Originaltitel: Ready to Wear
USA 1994
Sophia Loren
Marcello Mastroianni
Julia Roberts
Regie: Robert Altman
Verleih: Senator
Der zufällige Tod des Leiters der Pariser Modekommission löst eine Reihe von Komplikationen aus, die den Verlauf der Modewoche aber nicht stören sollen. Da sind die beiden verfeindeten Journalisten, die die ganze Woche das gemeinsame Bett nicht verlassen, der texanische Stiefelmilliardär, der ein Topdesignerstudio kaufen will, und natürlich all die anderen Schönen und Reichen, die unbedingt gesehen werden wollen.

Die Modebranche mit ihren Eitelkeiten, Machtkämpfen und Bluffkreationen ist flirrendes Objekt des sarkastischen Humors mit dem der alte Spötter Robert Altman nach seiner Hollywood-Tretmine "The Player" und dem Psychosozial-Panorama "Short Cuts" erneut gesellschaftlichen Firlefanz bloßlegt: diesmal im Wortsinn. Bis zum bare look der Schlußsequenz macht sich Altman den Schein der gehobenen Kleiderkunstwelt zunutze, um das Treiben vor und hinter den Kulissen der alljährlichen "Prêt-à-Porter"-Woche in der Welthauptstadt der modernen Mode in Paris süffisant, zynisch und mit dem Blick des subversiven Spaßmachers der Lächerlichkeit zu überführen. So locker, luftig und leicht war selten ein Meisterwerk. Die Altman-Methode aus hinterhältigen Drehbucheinfällen, einem sich um Auftritte und Cameos drängenden Staraufgebot und konsequent vernichtender Beobachtung funktioniert bestens. Die Arbeit, Hektik und Panik vor den Modenschauen, die Designer-Schmeicheleien, die Allüren der Supermodels, die Leere vor dem Betreten des Laufstegs: Altman fängt es ein, genießt die Nichtigkeiten der Promi-Parties, die Inszenierungen der Designer in Hallen und Metro und den Rummel der Redakteure von "Elle" bis "Harper's Bazaar". Führer durch das kreativ-chaotische Labyrinth ist Kim Basinger als TV-Reporterin, die die Sprechblasen der beautiful people perfekt in die Sprechblasen der Medien umsetzen kann. Um das Ensemble der Szenen aus Haute Couture, Journalismus und Hotelbettenkarrieren (Tim Robbins und Julia Roberts als Champions der weißen Laken), Paparazzi-Neigung von Starfotografen und der Scharlatanerie von Redakteuren und Fabrikanten zusammenzuhalten, dienen Altman der scheinbare Mord am Zaren der Modewelt und die allgegenwärtigen Kothaufen als Fälschungspartie und Running Gags. Wie immer regnet es Stars von Lauren Bacall über Anouk Aimée bis Stephen Rea, treten die echten Designer und Models auf und entlarvt sich der gigantische Betrieb der kostümierten Wolkenkuckucksheime als hohles Gebilde. Insofern ist jeder Einwand gegen die Nichtigkeit einiger Dialoge überflüssig: Altmann zitiert blendend und funktioniert es durch kleine verbale Bösartigkeiten um. Meisterhaft die Kameraführung. Wie in "Nashville" und "Buffalo Bill und die Indianer" arbeitet Altman mit riesigen Brennweiten und gleichzeitig engen Bildkadrierungen, so daß der Eindruck eines verschleierten Universums entsteht. Allem die Schau aber stehlen Marcello Mastroianni und Sophia Loren: Als Schneider aus Moskau verfolgt er die reiche Witwe, eine Geliebte aus alten Tagen, wird zum Hoteldieb par exzellence und schafft es, daß sie sich vor ihm entblättert - eine schöne Parodie auf die berühmte Striptease-Szene aus de Sicas "Gestern, heute und morgen". Altmans Modekosmos: eine todchice Show, die dem Thema entsprechend von großem Medienrummel begleitet wird. ger.
Wie Gina Lollobrigida war sie in den 50er- und 60er-Jahren Symbol der wieder erstarkten italienischen Nation. Sophia Loren, 1934 in Rom geboren...
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