Als Inspiration diente die tatsächliche Begebenheit um die Donner-Wagenkolonne, die in frühen Siedlertagen beim Überqueren des Sierra-Gebirgspasses in Ermangelung jeglicher Vorratsreste in letzter Not aufeinander als Nahrungsquelle zurückgreifen mußte. Ähnliches ist in "Ravenous" einem verwirrt wirkenden Pionier namens Ives (Robert Carlyle aus "Ganz oder gar nicht") widerfahren, der seinen Rettern in einem entlegenen Militärstützpunkt davon und von zwei Überlebenden berichtet. Als Ives einen Suchtrupp zur letzten Ruhestätte seiner Weggefährten führt, wird sein Geheimnis offenbar: Menschenfleisch hat ihn nicht nur am Leben erhalten, sondern ihm auch die Kraft seiner Opfer übertragen. Und mit Heißhunger stürzt sich der übermenschlich kräftige und unverwundbare Ives auf seine Begleiter. Lediglich Captain Boyd (Guy Pearce aus "L.A. Confidential") kann entkommen. Boyd glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als dem Stützpunkt kurze Zeit später ein neuer Colonel zugeteilt wird, in dem er keinen anderen als Menschenfresser Ives wiederzuerkennen glaubt. Prompt geht das despektierliche Gelage weiter, und einer nach dem anderen landet im Kochtopf.
Kesselweise Blut, hervorquellende Gedärme und abgenagte Gebeine werden von Bird, die während der Dreharbeiten Regisseur Milcho Manchevski ablöste, schockträchtig und mit sardonischem Witz in Szene gesetzt. Indiananermythologie, Kriegskritik und eine Allegorie auf das Verschlingen des Landes durch die Siedler können bei so viel blood, guts and gore kaum noch Beachtung finden. Daß die talentierte Schauspielerriege, darunter auch Jeremy Davies, John Spencer und David Arquette, das fehlgeleitete Projekt nur bedingt retten können, ist angesichts der rohen Stilmittel Birds kaum verwunderlich. ara.
| Darsteller: | Guy Pearce | als Captain John Boyd | |
|---|---|---|---|
| Robert Carlyle | als Colqhoun/Ives | ||
| Jeremy Davis | als Toffler | ||
| Jeffrey Jones | als Hart | ||
| John Spencer | als General Slauson | ||
| Stephen Spinella | als Knox | ||
| Neal McDonough | als Reich | ||
| David Arquette | als Cleaves | ||
| Regie: | Antonia Bird | ||
| Drehbuch: | Ted Griffin | ||
| Produzent: | Adam Fields | ||
| David Heyman | |||
| Ausf. Produzent: | Tim van Rellim | ||
| Kamera: | Anthony B. Richmond | ||
| Schnitt: | Neil Farrell | ||
| Musik: | Michael Nyman | ||
| Damon Albarn | |||
| Produktionsdesign: | Bryce Perrin | ||
| Kostüme: | Sheena Napier | ||
| Ton: | Mark Holding | ||
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