Johnny Depp
Christian Bale
Marion Cotillard
Regie: Michael Mann
Verleih: Universal
Fast neun Jahre verbrachte John Dillinger in Haft. Nach seiner Entlassung im Mai 1933 holt er das Leben mit großen Atemzügen nach. Überfällt Banken, genießt Alkohol, Geld und Frauen, findet in Billie Frechette seine große Liebe, die ihm trotz erzwungener Trennungen die Treue hält. In 13 Monaten wird Dillinger zum Helden der Bevölkerung, weil er in der Zeit der Großen Depression die verhassten Banken bluten lässt. Und zu einer Reizfigur, die die Agenten des FBI und auch die mächtigen Syndikate am liebsten tot sehen würden.

Große Gangster brauchen die besten Dokumentaristen: Michael Manns Rückschau auf John Dillingers Einzug in den Mythos der US-Kriminalgeschichte ist Actionkino der A-Klasse.
"Public Enemies" hat nicht die Beziehungskomplexität und das emotionale Gewicht von "Heat", aber dennoch ist die Große Depression nicht als Reaktions-, sondern nur als Zeitbeschreibung angebracht. Auch mit seiner zehnten Regiearbeit bleibt Mann der unerreichte Chronist des ewigen Duells zwischen Cops und Gangstern. Auch hier umkreist er seine Themen Loyalität und Verrat, Charakterparallelen bei kontrastierenden Lebensentwürfen, Prinzipientreue und Coolness selbst unter größter Hitze.
Auf der Grundlage von Bryan Burroughs gleichnamigem Buch konzentriert sich das Skript auf die letzten 13 Monate Dillingers, der 1933, nach knapp neun Jahren, aus der Haft entlassen wird und sich mit großen Atemzügen auf das Leben in Freiheit stürzt. Wie schon in John Milius' Biopic von 1973 ist Dillinger (Johnny Depp) ein harter Pragmatiker mit Humor und sporadischer Gentleman-Attitüde. Ein Mann, der Gewalt benutzt, aber nicht von ihr gesteuert wird, der auf sein Image in der Öffentlichkeit achtet, die mit ihm sympathisiert, weil er die verhassten Banken bluten lässt. Der Gangster als Volksheld, teils kalkuliert, teils selbst von der Rezeption überrascht, ist Spezialist für effektive Überfälle, liebt aber auch das Spiel mit seinen Verfolgern aus der Gründerzeit des FBI, das sich unter J. Edgar Hoover gerade zu einer Bundespolizei mit neuen Methoden und größeren Kompetenzen formiert.
Dillingers Aufstieg zum "Public Enemy No.1", den Agent Purvis (Christian Bale) unerbittlich jagt, ist so explosiv wie die Eroberung seiner großen Liebe Billie Frechette (Marion Cotillard) und Konsequenz des Bewusstseins einer ablaufenden Lebensuhr. Der Plot reißt das Paar mehrfach auseinander, aber Depp und Cotillard geben ihr Bestes, der Beziehung eine Tiefe zu geben, wie sie in "Heat" bei mehreren Charakteren spürbar war. Trotzdem ist "Public Enemies" vor allem ein Attacke-und-Flucht-Film, weniger Drama, das Handeln und Fühlen auf den Grund geht. Dillingers Überfälle und die Reaktion der Cops darauf bestimmen den Rhythmus der oft bestechend plastisch fotografierten Tommy-Gun-Saga, die in Nebensätzen herausarbeitet, wie Dillinger zwischen dem Erfolgszwang des FBI und den Syndikaten, deren Geschäfte durch seine Prominenz gefährdet wurden, zerrieben wurde. Die Annäherung zum meisterlichen Epos gelingt dem Film vor allem in der zweiten Hälfte, wenn sich unter den diversen Shootouts ein nächtlicher Waldangriff zu einer Mann-typischen Brillantsequenz entwickelt, wenn Realität und Hollywood bei einem Kinobesuch Dillingers verschmelzen, der letztlich seinen Tod besiegelte. Ein perfektes, dazu noch wahres Ende für einen Mann, der Zelluloid liebte und es irgendwie auch lebte. kob.
| Darsteller: | Johnny Depp | als John Dillinger | |
|---|---|---|---|
| Christian Bale | als Melvin Purvis | ||
| Marion Cotillard | als Billie Frechette | ||
| Billy Crudup | als J. Edgar Hoover | ||
| Stephen Dorff | als Homer Van Meter | ||
| Stephen Lang | als Charles Winstead | ||
| Regie: | Michael Mann | ||
| Drehbuch: | Ronan Bennett | ||
| Ann Biderman | |||
| Michael Mann | |||
| Produzent: | Kevin Misher | ||
| Michael Mann | |||
| Koproduzent: | Bryan H. Carroll | ||
| Gusmano Cesaretti | |||
| Kevin De La Noy | |||
| Ausf. Produzent: | G. Mac Brown | ||
| Buchvorlage: | Bryan Burrough | ||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | Paul Rubell | ||
| Jeffrey Ford | |||
| Musik: | Elliot Goldenthal | ||
| Produktionsdesign: | Nathan Crowley | ||
| Kostüme: | Colleen Atwood | ||
Als Heath Ledger am 22.1.2008 durch einen tödlichen Medikamentencocktail ums Leben kam, war nicht nur die Filmwelt fassungslos. Terry Gilliam steckte zu dieser Zeit mitten in den Dreharbeiten zum Fantasy-Spektakel "Das Kabinett des Dr. Parnassus", in dem Ledger die Hauptrolle spielte. Heute erzählt der Regisseur, warum er den Film entgegen seinem ursprünglichem Vorhaben trotzdem fertig stellte, wem er das verdankt und wie er persönlich mit der unfassbaren Nachricht umging.
Der verstorbene Heath Ledger schien Regisseur Terry Gilliam in "Das Kabinett des Dr. Parnassus" zunächst unersetzlich (Foto: Concorde)
Wie haben Sie vom Tod Heath Ledgers erfahren?
TERRY GILLIAM: Ich darf gar nicht daran zurückdenken. Wir hatten drei Tage vorher noch in London gedreht und sehe noch immer, wie er in der letzten Szene um die Ecke bog. Ich bin nach Vancouver geflogen und Heath nach New York. Plötzlich kam meine Tochter Amy und sagte, komm mit, es ist was Schreckliches passiert. Und dann sahen wir die Meldung auf der BBC-Webside "Heath Ledger tot aufgefunden". Erst habe ich das für einen obskuren PR-Gag gehalten. Dann wurde mir klar, Heath ist wirklich tot. Ich war zu keinem Gedanken mehr fähig und wie vor den Kopf geschlagen.
Haben Sie vorher etwas Auffälliges bemerkt? Die Zeitungen schreiben von einer morbiden Atmosphäre.
Bullshit! Glauben Sie nicht, was sich irgendwelche Schreiberlinge aus den Fingern saugen. Da war nichts von düsterer Atmosphäre zu spüren, und das Gerede, die Rolle des Jokers habe ihn verrückt gemacht, ist blühender Unsinn. Dieses dämliche Geschichten-Erfinden nervt mich, das hat Heath nicht verdient. Heath war voller Lebenslust und Energie und keiner dieser Method-Actor-Typen oder Neurotiker, die ihr Ego nicht unter Kontrolle haben, sondern stand mit beiden Beinen auf dem Boden, wie ein Fels. Und er machte die Stunts ohne Angst selbst, auch wenn es mal haarig war. Ein großzügiger und großartiger Mensch. Jeder Tag mit ihm war ein Erlebnis. Das Problem war, dass er nicht schlief. Er schwebte irgendwie. Aber Drogen hat er nicht genommen, nur Medikamente, die ihm der Arzt verschrieben hat. Ich kann immer noch nicht fassen, dass er tot ist. Im ersten Moment wollte ich auch alles hinschmeißen. "Das Kabinett des Dr. Parnassus" ohne Heath konnte ich mir nicht vorstellen.
Aber dann haben Sie den Film doch weitergedreht.
Eine Woche war ich wie gelähmt. Meine Tochter und Kameramann Nicola Pecorini ließen mir keine Ruhe, haben mir ständig in den Ohren gelegen, du musst den Film fertig stellen, Heath will es und irgendwann gab ich meinen Widerstand auf und dachte, vielleicht kriegen wir doch noch alles hin. Den beiden ist es zu verdanken, dass "Parnassus" die Leinwand erblickt hat. Ohne ihre Geduld und Durchsetzungsfähigkeit hätte ich aufgegeben.
Und wie kam es dann zur Besetzung mit Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell?In meiner Not habe ich Johnny Depp als ersten angerufen, ich hatte keinen Plan und sagte, Johnny, was soll ich machen? Die Idee, dass sich die Figur jedes Mal anders darstellt, wenn sie durch den Spiegel schreitet, ist ein Kniff, um das Trio unterzubringen. Ich hoffe, dass es geklappt hat. Glück im Unglück war, dass sich seine Dreharbeiten zu "Public Enemies" verschoben und Johnny mitmachen konnte. Ich hatte schon Probleme mit manchen Szenen, in denen Heath auftreten sollte. Aber habe dann doch am Skript festgehalten und auch die Dialoge nicht geändert.
Hört sich alles ziemlich gespenstisch an.
Kann man so sagen, wir kriegten schon manchmal eine Gänsehaut, vieles erhielt plötzlich eine andere Bedeutung. So weigerte sich Christopher Plummer erst zu sagen "It's a romance, a comedy, a tale of unforeseen death". Aber ich bestand darauf. Heath hätte gewollt, dass wir den Film beenden. Ich finde es toll, dass Johnny, Colin und Jude eingesprungen sind. Die ganze Gage ging an Heaths Tochter.
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